Ich habe zu meiner Blogparade „Zuversicht in schwierigen Zeiten – was mir hilft, wenn sie ins Wanken gerät“ eingeladen, weil ich mir gewünscht habe, gemeinsam eine Welle der Zuversicht anzustoßen.
Eine Welle aus persönlichen Erfahrungen, Gedanken und ganz konkreten Dingen, die Menschen helfen, wenn der Boden wackelt, die Nachrichten zu viel werden, eine Krise das eigene Leben verändert oder die Zukunft plötzlich ungewiss, vielleicht sogar beängstigend erscheint.
Was daraus entstanden ist, hat mich berührt und überrascht.
So viele Menschen haben sehr persönliche Geschichten geteilt. Sie haben über Krankheit und Verlust geschrieben, über berufliche Umbrüche, politische Sorgen und Erschöpfung, über Kriegserfahrungen in der eigenen Familiengeschichte, über Spiritualität, Freundschaft, Natur, Bewegung, Kreativität und Schreiben.
Und obwohl die Antworten sehr unterschiedlich sind, zieht sich ein roter Faden durch fast alle Beiträge: Zuversicht hat erstaunlich wenig mit einem schnellen „Es wird schon alles gut“ zu tun.
Vielmehr zeigt sie sich darin, wie wir mit dem umgehen, was gerade ist.
Manchmal bedeutet Zuversicht, einen einzigen kleinen Schritt zu gehen. Ein anderes Mal heißt sie, die eigene Hilflosigkeit anzuerkennen. Sie kann darin bestehen, eine Freundin anzurufen, einen Spaziergang zu machen, zu schreiben, ein Gebet zu sprechen, den Nachrichtenstrom auszuschalten oder sich Unterstützung zu holen.
Manchmal ist Zuversicht Selbstwirksamkeit. Ein anderes Mal Gottvertrauen. Oder Neugier. Und manchmal Wut, die uns ins Handeln bringt.
Immer wieder taucht in den Beiträgen ein Gedanke auf, der mir besonders wichtig ist: Wir müssen Zuversicht nicht allein herstellen. Sie entsteht auch in Verbindung. In Gesprächen, in Freundschaften, in Gemeinschaft mit Menschen, die uns wohlgesonnen sind. Manchmal können andere uns ihre Zuversicht sogar für eine Weile borgen, bis wir selbst wieder Zugang zu ihr finden.
Niemand in dieser Blogparade redet das Schwere klein. Genau deshalb haben die Antworten so viel Kraft.
Danke an alle Autorinnen und den Autor, die mitgeschrieben, mitgedacht und mitgefühlt und diese Blogparade bereichert hat. Wenn du dich in deiner Kurzvorstellung nicht so wiederfindest, wie du es dir gewünscht hättest, melde dich bitte bei mir. Ich ändere oder ergänze sie sehr gern – schließlich sollst du dich mit deiner Perspektive hier auch wirklich wiedererkennen.
Und jetzt wünsche ich dir viel Freude beim Lesen und Entdecken – vielleicht mit einer Tasse Kaffee oder Tee und ein bisschen Zeit zum Stöbern. Ich hoffe, du findest in den vielen unterschiedlichen Perspektiven genau den Gedanken, der dich gerade stärkt, ermutigt oder ein Stück Zuversicht zurückbringt.
Auf einen Blick
Worum geht’s: Wrap-up meiner Blogparade „Zuversicht in schwierigen Zeiten – was mir hilft, wenn sie ins Wanken gerät“ mit 24 sehr persönlichen Beiträgen von Coachinnen, Therapeutinnen, Autorinnen und einem Autor.
Der rote Faden: Zuversicht ist kein schnelles „Es wird schon“. Sie zeigt sich vor allem darin, wie wir mit dem umgehen, was gerade ist. Oft reicht ein einziger kleiner Schritt.
Was Menschen laut den Beiträgen trägt: Verbindung und Gemeinschaft (Zuversicht entsteht im Miteinander – manchmal darf man sie sich sogar leihen), eine bewusste innere Haltung statt reinem Positivdenken, Selbstwirksamkeit und Handeln, Natur und Bewegung, Schreiben und Journaling, Spiritualität und Vertrauen sowie Körperübungen (Embodiment), um das Gedankenkarussell zu stoppen.
Für wen: Für alle, die gerade selbst nach Halt suchen und einen Gedanken finden möchten, der stärkt, ermutigt oder ein Stück Zuversicht zurückbringt.
