Seit drei Jahren schreibe ich jedes Quartal eine To-Want-Liste. Sie ist für mich das Gegenteil einer To-do-Liste: Darauf steht, was ich wirklich erleben, lernen und genießen will, nicht das, was ich erledigen muss. Wer aufmerksam mitliest, merkt schnell, dass manche Punkte immer wiederkommen. Der Kletterwald zum Beispiel. Oder der Adventskalender. Die gehören für mich fest zum Herbst dazu!
Das Schöne daran: Obwohl wir jedes Jahr ähnliche Dinge machen, ist es doch jedes Mal anders. Weil wir uns verändern. Weil die Kinder größer werden. Und weil manches, was früher selbstverständlich war, plötzlich eine ganz neue Bedeutung bekommt.
Nehmen wir den Kletterwald. Früher habe ich vor allem die Kinder angefeuert. Heute brauche ich die Anfeuerung manchmal selbst. Denn ich merke, dass mein Körper sich verändert. Die Wechseljahre lassen grüßen! Kraft und Fitness sind längst keine Selbstläufer mehr. Aber ich habe große Lust, daran zu arbeiten. Und wenn ich am Ende einen Parcours schaffe, bei dem ich vorher dachte: „Ach du meine Güte!”, dann ist das ein ziemlich großartiges Gefühl. Ganz nebenbei gibt es im Kletterwald immer eine ordentliche Portion Growth Mindset für uns alle.
Oder der Adventskalender. Als die Kinder klein waren, konnten sie es kaum erwarten, jeden Morgen ein Türchen zu öffnen. Schließlich rückte Weihnachten damit jeden Tag ein Stück näher! Heute sind die Kinder größer, die Vorfreude ist geblieben, aber unser Dezember sieht inzwischen ziemlich anders aus. Drei Schulkinder, Klausuren, Klassenarbeiten, Weihnachtsfeiern, Konzerte… Da kann es schon mal passieren, dass man vor lauter Terminen kaum zum Genießen kommt. Umso mehr liebe ich dieses kleine Ritual. Jeden Morgen eine Überraschung für jeden, ein bisschen Vorfreude und ein Moment, der einfach schön ist. Für die Kinder genauso wie für mich. Denn genau das wünsche ich uns für die Adventszeit: dass zwischen all dem Trubel noch ganz viel Platz für Weihnachtszauber bleibt.
Überhaupt wird dieser Herbst aufregend. Unsere Mittlere nimmt in diesem Herbst gleich an zwei Schüleraustauschen statt, einmal nach Großbritannien und einmal mit Erasmus+ nach Kroatien. Zum ersten Mal fliegt sie ohne uns! Unser Jüngster fährt auf seine erste Klassenfahrt, und ein Wochenende mit der DLRG steht für die beiden auch noch an. Die Kreise, die unsere Kinder ziehen, werden größer. Und ich stehe daneben, freue mich mit ihnen, staune und frage mich gelegentlich, wann das eigentlich alles passiert ist.
Dazu kommen meine beruflichen Projekte, mein Engagement in der Schule, Familie, Freundinnen und die Vorbereitungen für Weihnachten. Mein Kalender ist gut gefüllt. Man könnte auch sagen: Es wird sportlich! Gerade deshalb möchte ich diese Wochen bewusst gestalten, statt einfach durch sie hindurch zu rauschen.
Dafür liebe ich meine To-Want-Listen. Denn bei allem, was ohnehin ansteht, möchte ich eines nicht vergessen: Was will ich eigentlich selbst? Worauf habe ich Lust? Was möchte ich erleben, lernen, bewirken? Was will ich endlich anpacken? Mit welchen Menschen möchte ich mehr Zeit verbringen? Und was wäre einfach wunderbar, ganz ohne tieferen Sinn oder besonderen Nutzen?
