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Was ist das Geheimnis für ein gelungenes Leben?

Das Streben nach Glück ist eines der zentralen Motive im Leben jedes Menschen. Doch was ist eigentlich ein „gelungenes Leben“? Ist es ein Leben voller herausragender beruflicher Erfolge? Materielles Vermögen? Ruhm?

Oder geht es dabei eher um innere Zufriedenheit und erfüllende Beziehungen? Diese Frage beschäftigt Philosophinnen und Philosophen seit Jahrhunderten – und auch heute ist sie aktueller denn je. Gerade in Zeiten zunehmender Unsicherheit und Komplexität suchen viele Menschen nach Orientierung und Antworten darauf, was sie im Leben wirklich erfüllt.

Dieser Beitrag widmet sich genau dieser Frage und lädt Sie ein zu einer spannenden Reflexion über Ihr eigenes Streben nach Glück. Lassen Sie uns gemeinsam entdecken, was ein gelungenes, erfülltes Leben ausmacht!

Gute, bedeutsame Beziehungen

Eine der bekanntesten Studien zum Thema „Gelungenes Leben“ ist eine Langzeitstudie aus Harvard, zuletzt geleitet von Robert Waldinger. Diese umfangreiche Studie begleitete Männer (und später auch ihre Frauen und Kinder) verschiedener Altersgruppen und sozialer Schichten mehr als 80 Jahre lang, um die Faktoren zu identifizieren, die ein erfülltes Leben ausmachen. Jahr für Jahr wurden diese Menschen befragt hinsichtlich ihrer Arbeit, ihres Privatlebens und ihrer Gesundheit. Ein Teil dieser Menschen waren Harvard-Studenten, also Menschen, die in besseren, privilegierteren Lebensverhältnissen aufgewachsen sind. Ein anderer Teil der untersuchten Personen waren junge Erwachsene aus den ärmsten Vierteln Bostons, die aus schwierigsten Familien- und Lebensverhältnissen stammten.

Gerade erwachsen, beschritten sie unterschiedliche Lebenswege: Einige von ihnen wurden Fabrikarbeiter, andere Ärzte. Einige wurden Alkoholiker, andere wurden schizophren. Die einen schafften einen sozialen Aufstieg, andere stiegen sozial ab.

Welche Lehren können wir aus dieser Studie gewinnen? Was ist der stärkste Einflussfaktor auf das Glück und die Gesundheit im Laufe unseres Lebens?

Die einfache und doch so wichtige Botschaft dieser Studie lautet:

Tiefe, enge und aufrichtige Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder.

Menschen mit starken, unterstützenden Freundschaften und Partnerbeziehungen führen demnach ein glücklicheres, gesünderes Leben als solche, die alleine leben oder unglückliche Beziehungen haben. Qualitativ hochwertige Beziehungen schaffen Vertrauen, Unterstützung und eine Verbindung zu anderen Menschen, die unser Leben bereichern und uns helfen, schwierige Zeiten zu überstehen.

Gelungenes Leben glückliches altes Ehepaar

Einsamkeit ist toxisch

Erfahren wir hingegen unfreiwillig Einsamkeit oder soziale Isolation, verringert sich nicht nur deutlich unser Wohlbefinden und unsere Lebensfreude, sondern auch unser allgemeiner Gesundheitszustand in der Lebensmitte verschlechtert sich. Sogar unsere Gehirnfunktion lässt früher nach und die Lebenserwartung sinkt, wenn wir einsamer sind als wir es eigentlich sein wollen.

Einsamkeit entsteht, wenn unsere sozialen Beziehungen nicht unseren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen entsprechen und wir einen Mangel empfinden sowohl hinsichtlich der Anzahl der Beziehungen als auch in Bezug auf die Tiefe und Nähe der Bindungen.

Traurig, aber wahr: In Deutschland ist fast ein Fünftel der Bevölkerung von Einsamkeit betroffen. Besonders gefährdet sind Menschen in Übergangssituationen (z.B. Eintritt in die Rente, Wohnortwechsel) und einschneidenden, herausfordernden Lebenssituationen wie Trennung, Jobverlust oder Trauer.