Lesezeit: ca. 60 Minuten
Die Inhalte dieses Blogartikels:
ToggleMarita Eckmann: Zuversicht in schwierigen Zeiten. Wie ich gelernt habe, mit Krisen umzugehen
Marita Eckmann, spirituelle Coachin und Unternehmerin, beschreibt in ihrem sehr persönlichen Beitrag, dass Zuversicht nicht bedeutet, Krisen schönzureden oder alles unter Kontrolle zu haben. Sie entsteht vielmehr durch die Haltung, mit der wir schwierigen Situationen begegnen.
Besonders berührt hat mich ihre Erkenntnis, dass die eigentliche Entwicklung nicht zwischen den Krisen stattfindet, sondern mitten in ihnen. Aus dem belastenden Gefühl der Ohnmacht entstand nach und nach der Wunsch, Zusammenhänge zu verstehen, neue Fähigkeiten zu entwickeln und wieder handlungsfähig zu werden.
Eine zentrale Rolle spielen dabei Fragen wie: „Was möchte mir diese Situation zeigen?“ oder „Welche Entwicklung fordert sie gerade von mir?“ Diese Fragen verändern den Blickwinkel. Statt die gesamte Kraft im Kampf gegen eine Situation zu verlieren, öffnet sich der Blick für Lösungen, neue Perspektiven und den eigenen Handlungsspielraum.
Zuversicht entsteht für Marita also nicht aus der Gewissheit, dass keine weiteren Schwierigkeiten kommen werden. Sie wächst aus dem Vertrauen, ihnen begegnen zu können – mit Offenheit, Lernbereitschaft, Unterstützung und der Erfahrung, bereits durch andere schwere Zeiten hindurchgegangen zu sein.
👉🏻 Hier kannst du Maritas kompletten Artikel lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten. Wie ich gelernt habe, mit Krisen umzugehen.
Christoph Ziegler: Vertrauen als Anker. Was dich hält, wenn alles andere wackelt
Der Social-Media-Stratege, Moderator und systemische Coach Christoph Ziegler beschreibt in seinem Beitrag Vertrauen als einen inneren Anker, der uns Halt gibt, wenn im Außen vieles unsicher wird. Seine zentrale These: Ob wir in einer Krise erstarren oder handlungsfähig bleiben, hängt wesentlich davon ab, wie stark unser Vertrauen in uns selbst, in andere Menschen und in den Prozess ist.
Dabei unterscheidet Christoph zwischen Krisenfürchtern und Krisenmeistern. Während Angst, Kontrolle, Grübeln und Rückzug den eigenen Handlungsspielraum immer kleiner werden lassen, richten Krisenmeister ihren Blick bewusst auf ihre Möglichkeiten. Statt sich in der Frage „Was, wenn …?“ zu verlieren, fragen sie: „Wie kann ich …?“ Dieser Perspektivwechsel hilft dabei, den ersten Schritt aus der gefühlten Ohnmacht zu machen.
Besonders hilfreich finde ich die drei Säulen, auf denen mentale Sicherheit für Christoph beruht: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Vertrauen in andere Menschen und Vertrauen in Entwicklungen, die sich nicht vollständig kontrollieren lassen. Dieses Vertrauen ist nicht einfach da oder fehlt für immer. Es kann durch Reflexion, Erfahrungen und kleine Routinen gestärkt werden.
Dazu schlägt Christoph praktische Übungen vor: ein Vertrauens-Tagebuch, das Umformulieren von Ängsten in konkrete Handlungsfragen und den bewussten Aufbau eines persönlichen Vertrauens-Netzwerks. Seine wichtigste Botschaft lautet: „Ein Anker hält nicht von allein – Du kannst ihn bewusst auswerfen.“ Zuversicht und Vertrauen sind damit nicht nur Gefühle, sondern auch Entscheidungen, die wir immer wieder neu treffen können.
👉🏻 Hier kannst du Christophs kompletten Beitrag lesen: Vertrauen als Anker.
Birgit Buchmayer: Zuversicht – Wenn die Welt ins Wanken gerät
Die Apothekerin Birgit Buchmayer beschreibt in ihrem Beitrag, wie sie ihre Zuversicht bewahrt, obwohl sie täglich mit Leid, Krisen und schweren Schicksalen konfrontiert wird. Die vielen belastenden Nachrichten fühlen sich für sie manchmal wie ein Rucksack voller Steine an, den sie unbemerkt mit sich trägt.
Ihr erster Weg zurück ins Gleichgewicht führt sie in die Natur. Im Garten, im Wald oder bei einer Fahrradtour lösen sich festgefahrene Gedankenschleifen. Auch Meditation, Yoga und Fotografie helfen ihr dabei, zur Ruhe zu kommen und die eigenen Bedürfnisse wieder wahrzunehmen. Doch Entspannung allein reicht für Birgit nicht aus. Zuversicht entsteht für sie erst dann, wenn aus der inneren Ruhe auch konkretes Handeln folgt.
