Es ist Sommer, und dieses Jahr begann er unfassbar heiß. Eine intensive, flirrende Hitze lag schon am frühen Morgen in der Luft, bei der man am liebsten den ganzen Tag im Wasser verbringt. Genau das habe ich getan: Ich habe die Tage mit meinen Kindern im Freibad verbracht und ganze Nachmittage einfach liegen lassen, was auf meiner To-do-Liste stand.
Ich merke, wie ich mit den Jahren radikaler werde. Ich entscheide mich für das, was ich wirklich tun will, und schiebe das, was ich glaube tun zu müssen, ein bisschen länger auf. Mein Haushalt sieht gerade entsprechend aus – ehrlich gesagt wie Sau. Stört mich das? Ja. Habe ich es trotzdem bewusst gewählt? Auch ja.
Denn ich weiß, dass diese Freibadtage gezählt sind. Meine Älteste kommt schon nicht mehr mit; sie ist mit ihren Freundinnen unterwegs, zu anderen Zeiten, an anderen Orten. Die Mittlere braucht mich längst nicht mehr zur Aufsicht, aber wenn gerade keine Freundin greifbar ist, schwimmt und rutscht sie zu meinem Glück noch gern mit mir. Und mein Jüngster braucht mich noch, zieht aber auch lieber mit seinen Freunden los, sobald er sie findet. An meinen Kindern sehe ich, wie schnell sich das verschiebt. Und genau das macht diese Sommer so kostbar.
Also lasse ich manches liegen. Nur eben nicht alles: Ein paar Pflichten bleiben, und das ist gut so. Nichts nährt die Selbstwirksamkeit so sehr wie die Dinge, die ich mir vornehme und dann auch wirklich tue. Zwischen Loslassen und Dranbleiben – da liegt für mich der Sommer.
Der Sommer ist für mich ohnehin so etwas wie ein zweiter Jahresanfang. Ein Moment, an dem ich noch einmal bewusst wähle, wie die nächsten Monate aussehen sollen, statt einfach weiterzumachen wie bisher. Und genau diese Wahl schreibe ich mir jedes Quartal auf: in meine To-Want-Liste, die Liste neben meinen täglichen To-dos. Wie viele Häkchen am Ende darauf stehen, sagt nichts über meinen Wert. Umgekehrt wird ein Schuh daraus – sie wächst aus meinen Werten: Zeit mit meinen Liebsten, guter Kontakt zu mir selbst, Raum für Beziehungen, für Muße, für Sinn. Und weil Wirksamkeit einer davon ist, geht es mir nicht nur ums Erleben, sondern auch ums Wirken.
Wie diese Listen bei mir funktionieren und warum ich seit bereits drei Jahren nach dem 12-Wochen-Jahr plane, habe ich ausführlich in meinem To-Want-Liste für das erste Quartal beschrieben; wie mein letzter Sommer aussah, kannst du in meiner Summer-Bucketlist 2025 nachlesen.
Hier steht über allem die eine Frage, die mich durch jede Jahreszeit begleitet: Was soll am Ende dieses Quartals nicht nur erledigt, sondern gelebt und angestoßen sein?

Die Inhalte dieses Blogartikels:
ToggleMeine drei Fokus-Ziele für dieses Quartal
Wenn ich in zwölf Wochen zurückblicke: Welche drei Dinge sollen dann wirklich gewachsen sein? Alles andere ordnet sich diesen dreien unter.
- Ich bringe meine Meditationsgruppe in Siegburg an den Start – mein Herzensprojekt für dieses Quartal.
- Ich beginne, ein Buch über Biografiearbeit zu schreiben. Ein großer Schritt – und einer, der in den letzten Monaten langsam in mir gewachsen ist.
- Für meine Biografiegruppe erstelle ich eine eigene Homepage unter dem Leitgedanken, der mir am Herzen liegt: Deine Geschichte verdient es, erzählt und bewahrt zu werden.
Was ich bewirken möchte: Meine beruflichen To-Wants
- Sommerzeit ist in The Content Society von Judith Peters Blogparadenzeit! Für meine eigene Blogparade Zuversicht in schwierigen Zeiten – Was mir hilft, wenn sie ins Wanken gerät sammele ich Beiträge.
- Außerdem nehme ich an mindestens fünf weiteren Blogparaden mit einem eigenen Beitrag teil.
- Nach einer Sommerpause im Juli organisiere ich im August und September wieder die monatlichen Frauen-Netzwerktreffen in Siegburg. Du möchtest dabei sein? Hier kannst du dich anmelden: 31. August | 28. September.
- Für lebenswerk.ai konzipiere ich ein Heft für Hinterbliebene: mit Sinn und Zweck, einer klaren Anleitung und einem FAQ-Teil, der die häufigsten Fragen behutsam aufgreift.
- Für meine Biografiegruppe erstelle ich eine eigene Homepage – unter dem Leitgedanken, der mir am Herzen liegt: Deine Geschichte verdient es, erzählt und bewahrt zu werden.
- Meinen Newsletter Kindful Moments verschicke ich weiterhin zuverlässig jede Woche – auch im Urlaub. Ich will meine noch junge Routine nicht gefährden, gerade weil sie sich endlich eingespielt hat.
- Ich richte CopeCart ein, damit mir Rechnungen und Abwicklung künftig leichter fallen. Ehrlich gesagt ist das der Punkt, vor dem ich mich am liebsten drücken würde: Ich habe großen Respekt davor und will es eigentlich gar nicht. Aber ich will es eingerichtet haben – deshalb steht der Punkt auf meiner To-Want-Liste.
- Am Donnerstag, dem 24. September, bin ich beim YouGrow-Frauennetzwerk in Köln dabei – bei der Premiere des Events rund um das Thema Erfolg. Ich freue mich darauf, mich mit inspirierenden Frauen zu vernetzen und neue Kontakte zu knüpfen.

