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Zuversicht in schwierigen Zeiten – Das hilft mir, wenn sie ins Wanken gerät

Pia Hübinger mit ihrem Hund vor blühenden Rosen, Titelbild zum Beitrag über Zuversicht in schwierigen Zeiten

„Ich weiß gerade nicht mehr, wofür ich das alles mache.“

Eine Frau sagte mir das vor einigen Wochen, mitten in einer Coaching-Stunde. Ich nenne sie hier Johanna. Sie hatte vieles getan, was man tun soll, wenn man ein gutes Leben will. Doch an diesem Vormittag spürte sie von all dem nichts mehr. Sie sagte es ohne Drama, fast entschuldigend, so, wie Menschen Dinge sagen, die sie für ein eigenes Versagen halten.

Ich kenne diesen Satz. Ich höre ihn in meiner Arbeit immer wieder, und in den letzten Monaten immer häufiger, von immer mehr Menschen, mal als Erschöpfung, mal als Resignation, die fast nach Vernunft klingt. Gerade weil er so gewöhnlich ist, nehme ich ihn ernst.

Während sie sprach, kam mir ein altes Bild in den Sinn. Als Pandora den Krug öffnet, entweicht alles Schwere in die Welt. Nur ganz unten bleibt eine einzige Sache zurück: Elpis, meist mit Hoffnung übersetzt. Über die Deutung wird seit der Antike gestritten. Was bleibt am Boden, wenn so vieles entwichen ist? Und was hilft, wenn die Zuversicht ins Wanken gerät?

Diese Frage hat meine Blogparade angestoßen, und ich habe lange mit meiner Antwort gerungen. Auch deshalb, weil sie nicht nur meinen Klientinnen gilt, sondern mir selbst.

Das Wichtigste in Kürze


  • Zuversicht ist keine Eigenschaft, die man hat oder nicht hat, sondern eine Praxis, die in Beziehung entsteht, zu sich selbst, zu anderen und zur Welt.
  • In schweren Zeiten dürfen wir uns Zuversicht borgen. Co-Regulation, also die beruhigende Wirkung eines ruhigen Gegenübers, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern die Art, wie Menschen gebaut sind.
  • Zuversicht verspricht kein gutes Ende. Sie ist die Gewissheit, einen nächsten Schritt tun zu können, auch wenn der Ausgang offen bleibt.
  • Sie beginnt mit radikaler Akzeptanz dessen, was gerade ist, und sie braucht eine Quelle, aus der sie sich nährt, die Freude am Leben.
  • Wenn die eigene Kraft nicht reicht, ist es ein Zeichen von Stärke, sich Unterstützung zu holen.

Der Krug der Pandora

Die Geschichte beginnt mit Prometheus. Er stiehlt den Göttern das Feuer und schenkt es den Menschen, die nun kochen, schmieden und sich entwickeln können. Zeus ist darüber so erzürnt, dass er die Menschen strafen will, und er lässt die erste Frau erschaffen, Pandora. Ihr Name bedeutet ungefähr „die Allbeschenkte“, denn jeder Gott gibt ihr eine Gabe mit, Schönheit, Anmut, Geschick und Überzeugungskraft. Und sie trägt eine Neugier in sich, die später den Ausschlag geben wird.

Pandora erhält ein großes Gefäß, das wir heute meist die Büchse der Pandora nennen, obwohl es im ursprünglichen Mythos ein großer Tonkrug war, ein Pithos. Sie bekommt die Anweisung, ihn niemals zu öffnen. Ihre Neugier aber wird schließlich zu groß, und als sie den Deckel hebt, entweicht alles Schwere in die Welt, Krankheit und Leid, Alter und Hunger, Hass und Angst, bis hin zum Tod. Erschrocken schlägt sie den Deckel wieder zu. Da ist jedoch noch etwas im Krug zurückgeblieben. Es ist Elpis.

Das griechische Wort Elpis wird meist mit Hoffnung übersetzt, manche Übersetzer wählen eher Zuversicht oder Erwartung. Und damit beginnt die eigentliche Frage, über die seit mehr als zweitausend Jahren gestritten wird: Warum blieb Elpis im Krug?

Es gibt zwei große Deutungen. Die eine ist tröstlich. Die Hoffnung blieb den Menschen erhalten, und so begleitet uns bis heute die Fähigkeit, auf Besseres zu hoffen, gerade dann, wenn Leid und Schmerz uns umgeben. Die andere ist skeptisch. Weil Pandora den Krug rechtzeitig schloss, blieb die Hoffnung eingesperrt und erreichte die Menschen nie ganz. Manche Denker sahen die Hoffnung deshalb als etwas Zwiespältiges. Als eine Kraft, die tragen kann, die aber auch dazu verführt, untätig auf bessere Zeiten zu warten.

Was am Boden des Krugs zurückblieb, war etwas Schlichteres und Zäheres als ein Versprechen, dass alles gut wird. Es war etwas, das Menschen weitergehen lässt, obwohl niemand ihnen ein gutes Ende zusichern kann. Genau das nenne ich Zuversicht.

Damit berührt der Mythos eine Überzeugung, die meine Arbeit trägt. Veränderung beginnt für mich nicht mit Selbstoptimierung, sondern mit radikaler Akzeptanz. Pandora versucht nicht, das Leid wieder einzusammeln, und sie könnte es auch gar nicht. Sie beginnt dort, wo die Wirklichkeit schon eingetreten ist.

Genau deshalb taugt der Mythos so gut als Bild für schwere Zeiten. Er erzählt von keiner Welt ohne Leid. Als Elpis im Krug zurückbleibt, ist das Schwere längst da, die Krankheit, der Verlust, der Tod. Elpis verhindert nichts. Sie macht das Leid nicht kleiner. Sie nimmt ihm auch nichts weg. Sie macht nur eines möglich: weiterzugehen.

Warum Zuversicht gerade so fragil wirkt

Vermutlich waren Nachrichten zu allen Zeiten schwer auszuhalten. Was sich verändert hat, ist nicht ihr Gewicht, sondern ihre Unausweichlichkeit. Früher las man morgens die Zeitung und sah abends die Tagesschau, und dazwischen lag die Welt in sicherer Entfernung. Heute prasselt sie ohne Pause auf uns ein, aus einem Gerät in unserer Hand, das uns über alles und jederzeit benachrichtigt.

Dasselbe gilt für unsere Erreichbarkeit. Früher holte man die Post aus dem Briefkasten und ließ sich ein paar Tage Zeit mit der Antwort, im ruhigen Wissen, dass auch die Gegenseite ein paar Tage brauchen würde. Diese kleinen Atempausen sind verschwunden. Wir sind immer erreichbar, und die Welt ist es mit uns.

Es gibt noch einen Unterschied, der mir wichtig erscheint. Die Zeitung und die Tagesschau waren kuratiert, jemand hatte ausgewählt, gewichtet, eingeordnet. Was uns heute erreicht, ist das meist nicht. Es kommt ungefiltert, und jede einzelne Meldung weiß, dass sie um unsere Aufmerksamkeit mit unzähligen anderen ringt. Also hat sich ihre Sprache verändert. Sie ruft lauter, zugespitzter, alarmierter, weil das Leise im Strom der vielen Stimmen untergeht.