Eine zentrale Erkenntnis ihres Beitrags lautet deshalb: Zuversicht ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Es geht nicht darum, Schwierigkeiten schönzureden oder ausschließlich positiv zu denken. Vielmehr übernimmt Birgit Verantwortung für das, was sie selbst beeinflussen kann. In Krisen fragt sie sich, was sie aus einer Situation lernen und wie sie daran wachsen kann.
Besonders wichtig ist für sie die Unterscheidung zwischen den Dingen, die sie verändern kann, und jenen, die außerhalb ihres Einflussbereichs liegen. Sie darf das Leid in der Welt wahrnehmen, betrauern und mitfühlen – aber sie muss es nicht vollständig zu ihrer eigenen Last machen. Stattdessen richtet sie ihre Kraft auf das, was sie in ihrem Alltag tatsächlich bewegen kann. Ihr Fazit: „Zuversicht beginnt mit einem Gedanken, geht weiter mit Worten und endet im Handeln.“
👉🏻 Hier kannst du Birgits kompletten Artikel lesen: Zuversicht – Wenn die Welt ins Wanken gerät.
Andrea Amanns Gedanken zum Thema Zuversicht in schwierigen Zeiten
Andrea Amann hat ihre Gedanken zum Thema als Kommentar unter meinem Blogparadenaufruf hinterlassen. Sie beschreibt, dass ihre Zuversicht vor allem aus der Überzeugung entsteht, dass nichts im Leben zufällig geschieht. Auch schmerzhafte Erfahrungen, Krankheiten, Verluste oder gescheiterte Beziehungen sind für sie keine überflüssigen Hindernisse auf dem Lebensweg. Sie sind ein Teil dieses Weges und können dazu beitragen, dass wir Fähigkeiten entwickeln, wachsen und uns neu kennenlernen.
Gerade während einer Krise lässt sich dieser Sinn jedoch oft noch nicht erkennen. Zeiten der Ungewissheit, des Schmerzes und des Nicht-weiter-Wissens fühlen sich zunächst leer und sinnlos an. Im Inneren geraten in dieser Zeit jedoch Erfahrungen in Bewegung. Überzeugungen werden hinterfragt, neue Gedanken entstehen und das eigene Selbstbild beginnt sich zu verändern. Dieser Prozess braucht Zeit und darf von Unsicherheit begleitet sein.
Besonders wichtig ist der Autorin deshalb, sich in schwierigen Phasen nicht selbst im Stich zu lassen. Für sie bedeutet Selbstfürsorge vor allem Erlaubnis: fühlen zu dürfen, was gerade da ist, nicht produktiv sein zu müssen, Aufgaben liegen zu lassen, Nachrichten später zu beantworten und auch einmal wütend, ungepflegt oder ratlos sein zu dürfen. Zuversicht entsteht für sie nicht durch zusätzlichen Druck, sondern dadurch, sich selbst auch in schweren Momenten anzunehmen.
Halt findet Andrea außerdem im Kontakt mit anderen Menschen. Gespräche mit vertrauten Freundinnen und Freunden helfen ihr, Gedanken zu sortieren und Belastendes auszusprechen. Manchmal genügt es bereits, in einem Café, einem Schwimmbad oder an einem anderen belebten Ort unter Menschen zu sein. Diese Nähe kann regulieren und daran erinnern, dass wir auch in einsamen Phasen mit dem Leben verbunden bleiben.
Am Ende führen ihre Gedanken zu einer grundlegenden Frage: Ist das Leben wohlwollend, neutral oder gefährlich? Die Autorin entscheidet sich trotz aller Verletzungen für einen zuversichtlichen Blick. Sie glaubt, dass Menschen grundsätzlich Liebe in sich tragen, dass Verletzungen jedoch neue Verletzungen hervorbringen können. Gleichzeitig existiert für sie immer auch die Möglichkeit der Heilung. Ihre Zuversicht gründet deshalb in dem Vertrauen, dass Menschen heilen können und dass sich das Leben letztlich in Richtung Ganzheit bewegt.
Christine Traut: Zuversicht leben in unseren Zeiten
Die VUCA-Expertin, Coachin und LEGO Serious Play® Facilitatorin Christine Traut beschreibt in ihrem Beitrag Zuversicht als eine bewusste Entscheidung, die wir immer wieder treffen und einüben können. Für sie hängt Zuversicht nicht davon ab, ob im Außen gerade alles leicht und sicher ist. Entscheidend ist vielmehr, wie sie mit dem umgeht, was ihr begegnet.