Meine Sport- und Gesundheitsziele
- Ich vertiefe meine tägliche Meditationspraxis und erforsche gezielt die Unterschiede zwischen Shamata- und Vipassanameditation.
- Mein Fokus liegt weiterhin im Auf- und Ausbau einer regelmäßigen Krafttrainingsroutine. Das ist mir im letzten Quartal schon recht gut gelungen mit kleinen Einheiten, aber ich brauche weiterhin die Erinnerung daran.
- Jeden Monat fahre ich mindestens 80 km auf dem Peloton-Bike.
- Ich will noch mindestens 10x ins Freibad gehen und jedes Mal mindestens 1000 Meter schwimmen.
- Für meinen Mut-Muskel: Ich wage nach 35 Jahren meinen ersten Kopfsprung vom Startblock (und er darf schlecht sein, ich konnte ihn früher schon nicht sauber).
Was ich erleben möchte: Kleine Sommerfreuden
- Ich lese mindestens acht Bücher. Auf meinem Stapel liegen gerade: „Pause“ von Lena Kupke, „Statt aus dem Fenster zu schauen“ von Anna Katharina Scheidemantel und „Alle glücklich“ von Kira Mohn.
- ✅Wir nehmen an einem Beachvolleyball-Turnier mit befreundeten Familien teil und lassen den Tag mit Pizza auf dem Sportplatz ausklingen.
- In diesem Sommer sind alle drei Kinder gleichzeitig während der 4. Ferienwoche unterwegs, und ich verbringe mit meinem Mann einen Tag in der Bad Emser Therme.
- ✅Wir besuchen das Klassenkonzert meiner Tochter.
- Ich organisiere ein Klassenfest für die Klasse meines Sohnes unter dem Motto „Unsere Weltmeister-Klasse“.
- Im Atlantik schwimmen.
- Im Bretagne-Urlaub über einen Wochenmarkt schlendern.
- Eine neue Stadt erkunden.
- Einen Tag am See verbringen.
- Die Perseiden anschauen – Mitte August, wenn die Sternschnuppen am dichtesten fallen.
- Ein Lagerfeuer mit Stockbrot und Marshmallows.
- Frühmorgens allein im Meer schwimmen, wenn das Wasser noch still ist.
- Einen Sonnenuntergang am Strand erleben.
- Spieleabende mit Skyjo, Uno Flip und Siedler.
- Ein Krimidinner finden, das wir als Familie zusammen spielen können.
- T-Shirts batiken – jeder gestaltet sein eigenes.
- Eigene Limonaden-Kreationen ausprobieren – wir lieben die hausgemachten Limonaden in Lokalen und tüfteln jetzt an unseren eigenen.
- Eis am Stiel selbst machen, mit frischen Beeren und Früchten.
- Geburtstage feiern: meinen eigenen und die meiner beiden Töchter – wir sind alle Augustkinder.
Und du?
Vielleicht sitzt du gerade an einem ähnlichen Punkt: das Jahr halb vorbei, der Sommer liegt noch fast vollständig vor dir, und irgendwo diese leise Frage, worauf du die nächsten Wochen eigentlich ausrichten willst.
Dann nimm dir einen Moment. Was möchtest du in diesem Sommer bewusst erleben – und was möchtest du bewirken? Wofür entscheidest du dich ganz bewusst, und was darf dafür ruhig eine Weile liegen bleiben?
Denn jeder Tag ist ein Puzzleteil, das sich nach und nach zu deinem Leben zusammenfügt. Die Fäden dafür halten wir selbst in der Hand, und wir dürfen dieses Werk so gestalten, dass wir am Ende ohne Bedauern darauf schauen können. Das größte Bedauern gilt nämlich nicht den Fehlern, die wir gemacht haben, sondern den Gelegenheiten, die wir ungenutzt haben ziehen lassen. Das ist mehr als ein Gefühl: Der Sozialpsychologe Thomas Gilovich hat in seiner Forschung gezeigt, dass Menschen im Rückblick auf ihr Leben genau dieses Unterlassene am stärksten bereuen – die Wege, die sie nicht gegangen sind.
Ich freue mich von Herzen, wenn du in den Kommentaren teilst, was auf deiner To-Want-Liste steht. Nicht, um mehr zu schaffen, sondern um mehr von dem zu leben, was dir wirklich wichtig ist. Und wer weiß – vielleicht ist zwischen deinen Zeilen und meinen ein Impuls dabei, der jemand anderem den Sommer ein bisschen kostbarer macht.
Pia Hübinger ist Pädagogin, Coach und Trainerin für Achtsamkeit, Mitgefühl und achtsamkeitsbasierte Kommunikation. In ihrer Arbeit verbindet sie westliche und buddhistische Psychologie, Körperweisheit und Nervensystemarbeit zu einem heilsamen Prozess des Wieder-Ganz-Werdens. Sie ist davon überzeugt, dass Heilung und Veränderung dort beginnen, wo wir aufhören, uns selbst zu bekämpfen und lernen, uns mit liebevoller Präsenz zu begegnen.
Ihr Ansatz Radical Belonging verbindet psychologische Klarheit mit der Bereitschaft, auch schwierigen Erfahrungen nicht auszuweichen. Sie erteilt keine Diagnosen und keine Ratschläge, sondern schafft einen Rahmen, in dem Menschen ihrem eigenen Erleben begegnen können. Unzensiert, unverstellt, ungefällig. Denn nur wenn Veränderung an die eigene Erfahrung angebunden ist, hat sie Bestand.
Mehr über die Autorin erfährst du hier.



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