Hans Rosling hat in seinem Buch Factfulness immer wieder gezeigt, wie systematisch wir die Lage der Welt düsterer einschätzen, als die Zahlen es hergeben. Kindersterblichkeit, Bildung, extreme Armut, bei vielen dieser großen Themen hat sich über die letzten Jahrzehnte mehr zum Guten bewegt, als die meisten von uns ahnen. Steven Pinker hat über ähnliche lange Entwicklungen geschrieben, über Gewalt, die über Jahrhunderte zurückgegangen ist, während sich unser Empfinden hartnäckig am Schlimmsten festhält. Dahinter steht etwas, das die Psychologie Negativitätsbias nennt. Unser Gehirn gewichtet die Bedrohung schwerer als das Gelingen, weil genau diese Vorsicht unsere Vorfahren über Jahrtausende am Leben gehalten hat. Wer das raschelnde Gebüsch für einen Raubtierschatten hielt, überlebte häufiger als der Gelassene.

Dieses uralte Alarmsystem trifft heute auf eine Welt, die ihm pausenlos Nahrung liefert. Was uns erschreckt, wird häufiger gezeigt und weiter geteilt, also sehen wir mehr davon, also erscheint uns die Welt bedrohlicher, als die Statistik nahelegt.

Mir ist an dieser Stelle Ehrlichkeit wichtig. Ich will niemandem seine Sorge ausreden. Die Krisen sind real, das Leid ist real, und manche Ängste sind eine kluge Antwort auf eine tatsächliche Lage. Der Gedanke an Rosling und Pinker ist für mich kein Beruhigungsmittel, das die Wirklichkeit übermalt. Er ist eine Erinnerung daran, dass mein Empfinden und die Wirklichkeit nicht dasselbe sind. Mein Blick kann getrübt sein, und es gibt noch eine andere Wahrheit gibt als die, die mir mein Alarmsystem zuruft.

Wissen allein reicht nicht

Und damit beginnt für mich der eigentliche Punkt, der Wendepunkt dieses ganzen Nachdenkens. Selbst wenn ich genau weiß, dass mein Gehirn schlechte Nachrichten lauter wahrnimmt als gute, werde ich davon noch lange nicht zuversichtlich. Ich mag die Studien kennen, die klugen Bücher gelesen haben und trotzdem an manchen Tagen dasitzen wie Johanna und von all dem nichts spüren.

Das ist eine Erfahrung, die mich in meiner Arbeit demütig gemacht hat. Es gibt eine Kluft zwischen dem, was ich weiß, und dem, was ich spüre. Mein Kopf kann ein ganzes Archiv beruhigender Fakten enthalten, während mein Körper im Alarmzustand bleibt. Ein Nervensystem lässt sich nicht mit einem Argument überzeugen. Niemand hat je aufgehört, sich zu fürchten, weil ihm jemand eine Statistik vorgelesen hat.

Zuversicht ist offenbar keine Information, die man sich merkt. Sie ist etwas, das man tut. Genau hier verschiebt sich für mich alles, und genau hier beginnt das, worüber ich eigentlich schreiben möchte. Zuversicht ist weniger eine Eigenschaft, die man besitzt oder eben nicht, und mehr eine Praxis, die man pflegt. Etwas, das immer wieder neu entsteht, in Beziehung zu mir selbst, zu anderen Menschen und zur Welt. Wer sie als Charaktermerkmal versteht, das die einen haben und die anderen nicht, verkennt, dass sie eher einem Muskel gleicht oder einem Garten. Eben etwas, das Pflege braucht und manchmal brachliegt und wieder wachsen kann.

Mein eigener Trampelpfad

Ich schreibe über all das nicht nur als Begleiterin anderer Menschen. In meiner Kindheit und Jugend habe ich einige sehr herausfordernde Erfahrungen gemacht, und irgendwann, noch ziemlich jung und ziemlich trotzig, habe ich beschlossen, dass sie nicht über mein weiteres Leben bestimmen sollen. Diese Entscheidung war sehr bewusst, und sie war oft schwer. Denn ich musste feststellen, dass der bloße Vorsatz, aus Trotz oder Eigensinn gefasst, für sich allein nicht ausreichte.

Es gab Phasen, in denen es durchaus verlockend schien, die Anstrengung sein zu lassen und mich dem Drama oder dem Schicksal zu überlassen. Und doch habe ich mich immer wieder neu entschieden, weiterzugehen. Aus diesem wiederholten Sich-Entscheiden ist mir eine Erkenntnis zugewachsen, die mich bis heute trägt. Es gibt immer einen Weg. Auch wenn er zunächst nur ein kleiner, kaum sichtbarer Trampelpfad ist, den man erst betreten muss, damit er sich überhaupt zeigt.

Manchmal braucht es großen Mut, um nicht aufzugeben und diesen schmalen Pfad weiterzugehen. Genau das hat mich gelehrt, was Zuversicht für mich im Kern bedeutet. Sie verschließt die Augen nicht vor den Problemen, und sie findet zugleich den Mut, trotz allem weiterzumachen.

Was die kontemplative Psychologie mich gelehrt hat

In meiner Arbeit komme ich immer wieder an denselben Anfang zurück. Bevor sich überhaupt etwas verändern lässt, braucht es einen Moment, in dem ich aufhöre, gegen meine eigene Erfahrung anzukämpfen. Das klingt einfach und widerspricht beinahe allem, was wir gelernt haben. Wir sind darin geübt, unangenehme Gefühle wegzudrücken, sie zu überspielen, uns von ihnen abzulenken oder sie mit guten Gründen zu widerlegen. Die kontemplative Psychologie schlägt einen anderen ersten Schritt vor.

Gewahrsein heißt für mich, das Schwere zuerst einmal da sein zu lassen, mit einer gewissen Weichheit, statt es wegzudrücken oder mir die Lage schönzureden. Ich merke, dass ich Angst habe, und ich verurteile mich nicht dafür. Ich spüre die Enge in der Brust, und ich versuche nicht sofort, sie zu vertreiben. Dieses bloße Hinschauen ohne Bewertung ist schon eine kleine Befreiung, weil es den zweiten Pfeil entfernt, den wir auf uns selbst richten, die Scham darüber, dass es uns überhaupt schlecht geht. Simone Weil, eine der eigenwilligsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, hat die Aufmerksamkeit einmal eine Form der Liebe genannt, und genau so meine ich das Hinschauen, als ein Zuwenden, das nichts beschönigt und nichts wegschiebt.

Aus dieser Haltung wächst etwas, das sich anfangs widersprüchlich anfühlt. Wer die Wirklichkeit annimmt, wie sie ist, wird darin keineswegs passiv. Akzeptanz wird oft mit Resignation verwechselt, mit einem Schulterzucken, einem Aufgeben. Gemeint ist beinahe das Gegenteil. Ich höre auf, meine Kraft im Kampf gegen das zu verbrauchen, was gerade unabänderlich ist. Und genau dadurch wird diese Kraft wieder frei für das, was ich tatsächlich bewegen kann. Wer eine ganze Nacht damit zubringt, sich gegen den Regen zu empören, hat am Morgen weniger Energie als es gebraucht hätte einen Schirm zu suchen.