Es geht mir dabei um viel mehr als ums Abhaken. Ich möchte Raum schaffen für das, was mir wichtig ist, was mich neugierig macht und mir Freude bereitet. Manchmal genügt dafür ein freier Nachmittag. Und manchmal brauche ich erst ein bisschen inneren Raum, um überhaupt zu merken, was ich eigentlich will. Meine Liste ist so etwas wie eine Landkarte mit Sehnsuchtsorten und Zwischenhalten, und meine Werte sind mein Kompass. Und manchmal darf ich unterwegs auch spontan abbiegen, weil mir etwas Schönes über den Weg läuft.
aus:
Wie ich meine To-Want-Listen zusammenstelle, habe ich Anfang des Jahres ausführlich beschrieben. Jetzt aber rein ins letzte Quartal 2026! Auf meiner Liste stehen diesmal berufliche Vorhaben, Zeit mit Menschen, die ich liebe, neue Herausforderungen und jede Menge Bewegung. Und all die Dinge, die den Herbst und Winter für mich so gemütlich machen: Bratäpfel, Sauna, Boogie Night, Weihnachtsbastelei … Ich habe richtig Lust auf die nächsten drei Monate!
Die Inhalte dieses Blogartikels:
ToggleWas ist aus meiner Summer-Bucketlist geworden?
Hinter 26 von 32 Punkten meiner Summer-Bucketlist steht ein Haken! Das hat mich dann doch überrascht. Denn der Sommer war heiß, richtig heiß, und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass einiges liegengeblieben ist.
Liegengeblieben ist natürlich trotzdem etwas. Die Homepage für meine Biografiegruppe „Deine Geschichte ist es wert, erzählt zu werden“ und das Begleitheft für die App Lebensgeschichten für Hinterbliebene sind angefangen, aber noch nicht fertig. Die Seite für die Biografiegruppe steht deshalb gleich wieder auf meiner neuen Liste. Mit meinem Krafttraining bin ich auch noch nicht da, wo ich hinmöchte. Aber ich bin dran! Meine Hanteln liegen inzwischen so strategisch im Weg, dass ich immer wieder daran erinnert werde, zwischendurch wenigstens eine kleine Übung einzuschieben. Und statt der geplanten acht Bücher habe ich vier gelesen. Nach Die Wut, die bleibt fiel es mir schwer, mich auf ein neues Buch einzulassen. Die Geschichte war so eindringlich, dass ich sie erst einmal sacken lassen musste.
Das Lagerfeuer mit Stockbrot fiel aus, weil es schlicht zu trocken war.
Dafür gab es Momente, die ich so schnell nicht vergessen werde: mein erster Kopfsprung vom Startblock nach 35 Jahren, frühmorgens allein im Atlantik schwimmen und die Perseiden am Nachthimmel. Und ich hatte eine richtig intensive Schreibzeit: Elf Beiträge sind allein für die Blogparaden anderer entstanden, dazu meine eigene Blogparade. Da ist doch einiges zusammengekommen.
Und jetzt rein ins letzte Quartal 2026! Auf meiner Liste steht wieder eine bunte Mischung aus beruflichen Vorhaben, Zeit mit Lieblingsmenschen, Bewegung und neuen Herausforderungen. Ich freu mich auf die nächsten drei Monate!
Diese Liste begleitet mich durch die nächsten Wochen, und ich ergänze sie immer wieder. Wenn du im November oder Dezember noch einmal vorbeischaust, siehst du, was daraus geworden ist:
✅ geschafft · 🌱 angefangen, wächst noch · ❌ hat diesmal nicht geklappt
Meine 3 wichtigsten Ziele
- Ich möchte meine SEI®-Fortbildung (Somatische Emotionale Integration) nach Dami Charf mit dem Zertifikat abschließen. Darin habe ich mein Wissen um Trauma vertieft, vor allem um Bindungs- und Entwicklungstraumata, also Verletzungen, die in frühen Beziehungen und in der Kindheit entstanden sind. Ich habe gelernt, körperorientiert damit zu arbeiten, Stress im Nervensystem zu regulieren und traumabedingtes Verhalten besser zu verstehen und zu begleiten.
- ✅ Die neue Lebenswerk.ai-Homepage geht online. Mit der bisherigen Seite war ich lange unzufrieden, hatte aber auch keine Idee, wie wir sie besser machen könnten. Jetzt setze ich mich selbst daran und gestalte den Relaunch mit dem KI-Werkzeug Claude Design. Unser Entwickler setzt die Änderungen anschließend technisch um.