Eine wichtige Grundlage bildet dabei die Überzeugung: „Ich bin immer mein bestmöglicher Mensch.“ Dieser Gedanke schenkt Christine Frieden, weil sie sich nicht länger an unerreichbaren Vorstellungen oder starren Zielsystemen messen muss. Stattdessen betrachtet sie Körper, Gedanken, Gefühle und Energie als unterschiedliche Bereiche, die jeweils Aufmerksamkeit und Fürsorge brauchen.
Ein weiterer Wegweiser ist für sie die Freude. Christine fragt sich bewusst, worauf sie gerade Lust hat und wie sie auch weniger angenehme Aufgaben so gestalten kann, dass mehr Freude entsteht. Manchmal helfen dabei bereits kleine Dinge wie Musik, ein schönes Kleid oder ein besonderes Getränk. Auch anderen Menschen mit einem Lächeln, einem freundlichen Kommentar oder einem zusätzlichen Dank etwas Gutes zu tun, stärkt ihre eigene Zuversicht.
Der erste Schritt zurück in die Zuversicht ist für Christine jedoch die Annahme dessen, was gerade ist. Nicht jede Situation entspricht den eigenen Erwartungen oder Plänen. Doch statt gegen die Realität anzukämpfen, entscheidet sie sich dafür, sie zunächst anzunehmen. Die Zeit, in der wir leben, betrachtet sie dabei als neutral. Welche Bedeutung sie bekommt und was wir aus ihr machen, liegt zumindest teilweise in unserer eigenen Hand.
Besonders wichtig ist Christine außerdem, sich nicht mit anderen, sondern nur mit sich selbst zu vergleichen. Der Blick auf die eigene Entwicklung zeigt ihr, was sich verändert hat, was besser geworden ist und was gerade vielleicht schwieriger fällt. Beides darf sein. Ihre Zuversicht wächst somit aus vielen kleinen Entscheidungen: Freude zuzulassen, die Gegenwart anzunehmen, Bewertungen loszulassen und den eigenen Weg anzuerkennen.
👉🏻 Hier kannst du Christines kompletten Artikel lesen: Zuversicht leben in unseren Zeiten.
Anja Hüttebräucker: Momente, die mir Halt geben
Anja Hüttebräucker, Kartenbastlerin und Stampin‘ Up!-Demonstratorin, schreibt sehr offen darüber, was ihr in einer schweren Zeit Zuversicht und Halt schenkt. Der Tod ihrer Mutter und eine belastende familiäre Situation lassen ihren Boden immer wieder wackeln. Gleichzeitig entdeckt sie gerade in dieser Zeit viele kleine und große Momente, die sie tragen.
Den wichtigsten Halt findet Anja bei ihrem Mann. Wenn eine schwierige Nachricht sie zurückwirft, fängt er sie mit seiner ruhigen Art auf, hilft ihr dabei, den nächsten Schritt zu erkennen, und erinnert sie daran, dass sie nicht allein handeln muss. Genau darin liegt für sie Zuversicht: nicht in der Erwartung, dass sich sofort alles zum Guten wendet, sondern in dem Wissen, schwierige Situationen nicht allein bewältigen zu müssen.
Auch ihre Kreativität hilft Anja, den schweren Gedanken für eine Weile zu entkommen. Beim Gestalten von Karten kann sie sich ganz auf Papier, Farben und Stempel konzentrieren. Diese kleinen kreativen Auszeiten geben ihr neue Kraft. Ebenso wertvoll sind die gemeinsamen Basteltreffen mit ihren Freundinnen, bei denen Gespräche, Gemeinschaft und das kreative Tun miteinander verschmelzen.
Weitere Kraftquellen sind kleine Fluchten aus dem Alltag. Reisen, gemeinsame Unternehmungen und besondere Erlebnisse mit ihrem Mann schenken Anja Abstand und lassen sie wieder durchatmen. Dabei wird ihr bewusst, dass Freude auch in schweren Zeiten kein Luxus ist, sondern etwas, das sie aufrecht hält.
Der Blick auf ihre Wünsche und Träume stärkt zusätzlich ihre Verbindung zum Leben. Anja möchte noch viele Jahre mit ihrem Mann verbringen, reisen, besser nähen lernen und durch ihre Kreativität Nähe, Freundlichkeit und Gemeinschaft verbreiten. Erinnerungen an besondere Begegnungen mit ihrem Mann und ihrem Vater zeigen ihr, welche Momente bis heute in ihr nachleuchten.
Anjas Beitrag macht deutlich, dass Zuversicht nicht immer laut oder spektakulär sein muss. Manchmal zeigt sie sich in einem ruhigen Gespräch, einer selbst gestalteten Karte, einem Treffen mit Freundinnen oder dem Wissen, dass jemand an der eigenen Seite bleibt. Ihre wichtigste Erkenntnis lautet: Auch wenn gerade vieles schwer ist, bin ich nicht allein.