Die buddhistische Lehrerin Pema Chödrön, eine der wichtigsten kontemplativen Stimmen unserer Zeit, ermutigt dazu, im Nichtwissen zu bleiben und die Ungewissheit auszuhalten, in der das Leben sich die meiste Zeit befindet, statt sich hastig auf scheinbar festen Boden zu retten. Genau dort, im offenen, noch unentschiedenen Raum, beginnt für sie echte Veränderung. Mir hilft dieser Gedanke, die Unsicherheit als den Ort anzunehmen, an dem ich ohnehin schon stehe, statt sie für einen Feind zu halten, den ich erst besiegen müsste, um weiterleben zu können.

Eng damit verbunden ist das Selbstmitgefühl, und ich halte es für eine der am meisten unterschätzten inneren Fähigkeiten. Viele Menschen begegnen sich in ihren schwersten Stunden mit einer Härte, die sie keinem Freund antun würden. Sie treten nach, wo längst jemand am Boden liegt. Zuversicht beginnt für mich oft genau dort, wo ich anfange, mit mir selbst so zu sprechen, wie ich mit einem geliebten Menschen sprechen würde, der gerade verzweifelt ist. Freundlich im Sinne von zugewandt, nicht im Sinne von nachlässig. Erst diese innere Freundlichkeit macht den Boden durchlässig genug, dass wieder etwas wachsen kann.

Geliehene Zuversicht

Als ich über dieses Essay nachdachte, fiel mir etwas auf, das ich lange übersehen hatte, obwohl es mitten in meinem Beruf liegt. Meine Zuversicht finde ich oft gar nicht allein wieder. Ich leihe sie mir.

Von einer Freundin, die am Telefon ruhig bleibt, während meine Gedanken sich überschlagen. Von einer Gruppe, in der ich mich für eine Stunde getragen fühle und in der ich nichts leisten muss. Von einem einzigen Blick, der mir sagt, dass ich gerade nicht allein bin. Von einem Menschen, der seine Ruhe behält, während ich meine verloren habe, und der mir nichts Aufmunterndes sagen muss, damit es wirkt.

Die Psychologie hat dafür ein nüchternes Wort: Co-Regulation. Lange bevor wir uns selbst beruhigen können, beruhigt uns die Nähe eines anderen Nervensystems, das in diesem Moment ruhiger ist als unseres. Unser Körper liest beständig die Signale der Menschen um uns herum, die Stimmlage, den Gesichtsausdruck, das Tempo des Atems, und er entscheidet daraufhin, ob er sich sicher fühlen darf. Der Neurowissenschaftler Stephen Porges hat für diese vorbewusste Einschätzung den Begriff Neurozeption geprägt. Wir spüren Sicherheit oder Gefahr, lange bevor wir darüber nachdenken. Und ein ruhiges Gegenüber ist eines der stärksten Signale für Sicherheit, das es gibt.

Schon als Säuglinge finden wir auf diese Weise in die Welt. Ein Kind kann sich nicht selbst beruhigen, es wird beruhigt, über Bindung, über Blicke, über die Stimme eines Menschen, der bleibt und der die Angst des Kindes aushält, ohne selbst in Panik zu geraten. Dieses frühe Muster verlässt uns nie ganz. Es ist die leise Voraussetzung dafür, dass wir uns später überhaupt einreden können, ganz allein stark zu sein. Die vermeintliche Selbstberuhigung des Erwachsenen ist in Wahrheit eine verinnerlichte Co-Regulation, die Stimme all der ruhigen Menschen, die uns einmal gehalten haben und die wir mit der Zeit nach innen genommen haben. Wie oft habe ich auf diese Weise schon wieder festen Boden gefunden!

Das hat für mich auch etwas Tröstliches in einer Zeit, in der so viel von Selbstoptimierung und innerer Stärke die Rede ist. Wer seine Zuversicht borgt, ist nicht schwach. Er ist genau so gebaut, wie Menschen gebaut sind. Wir sind durch und durch soziale Wesen, und unser Nervensystem ist auf Resonanz angelegt, auf das Mitschwingen mit anderen. Mir die Ruhe eines anderen Menschen zu leihen, ist keine Notlösung für schlechte Tage. Es ist die Art, wie wir überhaupt funktionieren.

Genau das kann mir kein Gerät geben. Ein Bildschirm formuliert mittlerweile Sätze, die klingen wie Trost, und manchmal helfen sie sogar ein Stück weit. Ein reguliertes Nervensystem leihen kann er mir nicht. Was zwischen zwei Menschen im selben Raum geschieht, dieses körperliche Mitschwingen, dieses wortlose Spüren von Sicherheit, bleibt etwas, das nur zwischen lebendigen Wesen entsteht.

Die geliehene Zuversicht hat allerdings auch eine Kehrseite, die ich nicht verschweigen möchte. Sie verpflichtet. Wenn ich mir die Ruhe anderer borge, dann darf ich nicht vergessen, sie zurückzugeben, sobald ich selbst wieder fester stehe. Es gibt Menschen, die immer nehmen, und es gibt solche, die sich leerschöpfen, weil sie für alle die Gefühle halten und niemanden haben, bei dem sie selbst unsicher sein dürfen. Co-Regulation lebt vom Hin und Her. Sie meint einen Kreislauf des Haltens, in dem mal der eine und mal der andere die emotional stabilere Seite ist. Und sie braucht ein Gespür dafür, wessen Nervensystemzustand ich mir borge. Von jemandem, der selbst am Rand steht, kann ich keine Sicherheit empfangen, und ich tue ihm Unrecht, wenn ich es trotzdem verlange.

Jemand, der an mich glaubt, wenn ich es selbst nicht kann

Es gibt eine besondere Gestalt der geliehenen Zuversicht, und sie liegt im Zentrum meiner Arbeit. In Therapie und Coaching ist das Borgen kein Zufall und keine Notlösung, sondern das Eigentliche, das dort geschieht. Ein Mensch kommt, der seine eigene Zuversicht gerade nicht findet, und für eine Weile halte ich sie an seiner statt.

Mir liegt dabei eine Überzeugung zugrunde, die ich kaum beweisen kann und an der ich dennoch festhalte. Ich glaube an eine Gesundheit in jedem Menschen, die unter allem Verletzten unversehrt bleibt. Eine Art innerer Kern, der leuchtet, auch wenn der Mensch selbst gerade nichts davon spürt und überzeugt ist, dieser Kern sei längst erloschen. Diese innewohnende Gesundheit ist nicht zu zerstören. Sie kann verschüttet sein unter Erschöpfung, unter alten Verletzungen, unter Mustern, die einmal sinnvoll waren und längst nicht mehr passen, und sie bleibt darunter dennoch ganz.

Was Therapie und Coaching im besten Fall leisten, hat darum wenig mit Reparatur zu tun. Niemand wird hier in Ordnung gebracht wie ein defektes Gerät. Es geht eher um die Bereitschaft, an diesen gesunden Kern zu glauben, solange der andere es nicht kann, und ihn zu hüten wie ein Feuer, das man durch eine kalte Nacht trägt, bis der Mensch sich wieder selbst daran wärmen kann. Ich bin zuversichtlich für jemanden, der es für sich selbst gerade nicht ist. Das ist keine Technik. Es ist eine Haltung, und sie überträgt sich, oft lange bevor sie in Worte gefasst wird.

