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Das Heimweh, das ein Hund weckt

Pia Hübinger mit ihrer schokobraunen Labradorhündin Juno – Zugehörigkeit ohne Bedingungen

Über Zugehörigkeit und warum dieser Essay vielleicht nicht (nur) von einem Labrador erzählt

Katja Hammerschmidt hat zu einer Blogparade eingeladen: „Was ich von meinem Tier gelernt habe“. Als ich den Aufruf las, wusste ich sofort, was ich schreiben würde. Über Juno, unsere stets freundliche Labradorhündin. Darüber, dass Hunde im Hier und Jetzt leben und wir Menschen das verlernt haben. Doch je länger ich darüber nachdachte, desto unbehaglicher wurde mir. Woher weiß ich eigentlich, dass Juno im Jetzt lebt? Vielleicht weiß ich über ihre Innenwelt so gut wie nichts. Vielleicht erzähle ich gleich mehr über mich als über sie.

Ich schreibe diesen Text trotzdem. Oder vielmehr deshalb.

Es ist Sommer. Wir verbringen ihn in einem Ferienhaus an der Küste, und an diesem Mittag fahren wir ohne Juno los: An den Strand unterhalb der rosa Granitfelsen dürfen tagsüber keine Hunde. Sie begleitet uns wie immer zur Eingangstür, ganz gelassen, und ich ertappe mich dabei, wie ich in diese Gelassenheit etwas hineinlese – dass sie mitwill, dass sie es ungerecht findet, dass da ein leiser Vorwurf in ihrem Blick liegt. Vielleicht stimmt das. Vielleicht ist sie auch eine Hündin, die zur Tür mitgeht, weil sie immer zur Tür mitgeht. Die Tür fällt zu, und die Rollen sind seltsam verteilt: Juno bleibt mit ihrer Ruhe im Haus zurück, und ich nehme ihren gedachten Vorwurf mit an den Strand.

Merkwürdig eigentlich, wer von uns beiden hier etwas nicht loslassen kann.

Der zweite Pfeil bleibt im Köcher

Der Nachmittag ist schön. Trotzdem wandern meine Gedanken immer wieder zurück ins Ferienhaus. Ob sie wartet? Ob sie enttäuscht ist? Ich kenne Juno seit fast sieben Jahren, und wenn ich ehrlich bin, ahne ich die Antwort: Falls es überhaupt eine Enttäuschung gab, hat sie ungefähr so lange gedauert wie das Geräusch unseres Autos, das sich entfernt. Was sie danach gemacht hat, werde ich nie erfahren. Vermutlich hat sie geschlafen. Die Einzige, die an diesem Nachmittag an der Enttäuschung festhält, bin ich – an einer Enttäuschung, die es womöglich nie gegeben hat, außer in meinem Kopf.

Ich kenne das gut. Die Verabredung, die ich absage und die in mir noch tagelang nachhallt. Das schwierige Gespräch, das ich im Geist wieder und wieder durchgehe, mit immer derselben Anklage: dass ich es hätte besser führen müssen. Das Gespräch ist längst vorbei. Nur in mir geht es weiter.

Dabei ist Enttäuschung für Juno kein fremdes Terrain. Unser Alltag mit drei Kindern und Hund ist ein einziges Abwägen von Bedürfnissen, und oft ist es ihres, das hinten ansteht. Mitten im Spaziergang klingelt das Telefon: die Schule, mein Sohn ist verletzt, ich muss ihn abholen. Der Spaziergang endet auf halber Strecke – Bedürfnis gegen Bedürfnis, und ihres verliert. Falls Juno das etwas ausmacht, dauert es kürzer als mein schlechtes Gewissen darüber.

Im Buddhismus gibt es für diesen Mechanismus ein altes Bild. Ein Schmerz trifft uns wie ein Pfeil; das ist das Leben, es lässt sich nicht vermeiden. Doch dann schießen wir selbst einen zweiten Pfeil hinterher: die Geschichte über den Schmerz, den Vorwurf, das Grübeln, die Schuldfrage. Wenn ich Juno beobachte, scheint sie keinen zweiten Pfeil hinterherzuschicken. Ich dagegen reise mit ganzen Köchern davon in den Urlaub!