👉🏻 Hier kannst du Anjas kompletten Beitrag lesen: Momente, die mir Halt geben
Rani Gindl: Woher ich meine Zuversicht nehme
Die Yogalehrerin und Autorin Rani Gindl beschreibt in ihrem Beitrag, dass ihre Zuversicht heute nicht mehr aus einer einzigen Quelle kommt. Sie findet sie an vielen Stellen – vor allem in sich selbst und in den Fragen: „Wie will ich leben?“ und „Wie will ich mich fühlen?“ Diese Fragen helfen ihr, den Blick auf das zu richten, was sie selbst gestalten und in die Welt bringen möchte.
Besonders wichtig ist Rani das Gefühl, etwas Positives zu bewirken. Dabei muss es nicht um große Veränderungen gehen. Schon wenn sie mit einer Yogastunde einem Menschen Ruhe schenkt, jemanden berührt oder zum Lächeln bringt, erlebt sie ihr Handeln als sinnvoll. Für sie beginnt Veränderung im Kleinen: Bei jedem Menschen, der sich entscheidet, seinen Teil beizutragen.
Eine tiefe Quelle ihrer Zuversicht sind außerdem ihre eigenen Erfahrungen. Rani hat zwei Lungentransplantationen, Schmerzen, Angst und langes Warten überstanden. Dadurch weiß sie, dass eine schwierige Situation nicht für immer so bleiben muss, wie sie gerade ist. Gleichzeitig betont sie, dass Veränderung auch die eigene Bereitschaft braucht, loszugehen und das Leben aktiv mitzugestalten.
Obwohl sie die Krisen und Ungerechtigkeiten in der Welt wahrnimmt, möchte Rani nicht glauben, dass das letzte Wort bereits gesprochen ist. Zuversicht entsteht für sie auch aus dem Wissen, dass sie mit ihrem Wunsch nach Frieden, Gleichberechtigung und einer besseren Gesellschaft nicht allein ist. Viele Menschen denken in eine ähnliche Richtung und können gemeinsam mehr bewegen, als ihnen manchmal bewusst ist.
Besonders schön finde ich ihr Bild vom Samenkorn: Selbst wenn beinahe alles verloren scheint, kann aus einem einzigen Samen etwas Neues entstehen. Solange wir Wünsche und Ideen haben, solange wir bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen, bleibt Hoffnung möglich. Ranis Zuversicht lebt deshalb aus der Verbindung von innerer Ausrichtung, persönlicher Erfahrung und dem Vertrauen darauf, dass viele kleine Schritte gemeinsam etwas verändern können.
Hier kannst du Ranis kompletten Beitrag lesen: Woher ich meine Zuversicht nehme
Peggy Bendler: Zuversicht in schwierigen Zeiten finden
Die Autorin Peggy Bendler beschreibt in ihrem Beitrag eine für sie selbst überraschende Antwort auf die Frage, was hilft, wenn die Zuversicht ins Wanken gerät. Sie versucht nicht, ihre Hoffnung zu vergrößern oder sich mit positivem Denken Mut zu machen. Stattdessen sucht sie nach dem Boden, auf dem Zuversicht überhaupt stehen kann.
Erzwungener Optimismus ist für Peggy eine Form des Festhaltens. Wer sich daran klammert, dass am Ende alles gut werden muss, wird vom nächsten schlechten Tag umso härter getroffen. Was sie stattdessen trägt, ist Gleichmut: die Fähigkeit, wach und mitfühlend zu bleiben, ohne sich vollständig von den Ereignissen fortreißen zu lassen.
Dabei beobachtet Peggy zwei gegensätzliche Reaktionen auf belastende Nachrichten. Die eine führt in den Zynismus: in das Gefühl, dass ohnehin alles sinnlos sei. Die andere führt in den Rückzug und in den Wunsch, nichts mehr sehen oder fühlen zu müssen. Beide versprechen Schutz. Doch wie Peggy sehr treffend schreibt, nimmt der Zynismus ihr die Wärme und der Rückzug die Verbindung.
Zwischen diesen beiden Bewegungen liegt für sie ein schmaler Grat. Es geht darum, hinzuschauen, ohne in den schlechten Nachrichten zu versinken, und mitzufühlen, ohne die eigene innere Stabilität zu verlieren. Zuversicht ist für Peggy deshalb weniger ein Gefühl als ein Ort – eine stille Mitte, von der aus sie den Sturm wahrnehmen kann, ohne von ihm mitgerissen zu werden.