So ist es auch mit Johanna. Ich bin zuversichtlich, dass sie aus dieser persönlich schwierigen Zeit gestärkt herausgeht. Dass sie wieder in Kontakt mit sich und mit der Welt kommt. Dass sie eines Tages erfährt, dass es im Leben mehr gibt, als bloß zu funktionieren. Sie spürt diese Zuversicht im Moment nicht, und das muss sie auch nicht, denn ich halte sie für sie, bis sie selbst wieder dazu in der Lage ist.

Wir sind noch mitten im Prozess, und es ist ein behutsames Vorangehen ohne Eile. Sie kommt inzwischen immer häufiger in Kontakt mit den Signalen ihres Körpers, mit jener leisen Sprache aus Anspannung, Müdigkeit und manchmal einem unerwarteten Aufatmen, die sie lange überhört hatte. Sie erforscht die Muster, die ihr im Weg stehen. Jene alten, automatischen Antworten, die einmal Schutz waren und sie heute von sich selbst entfernen. Und sie übt, die Pause zwischen Reiz und Reaktion zu verlängern, diesen schmalen Spalt, in dem aus einem bloßen Reflex eine Wahl werden kann. In diesem Spalt entscheidet sich, ob ein altes Muster sich wiederholt oder ob ein hilfreicheres an seine Stelle treten darf.

Das braucht Übung, im wörtlichsten Sinn. Niemand verändert ein Muster, das sich über Jahrzehnte eingeschliffen hat, mit einer einzigen Einsicht. Es braucht Wiederholung, Geduld und ein freundliches Auge für die Rückfälle, die dazugehören. Und es braucht jemanden, der an einen glaubt, wenn man es selbst nicht kann. Das gilt für meine Klientin, und es gilt, das gestehe ich offen, auch für mich. Selbst in der Rolle der Haltenden brauche ich Menschen, die mich halten, wenn meine eigene Zuversicht dünn wird. Vielleicht ist das die ehrlichste Wahrheit über dieses ganze Thema. Wir reichen einander das Vertrauen weiter, von Hand zu Hand, und keiner muss es allein erzeugen.

Wenn das Leihen nicht reicht

So sehr ich an die geliehene Zuversicht glaube, so wichtig ist mir, ihre Grenze zu benennen. Es gibt einen Unterschied zwischen einer schweren Phase und einer Dunkelheit, die sich wie ein Deckel über einen Menschen gelegt hat. Eine harte Zeit lässt sich oft mildern durch Nähe, durch die Wärme eines ruhigen Gegenübers, durch die kleinen Praktiken, von denen ich erzählt habe. Eine Depression, die einen Menschen fest im Griff hat, ist von anderer Art.

Wenn die Schwere mehr ist als ein vorüberziehendes Wetter, wenn sie über Wochen bleibt, den Schlaf nimmt, die Freude auslöscht und den Gedanken einflüstert, es werde nie wieder anders, dann kann die Nähe eines anderen Nervensystems ein Trost sein, eine Heilung ist sie dann nicht. In solchen Fällen wäre es eine falsch verstandene Zuversicht, jemandem zuzumuten, er müsse sich nur ein wenig fester halten lassen. Manchmal braucht es mehr, fachliche Begleitung, manchmal ärztliche Hilfe, manchmal Medikamente, die einem Menschen den Boden zurückgeben, auf dem alles andere überhaupt erst wirken kann.

Diese Grenze auszusprechen ist für mich selbst ein Akt der Zuversicht. Sie traut darauf, dass Hilfe existiert und wirkt, und dass niemand mit dem Schwersten allein bleiben muss. Ich sage das hier so deutlich, weil ich mir wünsche, dass kein Mensch, der diesen Text liest und sich in der schweren Variante wiedererkennt, allein damit bleibt. Es gibt Menschen, deren Beruf es ist, in genau dieser Dunkelheit zur Seite zu stehen. Sich an sie zu wenden, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern die vielleicht mutigste Form, die eigene Gesundheit ernst zu nehmen.

Wie haben die Menschen früher das geschafft?

Im gesellschaftlichen Gespräch taucht regelmäßig eine Frage auf, und in meiner Praxis stellen Menschen sie mir immer wieder. Wie haben die Trümmerfrauen das geschafft? Wie haben Menschen in Kriegen, in Lagern, in Hungerjahren ihre Zuversicht bewahrt, wo unsere heutigen Sorgen daneben fast klein wirken? In dieser Frage schwingt oft ein leiser Vorwurf an sich selbst mit. Wenn die das ausgehalten haben, warum falle ich dann schon bei so viel weniger auseinander?

Die Frage verdient eine ehrliche Antwort, und sie führt mitten hinein in das, was Zuversicht trägt und was sie untergräbt.

Zunächst der Gedanke, der am meisten entlastet. Ein großer Teil dessen, was uns die Zuversicht raubt, ist weniger der Mangel selbst als die Scham über den Mangel. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ich meine schwankende Zuversicht als persönliches Versagen lese, als fehlende Haltung, als Charakterschwäche, oder ob ich sie als nachvollziehbare Reaktion auf eine Lage verstehe, die mich gerade wirklich überfordert. Im ersten Fall trage ich zwei Lasten, die Schwere und die Selbstanklage darüber, dass ich sie nicht leichter trage. Im zweiten bleibt mir die Würde. Dazu kommt der zeitliche Unterschied, den ich für ebenso entscheidend halte. Wer den jetzigen Zustand für endgültig hält, verliert den Boden. Wer ihn als vorübergehend begreift, als eine Jahreszeit, die wieder wechselt, kann ihn ganz anders aushalten.

Und hier liegt vielleicht das eigentliche Geheimnis der so oft beschworenen früheren Stärke. Die Not war geteilt. Sie war sichtbar und gemeinsam, jeder sah sie jedem an. Niemand musste sich dafür schämen, am Ende zu sein, wenn alle am Ende waren. Geteilte Not nimmt der Verzweiflung das Gift der Selbstanklage, und sie gibt den Händen etwas zu tun. Vieles, was später als heroische Zuversicht erzählt wurde, war in Wahrheit das schlichte, gemeinsame Anpacken, das dem Tag eine Aufgabe gab, während der Kopf keine Hoffnung fand. In diesem Tun liegt eine eigene Kraftquelle, die Erfahrung, dass mein Handeln etwas bewirkt und ich nicht ohnmächtig bin. Diese Selbstwirksamkeit kommt oft vor dem guten Gefühl und ebnet ihm den Weg.