- Mein Raunachts-Angebot „Zwischenzeit” soll fertig konzipiert, veröffentlicht und buchbar sein. Die Tage zwischen den Jahren sind wie eine Schwelle: Das alte Jahr ist noch nicht ganz vorbei, das neue noch nicht ganz da. In „Zwischenzeit” nutzen wir diesen Zwischenraum, um in Ruhe auf das vergangene Jahr zurückzuschauen und das neue bewusst auszurichten, begleitet und in Gemeinschaft. Wenn „Zwischenzeit” für dich interessant klingt, trag dich in meinen Newsletter ein. Dort erfährst du als Erste, sobald die Anmeldung startet.
Was ich bewegen möchte: meine Arbeit und meine Projekte
- Meinen Adventskalender „Sei dir gut“ überarbeite ich und verschicke ihn wieder ab dem 1. Dezember täglich bis Heiligabend.
- Bis zur Adventszeit sollen die Geschenkboxen für Lebenswerk.ai-Gutscheine fertig sein. Denn auch wenn das eigentliche Geschenk digital ist, möchte man an Weihnachten doch gerne etwas unter den Baum legen!
- Die Angebotsseite für meine Biografiegruppe will ich endlich fertigstellen und veröffentlichen.
- Im November biete ich noch einmal den Workshop „Nähe und Distanz“ für Ehrenamtliche. Mit Menschen zu arbeiten, die sich freiwillig für andere einsetzen, liegt mir besonders am Herzen.
- Ab November arbeite ich in Kooperation mit der Universität Halle in einem zweijährigen Förderprojekt zur Weiterentwicklung von Lebenswerk.ai zu einer digitalen Pflegeanwendung für die ambulante Pflege. Zum Kick-off des Projekts fahre ich im Dezember nach Halle. Ich freue mich darauf, das ganze Team zum ersten Mal an einem Tisch zu erleben.
- In Bonn steht ein LinkedIn-Local-Treffen auf meiner Wunschliste. Menschen endlich persönlich begegnen, die ich bisher nur vom Bildschirm kenne – darauf habe ich Lust!
- ✅ Am 2. Oktober nehme ich am Barcamp Seelische Gesundheit in Köln teil.
- Ich habe zum ersten Mal die Blogwochen entdeckt und entschieden, dort mitzumachen. Besonders gespannt bin ich auf die gegenseitigen Interviews.
- Jeden Monat lade ich im Rhein-Sieg-Kreis zum Frauennetzwerktreffen ein. Das ist ein offenes, herzliches Angebot für (vor allem) selbständige Frauen, die sich begegnen, austauschen und gegenseitig in ihrem Business stärken wollen. Hier kannst du dich zu den Treffen anmelden: November | Dezember

Was ich lernen und abschließen möchte
- Im Oktober besuche ich in Köln einen „Letzte-Hilfe-Kurs“.
- Bis zum Jahresende möchte ich den Onlinekurs Heilenergetik von Stefanie Menzel abschließen.
- Im November fahre ich zum Karuna-Intervisionswochenende. Drei Tage kollegialer Austausch mit Menschen, die wie ich in kontemplativer Psychologie ausgebildet sind – darauf freue ich mich sehr.
Meine Gesundheits- und Bewegungsziele
- Auf dem Peloton will ich ordentlich Kilometer sammeln: pro Monat setze ich mir 100km als Ziel.
- Ich will mindestens ein Mal pro Monat in die Sauna gehen.
- Außerdem will ich wieder mit Yoga anfangen und nehme mir zwei Yogaeinheiten pro Woche vor.
- Ich nehme in diesem Quartal meinen niedrigen Ferritinwert von 10 ng/ ml ganz bewusst in Angriff. Mein Ziel: Den Wert deutlich steigern, mindestens auf um die 50.
Was ich mit meinen Lieblingsmenschen erleben und genießen möchte
- Mein Sohn wünscht sich für die Herbstferien einen Besuch im Kölner Zoo.
- Für unseren Jüngsten steht im nächsten Jahr der Schulwechsel an. Gemeinsam wollen wir uns verschiedene weiterführende Schulen anschauen und eine finden, auf die er sich richtig freut.
- Für unseren Hochzeitstag möchte ich mir mit meinem Mann eine schöne Auszeit zu zweit gönnen.