Sie kennt Enttäuschung, aber keine Kränkung. Das ist ein größerer Unterschied, als er zunächst wirkt: Kränkung braucht ein Selbstbild, das beschädigt werden kann. Psychologisch entsteht sie meist dort, wo eine Situation an einen alten Glaubenssatz rührt – „ich werde übergangen“, „ich zähle nicht“ –, und fast immer ist dieser Satz älter als die Situation, die ihn gerade weckt. Deshalb schmerzt eine Absage manchmal drei Tage lang: Wir antworten gar nicht auf den Anlass, wir antworten auf unsere Geschichte. Juno hat kein Bild von sich, mit dem die Wirklichkeit sich anlegen könnte. Ihr fehlt der innere Ankläger, und deshalb fehlt ihr auch der innere Angeklagte. Sie führt keinen Krieg gegen sich selbst.

Man sagt gern, Hunde könnten alles verzeihen. Ich glaube inzwischen: Sie verzeihen gar nicht. Verzeihen braucht Erinnerung, ein Urteil und die bewusste Entscheidung gegen dieses Urteil – und wer nichts nachträgt, hat nichts zu verzeihen. Die Fähigkeit, nachtragend zu sein, ist offenbar der Preis für die Fähigkeit, verzeihen zu können. Von den beiden Wesen an dieser Ferienhaustür beherrscht das nur eines, und es ist das ohne Fell.

Sie antwortet mit Nähe

Als wir am Abend zurückkommen, wedelt Juno wie wild und wirft sich mir vor die Füße auf den Rücken. In der ungewohnten Umgebung war das Alleinsein offenbar schwerer als zu Hause. Und von diesem Moment an weicht sie mir nicht mehr von der Seite.

Ich muss das einen Augenblick festhalten, weil es so leicht zu übersehen ist: Wir haben sie zurückgelassen, und sie antwortet mit Nähe. Die menschliche Antwort auf Zurückgelassenwerden kenne ich gut, auch von mir selbst. Sie heißt Rückzug, sie heißt Schweigen, das manchmal schützen, manchmal strafen soll, sie heißt: erst mal abwarten, ob die anderen merken, was sie getan haben. Juno hingegen wirft sich auf den Rücken und zeigt mir den Bauch.

Die Bindungsforschung hat für diesen Unterschied ein ganzes Vokabular. In Mary Ainsworths berühmten Trennungs-Experimenten zeigte sich: Sicher gebundene Kinder tun nach der Wiedervereinigung genau das, was Juno tut. Sie suchen Nähe, lassen sich beruhigen und wenden sich dann wieder der Welt zu. Die anderen Muster kennen wir ebenfalls, meist aus dem eigenen Leben: so tun, als wäre nichts gewesen. Oder Nähe suchen und gleichzeitig strafen. Das Berührende daran ist für mich, dass diese Muster einmal kluge Anpassungen waren, die beste Lösung, die ein Kind für die Beziehungen finden konnte, die ihm zur Verfügung standen. Der Rückzug, das strafende oder schützende Schweigen: alles ehemalige Überlebenskunst. Juno hatte das Glück, nie eine zu brauchen.

Irgendetwas in mir wird an dieser Tür ruhig, noch bevor ich einen klaren Gedanken fassen kann. Beziehung, das merke ich in solchen Momenten, ist zuerst ein Körpergeschehen; die Worte kommen später dazu. Die Psychologie nennt diesen Vorgang Co-Regulation: Ein Nervensystem beruhigt das andere, lange bevor der Verstand mitredet.

Das Heimweh

Es wäre leicht, an dieser Stelle zu schreiben, Juno liebe bedingungslos. Aber das Wort führt in die Irre. Bedingungslosigkeit setzt voraus, dass Bedingungen überhaupt denkbar wären – und in Junos Welt gibt es sie vermutlich gar nicht. Sie liebt nicht trotz allem; das Trotz existiert bei ihr nicht. Sie muss sich ihren Platz in unserer Familie nicht verdienen, und, das ist der Punkt, an dem es aufhört, ein Hundethema zu sein: Sie käme nie auf die Idee, dass man das müsste.