Bei aller Bewunderung möchte ich diese Generationen nicht zu Heldinnen verklären, denn das wäre weder wahr noch hilfreich. Vieles, was wie Zuversicht aussah, war Überleben im Funktionsmodus. Es war Verdrängung, eine Betäubung, die das Weitermachen ermöglichte und einen hohen Preis hatte. Viele dieser Menschen waren tief verletzt, ohne dass es dafür ein Wort, eine Diagnose oder eine Behandlung gab. Das Schweigen am Esstisch, die emotionale Härte, die Schreckhaftigkeit, die Mühe mit Nähe gehörten für eine ganze Generation zum Alltag, unbenannt und unbearbeitet. Was wir an diesen Menschen bewundern, sollten wir also genau ansehen. Manches daran ist ein Vorbild. Manches daran ist eine Wunde, die nie versorgt wurde.

Und damit stellt sich eine Frage, die mich nicht loslässt. Wirkt das nicht bis in uns hinein weiter? Wenn Zuversicht in Beziehung entsteht, dann kann in Beziehung ebenso ihr Gegenteil weitergegeben werden. Die unausgesprochene Angst einer Großmutter, das „man hat nicht zu klagen“ eines Großvaters, die Enge eines Hauses, in dem Gefühle keinen Platz hatten, prägen das Klima, in dem Kinder und Enkel aufwachsen, oft ohne dass jemand davon weiß. Dass sich Verletzung auf diese Weise über Bindung, Erziehung und das emotionale Klima einer Familie weiterreicht, gilt in der Psychologie als gut belegt.

Aus all dem folgt für mich am Ende etwas zutiefst Tröstliches. Dieselbe Kette, die das Schwere weiterreicht, ist die Kette, an der wir es lösen können. Wenn sich über Beziehung Verletzung überträgt, dann überträgt sich über Beziehung auch Heilung. Vielleicht dürfen wir die Generation sein, die manche dieser alten Muster bewusst anschaut und unterbricht, die wieder lernt zu fühlen, zu benennen und um Hilfe zu bitten. Das ist kein Verrat an den Großeltern, die taten, was sie konnten. Es ist die späte Einlösung dessen, wofür ihnen die Sprache fehlte.

Warum Zuversicht mehr aushält als Optimismus

An dieser Stelle ist mir eine Unterscheidung wichtig geworden, die im Alltag fast nie gemacht wird, obwohl alles an ihr hängt. Zuversicht und Optimismus sind nicht dasselbe.

Der Optimist sagt: Es wird schon gut ausgehen. Er braucht das gute Ende, um durchzuhalten, und solange er daran glauben kann, ist er stark. Sobald die Lage dieses gute Ende nicht mehr hergibt, bricht der Optimismus zusammen, und übrig bleibt oft eine besonders bittere Enttäuschung. Wer sich an ein Versprechen geklammert hat, fällt tiefer, wenn das Versprechen sich nicht hält.

Zuversicht sagt etwas Trotzigeres und Verlässlicheres. Ich weiß nicht, ob es gut ausgeht, und ich handle dennoch so, als lohne sich das Handeln. Sie braucht keine Garantie. Sie ist die Bereitschaft, den nächsten Schritt zu tun, ohne das Ende zu kennen, und gerade weil sie ohne dieses Versprechen auskommt, lässt sie sich auch durch keine schlechte Nachricht widerlegen.

Der amerikanische Offizier James Stockdale, der jahrelange Folter in nordvietnamesischer Kriegsgefangenschaft überlebte, hat das später in ein Bild gefasst, das der Unternehmensforscher Jim Collins bekannt gemacht hat. Wer im Lager nicht durchhielt, waren ausgerechnet die Optimisten. Sie sagten sich, bis Weihnachten seien sie frei, und als Weihnachten kam und wieder ging, dann Ostern, dann erneut Weihnachten, zerbrachen sie an der immer neuen Enttäuschung. Überlebt haben jene, die eine nüchterne, fast schonungslose Sicht auf ihre Lage mit dem unerschütterlichen Vertrauen verbanden, am Ende nicht zu zerbrechen. Diese Mischung aus klarem Blick und tiefem Vertrauen ist näher an dem, was ich Zuversicht nenne, als jeder verordnete Zwangsoptimismus.

Für Johanna bedeutete das eine kleine, aber spürbare Verschiebung. Solange sie auf das Gefühl wartete, dass alles wieder gut wird, blieb sie machtlos, weil dieses Gefühl sich nicht erzwingen lässt. In dem Moment, in dem sie aufhörte, ein bestimmtes Ergebnis zu verlangen, und sich stattdessen fragte, was jetzt der nächste stimmige Schritt sei, kehrte ein kleines Stück Handlungsfähigkeit zu ihr zurück.

Was wir von klugen Köpfen über Hoffnung lernen können

Als ich über Zuversicht nachdachte, wollte ich nicht nur bei meiner eigenen Erfahrung stehen bleiben. Ich wollte wissen, was andere vor mir über Hoffnung, Sinn und Durchhalten gesagt haben, Menschen, für die das keine Frage am Schreibtisch war. Viele von ihnen lebten unter Bedingungen, in denen Hoffnung alles andere als selbstverständlich war.

Je länger ich mich damit beschäftigt habe, desto deutlicher wurde mir: Die entscheidende Linie verläuft nicht zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Sie verläuft zwischen einer Hoffnung, die auf ein gutes Ende wartet, und einer Hoffnung, die mitten in der Wirklichkeit handlungsfähig bleibt.

Die Stoiker setzen genau dort an. Statt zuerst zu fragen, ob die Welt so wird, wie ich sie mir wünsche, fragen sie, was in meinem Einfluss liegt und was nicht. Vieles, das uns nachts wach hält, gehört in die zweite Kategorie, die Meinung anderer, der Lauf der großen Ereignisse, die Vergangenheit, das Wetter von morgen. Was bleibt, ist oft kleiner, als die Angst es uns glauben macht, und zugleich genug. Mein nächstes Gespräch. Meine Aufmerksamkeit. Die Art, wie ich auf das reagiere, was mir widerfährt. Diese Unterscheidung klingt einfach und ist die Arbeit eines ganzen Lebens, und ich übe sie noch immer, jeden Tag aufs Neue.

Bei Viktor Frankl, dem Wiener Psychiater und Begründer der Logotherapie, verschiebt sich diese Frage noch einmal. Wenn Sicherheit brüchig wird, bleibt Sinn. Frankl hat aus eigener, bitterster Erfahrung beschrieben, dass ein Mensch fast jedes Wie ertragen kann, wenn er ein Wofür kennt, ein Gedanke, den er von Nietzsche übernahm und mit seinem Leben beglaubigte. Sicherheit lässt sich uns nehmen, von einem Tag auf den anderen. Die Entscheidung, wofür wir das alles auf uns nehmen, kann uns niemand nehmen. Frankls tragischer Optimismus hat nichts von fröhlicher Beschwichtigung. Er ist ein Ja zum Leben, das die Tragik kennt und sich trotzdem nicht von ihr widerlegen lässt.

Erich Fromm, Psychoanalytiker, Sozialpsychologe und einer der bedeutendsten humanistischen Denker des 20. Jahrhunderts, führt diesen Gedanken aus einer anderen Richtung weiter. Für ihn meint Hoffnung weniger eine Vorhersage über die Zukunft als eine Haltung in der Gegenwart. Er unterschied die wartende Hoffnung, die mit verschränkten Armen darauf harrt, dass sich etwas von selbst zum Guten wendet, von einer aktiven Hoffnung, die sich am Leben beteiligt. Diese tätige Hoffnung ist eine innere Bereitschaft, dem Möglichen entgegenzugehen, auch ohne Garantie auf ein gutes Ende. Sie verlegt die Hoffnung aus der Zukunft, über die wir keine Macht haben, in die Gegenwart, in der wir handeln können.