Besonders eindrücklich finde ich, wie konkret diese Haltung in ihrem Alltag wird. Sie beginnt bereits am Morgen mit einem kleinen Moment des Innehaltens: einmal bewusst atmen, bevor sie die erste Schlagzeile öffnet. Zuversicht entsteht für Peggy dort, wo sie aufhört, sie zu erzwingen, und lernt, sowohl bei der Angst als auch bei der Hoffnung zu bleiben.
👉🏻 Hier kannst du Peggys kompletten Artikel lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten finden.
Anita Griebl: Wie du dein inneres Schiff stabil hältst
Die Heilenergetikerin Anita Griebl beschreibt in ihrem Beitrag Zuversicht als eine bewusste innere Entscheidung. Für sie entsteht sie nicht dadurch, dass sich die äußeren Umstände plötzlich beruhigen. Entscheidend ist vielmehr, ob es uns gelingt, unsere innere Stabilität zu stärken und uns nicht von Ängsten, Nachrichten und Stimmungen überschwemmen zu lassen.
Dafür verwendet Anita das Bild eines Schiffes: Ein Schiff sinkt nicht wegen des Wassers, das es umgibt, sondern wegen des Wassers, das in sein Inneres gelangt. Die Wellen des Lebens können wir nicht immer aufhalten. Wir können jedoch bewusster entscheiden, was wir in uns aufnehmen, womit wir unsere Gedanken beschäftigen und wie wir uns innerlich ausrichten.
Anita kennt schwierige Zeiten aus eigener Erfahrung. Mit 37 Jahren erkrankte sie an einer Depression. Ihre bisherigen Strategien – Gefühle zu verdrängen, stark zu wirken und einfach weiterzumachen – funktionierten nicht mehr. In dieser Zeit lernte sie, ihrem Körper zuzuhören, in die Stille zu gehen, bewusst zu atmen und sich ihren Gefühlen zuzuwenden. Meditation und Entspannungsübungen wurden für sie zu wichtigen Rettungsankern.
Auch während der Pandemie half ihr diese innere Ausrichtung. Statt sich dauerhaft von Unsicherheit und Angst bestimmen zu lassen, konzentrierte sie sich auf das, was sie selbst beeinflussen konnte: ihre körperliche und mentale Stabilität, ihre Energie, ihre Dankbarkeit und ihr Vertrauen. Zuversicht bedeutet für Anita deshalb auch, sich nicht ausschließlich mit Problemen zu beschäftigen, sondern den Blick wieder für mögliche Lösungen zu öffnen.
In ihrem Beitrag stellt sie drei konkrete Übungen vor. Mit der Fakten-Liste lassen sich diffuse Ängste überprüfen und auf tatsächlich vorhandene Probleme reduzieren. Die Sonnenblumen-Meditation verbindet mit dem natürlichen Kreislauf von Wachstum, Veränderung und Fülle. Beim Herzens-Kompass geht es darum, in der Stille zu fragen, was im gegenwärtigen Moment wirklich wichtig für das eigene Wohlbefinden ist.
Anitas Beitrag zeigt, dass Zuversicht für sie keine passive Hoffnung ist. Sie ist ein Akt der Selbstführung: die Entscheidung, die eigene Energie nicht dauerhaft in Angst und Zweifel fließen zu lassen, sondern in Klarheit, Vertrauen und konkrete Handlungsmöglichkeiten. Ihr wichtigster Gedanke lautet: Wir sind den äußeren Umständen nicht vollständig ausgeliefert. Wir können unser inneres Schiff immer wieder neu ausrichten.
👉🏻 Hier kannst du Anitas kompletten Beitrag lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten: Wie du dein inneres Schiff stabil hältst
Kerstin Salvador: Zuversicht ist für mich keine Gewissheit – Was ich gerade darüber lerne, wenn das Leben alle Pläne neu sortiert
Kerstin Salvador ist freie Lektorin, Autorin und Übersetzerin. In ihrem Beitrag schreibt sie über eine Phase der beruflichen und persönlichen Neuorientierung. Ihre angestellte Tätigkeit endet, während sie zugleich überlegt, wie sie ihre langjährige Selbstständigkeit weiterentwickeln und zukunftsfähig ausrichten kann.
Noch vor einem Jahr hätte Kerstin Zuversicht vermutlich mit Optimismus und dem Vertrauen verbunden, dass sich am Ende alles fügen wird. Heute sieht sie das anders. Die Veränderungen in ihrer Branche und das Ende ihres vertrauten beruflichen Weges haben ihr gezeigt, wie schnell vermeintliche Sicherheiten wegbrechen können. Zuversicht bedeutet für sie deshalb nicht mehr, sicher zu wissen, dass alles gut ausgehen wird.