Fassen wir zusammen:

  • Gute, verlässliche Beziehungen sind der wichtigste Einflussfaktor für Glück, Wohlbefinden und Gesundheit. Menschen, die mit 50 am zufriedensten mit ihren Beziehungen waren, waren die gesündesten und glücklichsten im Alter von 80 Jahren.
  • Enge, sichere Beziehungen tragen dazu bei, dass wir trotz körperlicher Schmerzen ein stabiles Glücksempfinden behalten.
  • Menschen, die die Erfahrung gemacht haben, dass sie in schwierigen Situationen auf ihre nahen sozialen Kontakte zählen können, behalten länger ein gutes Gedächtnis.

Warum fällt es uns so schwer, gute, verlässliche und unterstützende Beziehungen einzugehen und zu pflegen?

Nun: Beziehungen sind kompliziert und chaotisch. Bedürfnisse kollidieren miteinander und es kommt in der Folge zu Streit und Auseinandersetzung. Oft fehlen uns die Vorbilder, wie wir Konflikte gut lösen können, ohne den anderen zu verletzen, aber auch ohne unsere eigenen Bedürfnisse aufzugeben.

Es ist nicht sexy und glamourös, an Beziehungen zu arbeiten und manchmal ist es sogar anstrengend und nervig. Es ist eine Aufgabe, die nie vollständig abgeschlossen ist. Beziehungen zu gestalten und zu pflegen bedeutet, sich immer wieder neu auf den anderen einzulassen – egal, ob in einer Partnerschaft, einer Freundschaft oder einer Gemeinschaft. Dies gelingt am besten, wenn wir mit uns selbst in gutem Kontakt sind, also unsere eigenen Bedürfnisse bewusst wahrnehmen und unsere emotionalen reaktiven Gewohnheitsmuster gut kennen. Dann können wir mit unserem Gegenüber in eine achtsame, authentische und offene Kommunikation treten.

Wie ist es bei Ihnen? Haben Ihre Beziehungen zu Ihren Herzensmenschen die Tiefe und Nähe, die Sie sich wünschen? Was könnten Sie noch heute tun für mehr Verbundenheit mit einem für Sie wichtigen Menschen?

beziehungsweise

Ist es denn nicht möglich,
sich täglich nahe zu sein,
ohne alltäglich zu werden,
voneinander entfernt zu sein,
ohne sich zu verlieren …?

Beziehungsweise
sich maßlos zu lieben,
ohne sich lieblos zu maßregeln,
einander gewähren zu lassen,
ohne die Gewähr zu verlieren …?

Beziehungsweise
einander sicher zu sein,
ohne sich abhängig zu machen,
einander Freiheit zu gewähren,
ohne sich unsicher zu werden …?

Beziehungsweise…

(Jochen Mariss)

Lese-Empfehlung

In diesem Buch haben Robert Waldinger und Marc Schulz die Ergebnisse der Harvard-Langzeitstudie zusammengetragen: The Good Life: Lessons from the World’s Longest Study on Happiness : Waldinger, Robert, Schulz, Marc: Amazon.de: Bücher

2 Antworten zu „Was ist das Geheimnis für ein gelungenes Leben?“

  1. Avatar von Ilka

    Deine Worte regen mich sehr zum Nachdenken an. Darüber, welche Menschen es gibt in meinem Leben, die für mich Herzensmenschen sind. Was macht für mich ein Herzensmensch aus? In über 50 Lebensjahren bin ich schon vielen Menschen begegnet, wo ich dachte, dass es Herzensmenschen sind – für mich – was aber oft nicht erwiedert wurde. Da wird es schwierig, eine Beziehung zu gestalten und zu pflegen. Inzwischen ist mein absoluter Herzensmensch an meiner Seite und wir leben in einer achtsamen und respektvollen Beziehung miteinander.
    Liebe Grüße Ilka

    1. Avatar von Pia

      Liebe Ilka,
      ich freue mich sehr, dass meine Worte dich zum Nachdenken angeregt haben. Die Suche nach Herzensmenschen kann in der Tat eine herausfordernde Reise sein, die mitunter von Enttäuschungen begleitet wird. Es ist jedoch ermutigend zu hören, dass du nun einen absoluten Herzensmenschen an deiner Seite hast, mit dem du eine achtsame und respektvolle Beziehung leben kannst. In dieser Beziehung habt ihr offenbar beide gelernt, auf die Bedürfnisse des anderen einzugehen und ein harmonisches Miteinander zu schaffen. Ich wünsche euch beiden weiterhin viel Freude und Erfüllung in eurer Beziehung.
      Von Herzen
      Pia

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Mein Name ist Pia Hübinger.

Ich bin Diplompädagogin, psychologische Beraterin und Karuna-Trainerin im Rhein-Sieg-Kreis.

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