An dieser Stelle passt die politische Denkerin Hannah Arendt für mich beinahe selbstverständlich dazu. Sie hat einem Gedanken einen Namen gegeben, der mich seit Langem begleitet, die Natalität. Mit jedem Menschen, der geboren wird, kommt die Fähigkeit in die Welt, etwas Neues anzufangen, und diese Fähigkeit verliert sich nicht mit der Kindheit. Wir bleiben Wesen, die beginnen können, mitten in scheinbar festgefahrenen Lagen. Für mich ist das die philosophische Wurzel des nächsten Schritts, von dem dieser Text immer wieder spricht. Solange ich handeln kann, und sei es im Kleinsten, ist kein Zustand endgültig.

Bei Václav Havel schließlich wird die Hoffnung am deutlichsten vom Optimismus getrennt. Als Dissident und späterer Präsident wusste er, wie sich aussichtsloses Handeln anfühlt. Hoffnung lag für ihn weniger in der Erwartung, dass etwas gut ausgeht, als in der Gewissheit, dass es einen Sinn hat, ganz gleich, wie es endet. Für mich übersetzt sich das in einen schlichten Satz: Hoffnung heißt, das Richtige zu tun, auch wenn die Dinge dadurch noch nicht besser werden. Wer so hofft, kann auch dann weitermachen, wenn nichts auf ein gutes Ende deutet, weil sein Tun den eigenen Wert in sich selbst trägt und ihn nicht erst vom Ergebnis geliehen bekommt.

Vielleicht ist das der Punkt, an dem all diese Gedanken zusammenlaufen. Was in meiner Macht steht, ist immer nur das, was ich tue, und mein Tun reicht nie weiter als bis zum heutigen Tag. Das klingt nach wenig und ist in Wahrheit ein Geschenk, denn der heutige Tag ist erreichbar, hier und jetzt, während die große Zukunft sich jedem Zugriff entzieht. Während die Sorge sich an einem Morgen festkrallt, der noch gar nicht da ist, liegt das Einzige, was ich wirklich bewegen kann, ganz ruhig vor mir, der nächste Handlungsschritt.

Zuversicht hat ihre eigene Zeit

Eines musste ich erst lernen, und ich lerne es immer wieder. Zuversicht kehrt selten auf Kommando zurück und fast nie nach Plan. Sie kommt wieder wie das Licht im ausgehenden Winter, in Minuten pro Tag, so langsam, dass man es im Moment kaum bemerkt und erst nach Wochen feststellt, dass die Abende wieder heller geworden sind.

Das macht die Sache unbequem, weil wir es gewohnt sind, Ergebnisse zu erzwingen. Wir wollen die Veränderung heute, das gute Gefühl jetzt, und wir werten es als Versagen, wenn beides ausbleibt. Doch unser Nervensystem lässt sich nicht antreiben wie ein säumiges Projekt. Es hat sein eigenes Tempo, und Geduld ist hier keine fromme Tugend, sondern schlicht der Respekt vor der Art, wie sich Heilung tatsächlich vollzieht.

Genau deshalb ist Übung so entscheidend, und genau deshalb spreche ich mit meinen Klient*innen so oft darüber. Eine einzelne Einsicht verändert wenig. Was verändert, ist die Wiederholung, das hundertfache geduldige Zurückkehren zum nächsten kleinen Schritt, auch und gerade dann, wenn kein Fortschritt zu sehen ist. Der Spalt zwischen Reiz und Reaktion weitet sich nicht in einem großen Moment der Erleuchtung, er weitet sich Millimeter um Millimeter, über unzählige unscheinbare Wiederholungen. Wer das weiß, hört auf, sich für seine Langsamkeit zu verurteilen, und beginnt, dem eigenen Weg zu trauen, auch wenn er sich gerade im Dunkeln verliert.

Vertrauen in den Prozess heißt für mich, weiterzugehen, ohne den Boden zu sehen, im Wissen, dass viele Menschen vor mir genau diesen unsichtbaren Boden gefunden haben. Es ist eine leise, beharrliche Form der Zuversicht, vielleicht die erwachsenste von allen.

Zuversicht wächst auch in Beziehung zur Welt

Ich habe gesagt, dass Zuversicht in Beziehung entsteht, zu mir selbst, zu anderen Menschen und zur Welt. Über die ersten beiden habe ich ausführlich geschrieben. Die dritte Beziehung ist die, die in schweren Zeiten als Erste verkümmert, und vielleicht gerade deshalb verdient sie eine eigene Aufmerksamkeit.

Wenn die Zuversicht schwindet, ziehen wir uns zurück. Wir werden kleiner, der Radius schrumpft, die Welt draußen erscheint zu laut, zu fordernd, zu gefährlich. Dieser Rückzug ist zutiefst verständlich, und er verstärkt zugleich genau das, wovor er schützen soll. Wer sich von der Welt abschneidet, schneidet sich auch von den Quellen ab, aus denen Zuversicht zurückfließen könnte. Die Einsamkeit, die als Schutz beginnt, wird mit der Zeit selbst zur Last.

Bei Johanna beobachte ich, wie heilsam die Gegenbewegung wirkt, und wie behutsam sie sein muss. Sie kommt nicht nur wieder in Kontakt mit sich selbst, sondern langsam auch mit der Welt um sie herum. Ein Spaziergang, auf dem sie zum ersten Mal seit langer Zeit bemerkt, dass die Jahreszeit gewechselt hat. Ein Gespräch mit einer Nachbarin, das länger dauert als beabsichtigt. Eine kleine Aufgabe, die sie für jemand anderen übernimmt und an der sie spürt, dass ihr Tun ein Gewicht hat. Diese Wiederannäherung geschieht in winzigen Dosen, und jede einzelne ist ein leiser Widerspruch gegen die Stimme, die sagt, es lohne sich nicht mehr.

Zuversicht kehrt oft weniger durch große Vorsätze zurück als durch eine einzige konkrete Handlung, deren Ausgang ich nicht in der Hand habe. Etwas zu pflanzen, ohne zu wissen, ob es gedeiht. Einem einzigen Menschen zu helfen, ohne die ganze Not der Welt zu lindern. Eine kleine Sache in Ordnung zu bringen in einer Lage, die sich im Großen nicht ordnen lässt. Genau hier werden Fromms tätige Hoffnung und der nächste stoische Schritt aus blasser Theorie zu etwas Erfahrbarem. Die Welt antwortet, oft unscheinbar, und in dieser Antwort liegt die Erfahrung, dass mein Handeln zählt, auch wenn ich das Ergebnis nicht erzwingen kann.