Zunächst war Kerstin enttäuscht und verunsichert. Sie mochte ihre Arbeit und hatte nicht damit gerechnet, dass dieser Weg enden würde. Doch nach den ersten schwierigen Tagen begann sie, nach vorne zu schauen. Sie schrieb Bewerbungen, sprach mit Menschen aus ihrem Netzwerk und setzte sich mit der Frage auseinander, wie sie in Zukunft arbeiten möchte.
Eine unerwartete Wendung ergab sich bei einem Beratungsgespräch mit der Agentur für Arbeit. Statt ausschließlich über Bewerbungen zu sprechen, erhielt Kerstin das Angebot für ein achtwöchiges Coaching, in dem sie ihre Selbstständigkeit strategisch weiterentwickeln kann. Anschließend hat sie die Möglichkeit, eine passende Weiterbildung zu wählen. Aus dem Gefühl, lediglich auf die äußeren Veränderungen reagieren zu müssen, entstand so der Gedanke, die eigene Zukunft aktiv gestalten zu dürfen.
Zuversicht findet Kerstin außerdem in den Menschen, die sie begleiten: in ihrer Frau, ihren Freundinnen, ihrem beruflichen Netzwerk und den Menschen, mit deren Texten sie arbeitet. Auch ihre Tätigkeit selbst gibt ihr Halt. Wenn sie ein Manuskript lektoriert, einen komplexen Sachverhalt verständlich formuliert oder am Ende eines Projekts ein fertiges Buch in den Händen hält, spürt sie, weshalb sie diesen Beruf gewählt hat.
Auch der Blick auf frühere Veränderungen stärkt sie. Rückblickend waren Umbrüche für Kerstin nicht nur mit Verlust verbunden. Häufig entstand aus ihnen etwas Neues, auch wenn sie das im jeweiligen Moment noch nicht erkennen konnte.
Zuversicht ist für Kerstin deshalb heute das Vertrauen, auch dann einen Weg finden zu können, wenn sie ihn noch nicht sieht. Sie bedeutet, Entscheidungen zu treffen, Neues zu lernen und den nächsten Schritt zu gehen, obwohl der weitere Weg noch im Nebel liegt.
👉🏻 Hier kannst du ihren kompletten Artikel lesen: Zuversicht ist für mich keine Gewissheit. Was ich gerade darüber lerne, wenn das Leben alle Pläne neu sortiert
Sylvia Tornau: Zuversicht in schwierigen Zeiten – Was mir als Traumatherapeutin wirklich hilft
Die Traumatherapeutin und Bloggerin Sylvia Tornau beschreibt in ihrem Beitrag, wie eng persönliche Zuversicht mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden ist. Die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, die Diskussionen über die Rente und die Sorge um demokratische Werte sind für sie keine abstrakten Nachrichten. Sie berühren ganz konkret ihr Sicherheitsgefühl, ihre Zukunftsvorstellungen und die Frage, wie ein selbstbestimmtes Leben im Alter möglich sein kann.
Diese Belastung zeigt sich bei Sylvia nicht nur in Gedanken und Gefühlen, sondern auch körperlich. Sie stolpert häufiger, ist gereizt, erschöpft und kann sich schlechter konzentrieren. Als Trauma-Coachin erkennt sie darin die Reaktion eines Nervensystems, das unter Daueranspannung steht. Besonders eindrücklich ist dabei ihre Ehrlichkeit: Auch fachliches Wissen schützt nicht automatisch davor, selbst aus dem Gleichgewicht zu geraten.
Ihre zentrale Erkenntnis lautet: „Zuversicht ist nicht das Gegenteil von Angst. Sie ist das Gegenteil von Ohnmacht.“ Für Sylvia müssen Angst und Zuversicht einander nicht ausschließen. Entscheidend ist, ob sie sich den Entwicklungen vollständig ausgeliefert fühlt oder ob sie noch Handlungsmöglichkeiten erkennt. Sobald sie wieder entscheiden, gestalten und Einfluss nehmen kann, kehrt auch ein Teil ihrer Zuversicht zurück.
Dazu gehört zunächst, ihren Medienkonsum bewusst zu begrenzen. Sylvia entscheidet, wann sie Nachrichten aufnimmt und wann sie Abstand braucht. Atemübungen, Tai-Chi, Zeit in der Natur und bewusste Momente allein helfen ihr, ihr Nervensystem zu regulieren. Diese Formen der Selbstfürsorge sind für sie jedoch kein Rückzug aus der Welt. Sie schaffen vielmehr die Voraussetzung dafür, der Realität klar, wach und handlungsfähig zu begegnen.