Und ich? Wann habe ich eigentlich angefangen zu glauben, dass Zugehörigkeit verdient werden muss? Irgendwann in fast jeder Biografie beginnt dieser Tauschhandel: Zugehörigkeit gegen Bravsein, Liebe gegen Leistung, Platz gegen Anpassung. Kein Mensch kommt so zur Welt. Das dumpfe Grundgefühl, erst noch genügen zu müssen, halten viele von uns für einen Charakterzug. Oder ist es nur eine sehr alte Gewohnheit?

Wenn mich Junos Freude an dieser Tür so berührt, dann vielleicht, weil ich etwas wiedererkenne. Vielleicht liebe ich sie gar nicht, weil sie so anders ist als ich. Vielleicht liebe ich sie, weil sie mich an etwas erinnert: So sah Beziehung aus, bevor wir anfingen, sie an Bedingungen zu knüpfen. Dann wäre die Rührung ein Heimweh.

Ehrlich bleiben will ich trotzdem. Ich weiß nicht, ob Juno so ist, wie ich sie hier beschreibe. Ich weiß nicht, was hinter dieser schokobraunen Stirn vorgeht, und jeder Satz über ihr Innenleben ist geraten. Ich weiß nur, wie ich sie sehe – und was das über mich verrät. Die Liste der Dinge, die ich an ihr bewundere, ihre Freundlichkeit, ihren Frieden mit sich, ihre Gegenwärtigkeit, lese ich inzwischen als das, was sie vermutlich ist: die ziemlich genaue Landkarte meiner eigenen Sehnsucht. In der Tiefenpsychologie gibt es den Gedanken, dass uns am anderen am stärksten berührt, was in uns selbst darauf wartet, gelebt zu werden. Dann wäre meine Rührung weniger ein Beleg für Junos Tugenden als ein Hinweis auf meine eigenen, noch ungelebten. Das ist die freundlichste Deutung von Projektion, die ich kenne: Was ich in ihr sehe, muss ich in mir schon kennen, sonst könnte ich es nicht erkennen.

Das hat etwas Entlastendes. Ich muss gar nicht wissen, ob Juno wirklich so ist; es reicht, dass sie etwas in mir sichtbar macht. Und vielleicht beginnt jede Veränderung genau dort – in dem Moment, in dem wir bemerken, wonach wir uns sehnen.

Warum Juno kein Vorbild ist

Man könnte aus alledem ein Programm machen. Lebe mehr wie dein Hund, sei präsenter, sei arglos, trage nichts nach. Nur wäre das wieder derselbe alte Reflex, ein weiteres Verbesserungsprojekt, die bessere Version meiner selbst, diesmal auf vier Pfoten. Juno taugt nicht als Vorbild, und sie wäre auch ein schlechtes: Sie tut ja nichts aktiv, dem man nacheifern könnte. Sie ist eher ein Beweisstück. Sie belegt, dass es Zugehörigkeit ohne Bedingungen gibt – eine, die vor aller Anstrengung da ist.

Und noch etwas verrutscht bei diesem Programm. Es heißt oft, Hunde lebten im Jetzt und wir sollten das von ihnen lernen. Aber Juno kann das Jetzt gar nicht verlassen. Ihr Jetzt ist keine Leistung, es ist ihre einzige Möglichkeit. Mein Jetzt ist etwas anderes, nämlich eine Rückkehr: Ich kann abschweifen, mich in Vergangenheit und Zukunft verlieren, mich tagelang in inneren Gesprächen verrennen – und wiederkommen. Kein Tier tut das. Wer abschweifen kann und zurückkehrt, verdient vielleicht mehr Staunen als ein Wesen, das nie weg war.

Womöglich sind das die beiden menschlichsten Fähigkeiten überhaupt: zurückkehren und verzeihen. Beide setzen voraus, dass etwas schiefgegangen ist.