- Ein Nachmittag im Kletterwald gehört für uns in den Herbstferien unbedingt dazu. Mein persönliches Ziel ist es, vier Parcours zu schaffen!
- Mindestens einmal im Monat möchte ich mit Freundinnen essen gehen.
- Ich besuche meine Freundin und Trauzeugin für drei Tage.
- Bei der Siegburger Boogie & Jazz Night verbringen mein Mann und ich einen schönen Abend zu zweit mit guter Live-Musik.
- Auch das ist eine liebgewonnene Tradtion: Jedes Jahr treffen wir uns mit fünf Frauen und 13 Kindern (bzw. inzwischen sind es Jugendliche) zum Bratapfelessen, spielen und quatschen.
- Nachdem ich letztes Jahr ausgesetzt habe, bin ich dieses Jahr wieder bei einer Adventskalender-Tausch-Aktion dabei: Ich packe 24 gleiche Kleinigkeiten ein und bekomme dafür einen kompletten Adventskalender mit 24 verschiedenen Überraschungen.
- Kreativzeit kommt im Alltag oft zu kurz. Das möchte ich wieder ändern und zu Weihnachten selbst gemachte Seifen verschenken.
- Auch möchte ich mit den Kindern Geschenke aus Gießbeton für den Adventsbasar herstellen. Das Material habe ich schon besorgt, jetzt muss ich mir nur noch die Zeit dafür nehmen.
- Und dann möchte ich endlich mal wieder Apfelmus selber machen. Am liebsten gleich einen ordentlichen Vorrat!
Ich freue mich sehr über diese bunte Mischung Manche Punkte werde ich abhaken, andere wandern vielleicht weiter oder werden von anderen Vorhaben abgelöst. Und einige stehen im nächsten Herbst ganz sicher wieder auf meiner Liste, weil sie zu uns gehören.
Und du? Was möchtest du in diesem Jahr noch erleben, bewegen oder genießen? Gibt es ein kleines Ritual, ohne das dein Herbst nicht dein Herbst wäre? Schreib es mir gern in die Kommentare, ich freue mich darauf, von dir zu lesen!
Alle meine To-Want-Listen zum Nachlesen
Seit Herbst 2023 schreibe ich für jedes Quartal auf, was ich erleben, bewirken und in mir wachsen lassen möchte. Hier findest du alle bisherigen Listen:
2026
- Sommer 2026: Summer-Bucketlist – Das will ich erleben und bewirken
- Frühling 2026: Meine To-Want Liste für das 2. Quartal
- Winter 2026: Meine To-Want Liste für das 1. Quartal
2025
- Herbst 2025: Selbstführung im Herbst
- Sommer 2025: Summerbucketlist – Meine Vorhaben für das dritte Quartal
- Frühling 2025: Meine To-Want Liste für den Frühling
- Winter 2025: Frisch gewagt ist halb gewonnen
2024
- Herbst 2024: Meine To-Want Liste bis Silvester
- Sommer 2024: Ziele für das dritte Quartal – Fokus, Balance und Sommerfreuden
- Frühling 2024: Mein Experiment mit dem 12-Wochen-Jahr geht weiter
- Winter 2024: Meine Bucketlist für den Winter
2023
Pia Hübinger ist Pädagogin, Coach und Trainerin für Achtsamkeit, Mitgefühl und achtsamkeitsbasierte Kommunikation. In ihrer Arbeit verbindet sie westliche und buddhistische Psychologie, Körperweisheit und Nervensystemarbeit zu einem heilsamen Prozess des Wieder-Ganz-Werdens. Sie ist davon überzeugt, dass Heilung und Veränderung dort beginnen, wo wir aufhören, uns selbst zu bekämpfen und lernen, uns mit liebevoller Präsenz zu begegnen.
Ihr Ansatz Radical Belonging verbindet psychologische Klarheit mit der Bereitschaft, auch schwierigen Erfahrungen nicht auszuweichen. Sie erteilt keine Diagnosen und keine Ratschläge, sondern schafft einen Rahmen, in dem Menschen ihrem eigenen Erleben begegnen können. Unzensiert, unverstellt, ungefällig. Denn nur wenn Veränderung an die eigene Erfahrung angebunden ist, hat sie Bestand.
Mehr über die Autorin erfährst du hier.



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