Daneben gibt es eine andere Form der Wiederverbindung. Unter einem klaren Nachthimmel zu stehen, vor dem Meer, in einem alten Wald, und für einen Moment zu spüren, dass ich Teil von etwas bin, das meine eigene Sorge weit übersteigt. Das verkleinert die Probleme nicht, doch es setzt mich selbst in ein anderes Verhältnis zu ihnen. Es liegt eine seltsame Erleichterung darin, eingebettet zu sein in ein Ganzes, das schon unzählige Stürme überdauert hat und trotzdem noch da ist. Wer das spürt, trägt seine Last für einen Augenblick nicht mehr allein, sondern überlässt sie für eine Weile dem weiten Rücken der Welt.

Die Beziehung zur Welt steht der Sorge um sich selbst darum nicht entgegen, sie vollendet sie. Wir kommen zu uns selbst nach Hause, indem wir auch wieder hinausgehen. Und für Johanna, die mir am Anfang sagte, sie wisse nicht mehr, wofür sie das alles tue, liegt vielleicht genau hier eine Antwort, die sie sich nicht ausdenken, sondern nur Schritt für Schritt wieder erleben kann.

Lebensfreude ist kein Luxus

Bisher klang Zuversicht in diesem Text oft nach Anstrengung, nach Aushalten, Weitergehen, Mut. Das ist wahr, und gleichzeitig ist es unvollständig. Denn Zuversicht braucht eine Quelle, aus der sie sich speist, sonst versiegt sie unter lauter Durchhalten. Diese Quelle ist für mich die Freude am Leben. Wer noch etwas hat, das ihn trägt und nährt, hält das Schwere länger aus, und manchmal ist es gerade ein Augenblick echter Freude, der die Zuversicht überhaupt erst zurückbringt.

Diesen Gedanken, dass die Freude die Zuversicht nährt, haben kluge Stimmen lange vor mir gedacht. Die Denker, die mich bis hierher begleitet haben, Frankl, Fromm, Havel, sprechen vor allem von Sinn, von Haltung und vom Durchhalten. Das ist kostbar, und es ist die eine Hälfte. Daneben stehen andere Stimmen, die der schlichten Freude am Leben dieselbe Würde geben, und in diese Linie stelle ich mich gern.

Epikur hat seine ganze Lebenskunst auf der Freude gegründet, auf den einfachen Freuden vor allem, einem Gespräch unter Freunden, einem bescheidenen Mahl, dem Gleichmut eines stillen Tages. Und die buddhistische Tradition kennt die Mudita, die Mitfreude am Glück anderer, als eine der vier großen Herzenshaltungen, neben dem Mitgefühl, das in meiner Arbeit ohnehin zu Hause ist. Diese Stimmen bereichern die Suche nach Sinn, indem sie ihr etwas hinzufügen, das sie braucht, um lebendig zu bleiben.

Denn es gibt eine Freude, die kein bloßes Beiwerk ist. Ein Sprung ins kühle Wasser an einem Sommermorgen, ein Stück Musik, das mich von innen weitet, das Lachen mit einem Menschen, den ich mag, das Licht, das durch Blätter fällt, der Geschmack einer reifen Frucht. Solche Augenblicke wirken klein neben den großen Worten von Sinn und Haltung, und doch tragen sie mich oft am verlässlichsten.

Lange habe ich solche Momente für eine Belohnung gehalten, die man sich verdient, wenn die eigentliche Arbeit getan ist. Inzwischen sehe ich sie als Nahrung. Die Psychologin Barbara Fredrickson hat in ihrer Forschung beschrieben, wie positive Gefühle unseren inneren Möglichkeitsraum weiten, statt ihn zu verengen. An schweren Tagen schrumpft alles zusammen auf die eine Bedrohung, der Blick wird eng, das Denken kreist. Ein Moment echter Freude öffnet die Tür wieder einen Spalt, und durch diesen Spalt strömt mehr herein als nur ein gutes Gefühl. Es kommen neue Gedanken, Verbindungen, Handlungsmöglichkeiten, die im engen Zustand der Angst gar nicht sichtbar waren.

Zu dieser Lebensfreude gehört für mich eine Schwester, die genauso unterschätzt wird, die Dankbarkeit. Sie hat wenig mit Pflichtübung oder erzwungenem Positivdenken zu tun, das die Schwere übertüncht. Im Kern ist sie die schlichte Bewegung, den Blick für einen Moment auf das zu richten, was trotz allem da ist. Ein Dach über dem Kopf, ein Mensch, der anruft, der erste Schluck Kaffee am Morgen. An schweren Tagen zieht die Angst meinen Blick wie ein Magnet auf das, was fehlt und bedroht. Dankbarkeit dreht ihn behutsam zurück, ohne das Schwere zu leugnen, hin zu dem, was es überlebt hat. Ein paar Dinge am Abend, für die ich dankbar bin, klingen fast zu einfach, um zu wirken, und doch verschieben sie über Wochen leise, worauf mein Inneres sich von selbst ausrichtet.

Mir ist bewusst, dass Freude in schweren Zeiten manchmal wie ein Verrat erscheint. Wie darf ich glücklich sein, wenn anderswo so viel Leid ist? Diese Frage ist ernst, und ich nehme sie ernst. Trotzdem glaube ich, dass eine erschöpfte, freudlose Helferin niemandem nützt. Wer für andere da sein will, über lange Zeit, braucht eigene Quellen, an denen er wieder volltrinkt. In diesem Sinn ist die bewusste Freude an der Natur, an Schönheit, an Musik und an Freundschaft keine Flucht aus der Verantwortung, sondern eine ihrer Bedingungen. Sie nährt genau die Substanz, aus der Zuversicht überhaupt erst entstehen kann. Wer das Leben noch schmecken kann, hält länger durch.

Bleibt der Humor, die vielleicht am meisten unterschätzte Quelle von Zuversicht und zugleich eine der zähesten. Viktor Frankl hat beschrieben, dass selbst im Lager der Humor eine Waffe der Seele blieb, ein winziger Akt innerer Freiheit, sich für einen Moment über die eigene Lage zu erheben.

Zäh ist der Humor, weil er von außen nichts braucht. Er wartet nicht darauf, dass die Umstände besser werden, er verlangt keine Lösung und kein gutes Ende. Er greift gerade dann, wenn alles andere versagt, weil er die Lage stehen lässt, wie sie ist, und allein meine Haltung zu ihr verschiebt. Ein Witz über die eigene Verzweiflung nimmt ihr nichts von ihrer Wirklichkeit und doch etwas von ihrer Größe. Plötzlich bin ich nicht mehr ganz in ihr gefangen, ich stehe einen Schritt daneben und sehe sie an. Diesen Schritt kann mir niemand nehmen, und keine noch so schwere Lage besetzt ihn ganz.

Wer noch lachen kann, und sei es unter Tränen, hat sich genau diesen Spielraum bewahrt, in dem die Not nicht mehr das Einzige ist. Humor leugnet sie nicht, er setzt sich neben sie und flüstert ihr zu, dass sie nicht alles ist. Und das befreiende Lachen mit einem Menschen, der dasselbe durchmacht, ist eine der schnellsten Formen der Co-Regulation, die ich kenne. In einem gemeinsamen Lachen entspannen sich zwei Nervensysteme zugleich, und für einen Atemzug ist die Last geteilt.