Die graue Schnauze

Schokobraune Labradorhündin Juno am Strand
Auch sie bekam ihre Zeit am Strand

Später am Abend liegt Juno neben mir. Sie wird in diesem Jahr sieben. Wer sie erlebt, hält sie für jünger, so ungestüm ist sie oft noch – aber um die Schnauze wird sie langsam grau. Manchmal rechne ich, ohne es zu wollen: Die komplette Pubertät unseres Jüngsten wird sie wahrscheinlich nicht mehr miterleben. Wir hoffen es trotzdem.

Wer einen Hund liebt, unterschreibt den Abschied gleich mit. Diese Beziehung gilt nicht lebenslang, jedenfalls nicht gemessen an meinem Leben. Und vielleicht gehört auch das zu dem, was Tiere uns voraushaben. Sie zwingen uns, eine Liebe einzugehen, deren Ende von Anfang an feststeht – und sie trotzdem jeden Tag zu leben. Was uns an Tieren rührt, ist am Ende wohl beides: Sie zeigen uns, wie Beziehung vor allen Bedingungen aussieht.

Katja hat gefragt, was wir von unseren Tieren gelernt haben. Was ich von meinem Tier gelernt habe? Wenig, fürchte ich. Juno bringt mir nichts bei, sie hält keine Spiegel hoch, sie hat keinen Plan mit mir. Aber sie erinnert mich an etwas, das älter ist als jedes Lernen: dass es einen Platz gibt, den man sich nicht verdienen muss. Und vielleicht meinen alle, die sagen, sie hätten von ihrem Tier etwas gelernt, im Grunde genau das.

Wenn die Rührung ein Heimweh ist, dann ist Erinnerung der Weg nach Hause. Sie hatte ihn nie verloren. Ich übe die Rückkehr.

Wenn du magst, erzähl mir in den Kommentaren: Was hast du von deinem Tier gelernt? Oder, falls du kein Haustier hast: Wer oder was erinnert dich daran, dass du dazugehörst, ohne etwas dafür tun zu müssen?

Und falls du dich in einem anderen Teil dieses Essays wiedergefunden hast – in den Gesprächen, die im Kopf immer weitergehen, im Grübeln, im zweiten Pfeil, den wir uns selbst hinterherschicken –, dann habe ich etwas für dich. „Worry less – In 7 Tage, raus aus deinem Gedankenkarussell“ ist ein kostenloses Journal mit achtsamen Praktiken und kreativen Impulsen. Denn aus dem Grübeln denkt man sich selten heraus.

Häufige Fragen

Leben Hunde wirklich im Hier und Jetzt?

Ehrliche Antwort: Wir wissen es nicht, denn die Innenwelt eines Hundes bleibt uns verschlossen. Messbar ist etwas anderes: Eine vielzitierte japanische Studie (Nagasawa et al., Science, 2015) zeigte, dass beim Blickkontakt zwischen Menschen und ihren Hunden auf beiden Seiten das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet wird – dieselbe Rückkopplungsschleife, die Mütter und Säuglinge verbindet. Ob Hunde im Jetzt leben, bleibt Deutung; dass unsere Körper aufeinander antworten, ist belegt.

Was hat Martin Buber mit Tieren zu tun?

Der Religionsphilosoph Martin Buber, der große Denker der Beziehung, verdankte seine früheste Erfahrung von echtem Du einem Tier: Als Elfjähriger stahl er sich auf dem Gut seiner Großeltern in den Stall und streichelte den Hals eines Apfelschimmels – so erzählt er es in seinen autobiographischen Fragmenten. „Der Mensch wird am Du zum Ich“, schrieb er später. Sein erstes Du hatte vier Beine.

Was ist die „Trance der Unwürdigkeit“?

Der Begriff stammt von der buddhistischen Psychologin und Meditationslehrerin Tara Brach („Radical Acceptance“, 2003). Gemeint ist das dumpfe Grundgefühl, erst noch genügen zu müssen, um dazuzugehören – ein Zustand, der sich wie ein Charakterzug anfühlt, aber eine erlernte Gewohnheit ist. Der Blick eines Tieres, das uns ohne Bedingungen begrüßt, kann uns für einen Moment daraus aufwecken.

Was bedeutet Zugehörigkeit ohne Bedingungen?

Gemeint ist ein Platz, den man sich nicht verdienen muss – nicht durch Leistung, nicht durch Anpassung, nicht durch Bravsein. Die meisten von uns haben früh gelernt, Zugehörigkeit gegen etwas einzutauschen; der Essay nennt das den Tauschhandel. Die Erfahrung, ohne Bedingungen gemeint zu sein, machen viele Menschen zuerst in der Beziehung zu einem Tier. In meiner Arbeit heißt diese Haltung Radical Belonging: die Rückkehr zu einem Verbundensein, das vor aller Anstrengung da ist. Mit sich selbst, mit anderen und mit dem Leben.

2 Kommentare zu „Das Heimweh, das ein Hund weckt“

  1. Avatar von Claudia Hannemann

    Liebe Pia,

    ich bin bei der zufallenden Tür hängengeblieben, und zwar deshalb, weil ich das so gut kenne. Ich habe selbst einen Hund. Juno bleibt mit ihrer Ruhe im Haus, und du nimmst ihren gedachten Vorwurf mit an den Strand. Genau das mache ich auch. Ich lege meinem Hund ein schlechtes Gewissen hin, das er nie bestellt hat, und trage es dann den halben Tag mit mir herum. Ertappt.

    Festgehalten hat mich dann deine Ehrlichkeit darüber, dass du gar nicht weißt, was in Juno vorgeht. Bei einer Blogparade über das, was wir von unseren Tieren lernen, hätte ich mit allem gerechnet, nur nicht damit. Und dein Satz über den, der abschweifen kann und zurückkehrt, geht mir seitdem nach.

    Eine Stelle, an der ich hängengeblieben bin: ab „Das Heimweh“ habe ich deine Szene vermisst. Der Strand, die Felsen, der Hund an der Tür, das alles trägt so gut, und dann bin ich nur noch in deinen Gedanken. Gerade bei deiner stärksten Frage, wann du angefangen hast zu glauben, dass Zugehörigkeit verdient werden muss, hätte ich gern noch einmal Juno gespürt. Ein Gewicht am Bein, ein Seufzer neben dir.

    Die graue Schnauze hat mich am meisten erwischt. Dass man den Abschied gleich mit unterschreibt, wenn man einen Hund liebt. Und deine Zeile darüber, dass Juno die volle Pubertät eines deiner Kinder vermutlich nicht mehr miterlebt, hat mich als Mama mitgenommen. Wer sich fürs Muttersein entscheidet, kauft das Loslassen ja auch gleich mit ein. Bei mir ist der Älteste längst ausgezogen, die Jüngeren brauchen mich immer seltener, und ich vermisse das genauso, wie ich es genieße.

    Danke für diesen Text.
    Claudia

    1. Avatar von Pia Hübinger

      Liebe Claudia,

      dein Kommentar hat mich sehr berührt. Danke, dass du dir so viel Zeit genommen hast und meinen Text so aufmerksam gelesen hast.

      Ich musste schmunzeln bei dem Satz, dass du deinem Hund ein schlechtes Gewissen hinlegst, das er nie bestellt hat. Genau so fühlt es sich an. Offenbar sind wir Menschen erstaunlich erfinderisch darin, Geschichten zu erzählen – und manchmal leider auch darin, uns selbst das Leben schwer zu machen.

      Und dein letzter Gedanke hat mich noch einmal auf eine andere Spur gebracht. „Wer sich fürs Muttersein entscheidet, kauft das Loslassen gleich mit ein.“ Was für ein schöner und zugleich schmerzlich wahrer Satz. Vielleicht verbindet uns genau das mit unseren Tieren und unseren Kindern: dass wir lieben, obwohl wir wissen, dass Beziehung immer auch Abschied in sich trägt.

      Von Herzen
      Pia

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