Meine Antwort auf die Frage der Blogparade

Was hilft mir also, wenn die Zuversicht ins Wanken gerät? Wenn ich alles zusammennehme, was über die Jahre für mich tragfähig geworden ist, sind es ein paar sehr konkrete Dinge, und keines davon ist großartig oder originell. Vielleicht liegt gerade darin ihre Kraft.

Ich erinnere mich daran, dass mein Blick auf die Welt begrenzt ist und dass meine Angst lauter spricht als die Zahlen. Das macht die Schwere nicht kleiner, aber es nimmt ihr die Endgültigkeit. Was sich gerade wie die ganze Wahrheit anfühlt, ist oft nur die lauteste Stimme im Raum.

Ich höre auf, das Wanken selbst als mein Versagen zu lesen. Wenn die Zuversicht schwankt, ist das eine menschliche Antwort auf zu viel, kein Mangel an Charakter, und ich teile sie mit mehr Menschen, als ich ahne, oft über Generationen hinweg. Diese Erlaubnis, gerade nicht zuversichtlich sein zu müssen, nimmt der Schwere die zweite, selbstgemachte Hälfte.

Ich komme zurück in meinen Körper, bevor ich versuche, mir irgendetwas zurechtzudenken. Ein paar tiefe Atemzüge, ein Spaziergang, das Spüren des Bodens unter den Füßen. Solange mein Nervensystem im Alarm steht, ist jedes kluge Argument verschwendet. Zuerst der Körper, dann der Verstand.

Ich suche die Nähe von Menschen, bei denen ich meine Zuversicht eine Weile ausleihen darf. Ich gestehe mir zu, dass ich das nicht immer allein hinbekomme, und ich bitte um Gesellschaft, manchmal ohne ein Wort über das zu verlieren, was mich bedrückt.

Manchmal lasse ich zu, dass jemand an mich glaubt, wenn ich es selbst gerade nicht kann. Und ich versuche, dieser Mensch für andere zu sein, wenn die Reihe an mir ist, das Vertrauen zu halten.

Ich frage mich seltener, ob alles gut wird, und häufiger, was jetzt mein nächster stimmiger Schritt ist. Die große Frage nach dem Ausgang lähmt mich, die kleine Frage nach dem nächsten Schritt bringt mich in Bewegung. Und Bewegung ist beinahe immer der Anfang von Zuversicht.

Meine Lebensfreude nähre ich bewusst und ohne schlechtes Gewissen. Ich gehe Schwimmen im Freibad, ich höre meine Lieblingsmusik, ich verabrede mich mit Freundinnen, ich gehe in die Natur und lasse mich von Schönheit überraschen. Nicht erst, wenn alles erledigt ist, sondern gerade dann, wenn wenig erledigt scheint.

Was ich Johanna wünsche

Für Johanna hoffe ich weniger, dass alle ihre Probleme verschwinden. Das Leben hält sich selten an unsere Wünsche, und ein solches Versprechen könnte ich ihr ohnehin nicht geben. Im Augenblick bin ich es, die ihre Zuversicht für sie hält, hier in unseren gemeinsamen Stunden, solange ihr die eigene noch fehlt. Mein Wunsch geht aber weiter: dass sie nach und nach auch in ihrem eigenen Umfeld zulässt, sich halten zu lassen, von Menschen, die ihr nahe sind, wenn sie sich selbst fern ist. Und dass sie immer öfter spürt, wie ihre eigene Zuversicht sich leise zurückmeldet, in kleinen Schritten, lange bevor irgendetwas gelöst ist.

Ich sehe ihre Fortschritte, auch wenn sie selbst sie noch nicht sieht. Wir sind noch unterwegs, und das ist gut so, denn solche Wege lassen sich nicht abkürzen. Zuversicht wartet ja nicht als fertiger Zustand am Ziel auf uns. Sie wächst schon unterwegs, mit jedem Schritt, den Johanna geht, auch mit den kleinen und den zögerlichen.

Vielleicht ist genau das am Boden des Krugs zurückgeblieben. Etwas Schlichtes und Verlässliches, das ohne große Versprechen auskommt. Das, was wir füreinander sein können, wenn einer den Halt verliert und ein anderer ihn eine Weile mithält, bis er wieder allein stehen kann. Zuversicht in schwierigen Zeiten ist für mich am Ende kein einsamer Heldenmut. Sie ist das leise Vertrauen darauf, dass wir einander halten, abwechselnd, immer wieder, so lange es eben braucht.

Und was hilft dir?

Das ist meine vorläufige Antwort auf die Frage meiner Blogparade „Zuversicht in schwierigen Zeiten: Was trägt dich, wenn sie ins Wanken gerät“. Vorläufig deshalb, weil ich glaube, dass Zuversicht nichts ist, was wir ein für alle Mal abschließend klären. Sie verändert sich mit dem Leben, mit unseren Erfahrungen und mit den Menschen, die uns begleiten.

Jetzt würde ich gern deine Antwort hören: Was trägt dich, wenn deine Zuversicht ins Wanken gerät? Worauf greifst du zurück, wenn du sie gerade nicht allein findest?

Ich freue mich sehr, wenn du deine Gedanken unten in den Kommentaren teilst. Und wenn du selbst schreibst, im eigenen Blog oder anderswo, bist du herzlich eingeladen, mit einem eigenen Beitrag an meiner Blogparade teilzunehmen. Hier findest du alle Informationen dazu.

2 responses to “Zuversicht in schwierigen Zeiten – Das hilft mir, wenn sie ins Wanken gerät”

  1. Avatar von Stella
    Stella

    Liebe Pia,
    ich danke dir von Herzen für diesen Artikel! Er enthält so viel Wissen und Hintergrund-Informationen, die ich erstmal auf mich wirken lasse … und mich daran erinnere, wieder darauf zurückzukommen wenn meine Zuversicht ins Wanken gerät.

    Besonders begeistert hat mich deine Beschreibung der geborgten Zuversicht und besonders gerne habe ich die Geschichte zur Pandora gelesen.

    Alles Liebe
    Stella

    1. Avatar von Pia Hübinger

      ich danke dir für diesen schönen Kommentar!

      Es freut mich sehr, dass dich gerade die Idee der geliehenen Zuversicht berührt hat. Seit ich diesen Gedanken für mich entdeckt habe, begleitet er mich immer wieder – auch ganz persönlich. Er nimmt so viel Druck heraus. Wir müssen nicht jederzeit stark, klar und hoffnungsvoll sein. Manchmal reicht es, wenn wir einen Menschen haben, der für uns an uns glaubt, bis wir wieder selbst festen Boden unter den Füßen spüren.

      Und wie schön, dass dir auch die Geschichte von Pandora gefallen hat. Mich fasziniert an diesem Mythos, dass ausgerechnet das, was am Boden des Kruges zurückbleibt, bis heute so unterschiedlich gedeutet wird. Vielleicht liegt genau darin seine Kraft: Er lädt uns ein, unsere eigene Antwort auf die Frage zu finden, was uns in schwierigen Zeiten trägt.

      Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, den Artikel zu lesen und mir deine Gedanken dazulassen.

      Von Herzen
      Pia

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Ich bin Diplompädagogin, psychologische Beraterin und Karuna-Trainerin im Rhein-Sieg-Kreis.

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