Eine besonders wichtige Quelle ihrer Zuversicht ist die Verbindung mit anderen Frauen. Sie sprechen offen über Altersarmut, fehlende finanzielle Sicherheit, mögliche Erkrankungen, Wohnformen und gegenseitige Unterstützung. Sie denken darüber nach, wie sie im Alter leben möchten und wie sie füreinander da sein können. Diese Gespräche sind mehr als private Zukunftsplanung. Sie sind ein Gegenentwurf zur Vereinzelung.
Wo gesellschaftliche Unsicherheit Menschen isolieren und das Gefühl vermitteln kann, allein für alles vorsorgen zu müssen, entsteht durch diese Gespräche etwas anderes: Verbundenheit, geteilte Verantwortung und gemeinsame Gestaltungskraft. Aus der Sorge wird ein Bündnis. Aus der Angst vor dem Ausgeliefertsein wächst die Erfahrung, nicht allein zu sein.
Auch Sylvias Wut spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie betrachtet sie nicht nur als belastendes Gefühl, sondern auch als Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. Wut über Ungerechtigkeit kann zur Energie werden, die Menschen dazu bringt, sich mitzuteilen, Verbündete zu suchen und laut zu werden. Sylvia versucht deshalb nicht, ihre Wut durch positives Denken zu überdecken. Sie möchte sie so nutzen, dass daraus Handlung entsteht.
Ihr Beitrag zeigt, dass Zuversicht nicht bedeutet, auf ein gutes Ende zu vertrauen oder schwierige Entwicklungen kleinzureden. Zuversicht entsteht für Sylvia dort, wo Menschen ihre Angst ernst nehmen, den eigenen Körper regulieren, sich mit anderen verbinden und gemeinsam wieder Gestaltungsmacht gewinnen. Sie ist keine Flucht vor der Wirklichkeit, sondern eine Haltung, die es ermöglicht, ihr nicht ohnmächtig gegenüberzustehen.
👉🏻 Hier kannst du Sylvias kompletten Beitrag lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten – Was mir als Traumatherapeutin wirklich hilft
Dr. Martina Riedel: Zuversicht in schwierigen Zeiten
Die Ärztin und Mentorin Dr. Martina Riedel beschreibt in ihrem sehr persönlichen Beitrag Zuversicht als ein festes inneres Wissen, dass es gut ausgehen kann – auch wenn sie in diesem Moment noch nicht weiß, wie. Für sie ist Zuversicht keine selbstverständliche Eigenschaft. Sie musste sie lernen, zurückerobern und immer wieder neu aufbauen.
Wie existenziell diese Haltung für Martina ist, zeigt ihre eigene Geschichte. Im Jahr 2025 erhielt sie zum zweiten Mal die Diagnose Krebs. Ein Lymphom hatte bereits ihre Lunge beeinträchtigt, sodass sie sofort ins Krankenhaus und in eine Chemotherapie musste. Während der Behandlung kam es außerdem zu einer massiven allergischen Reaktion mit einem beinahe vollständigen Atem- und Herzstillstand. In diesem Moment war ihr eines vollkommen klar: Sie wollte leben.
Dieses Ja zum Leben wurde zu ihrer stärksten inneren Ausrichtung. Ihre Zuversicht bestand nicht darin, die Schwere der Erkrankung zu leugnen oder sich mit positivem Denken zu beruhigen. Sie vertraute darauf, die Krise bewältigen zu können, obwohl sie nicht wusste, wie. Das Ziel, gesund zu werden, half ihr, auch Behandlungen anzunehmen, die ihr Angst machten oder die sie eigentlich ablehnte.
Martina verschweigt dabei nicht, wie viel Arbeit dieser Weg bedeutet. Zuversicht muss für sie täglich und manchmal sogar minütlich erneuert werden. Wenn ihre innere Stärke sie verlässt, hält sie inne, atmet, erinnert sich an ihre Kraft und macht weiter. Begleitet wird sie dabei von dem Satz aus der Gestalttherapie: „Annehmen, was ist.“
Besonders wichtig sind für Martina die kleinen Schritte. Nach ihrem Klinikaufenthalt wurde bereits eine winzige Runde durch den Park zu einem beglückenden Erlebnis. Der Duft der Bäume, das Grün und die frische Luft erinnerten sie daran, dass ihr Körper wieder mitmachte und das Leben weiterhin da war. Bewegung brachte auch innerlich etwas in Bewegung.
Weitere Kraftquellen sind Gespräche mit vertrauten Menschen, Natur, Spiritualität, Dankbarkeit und Selbstliebe. Martina schreibt täglich auf, was gut war und worauf sie stolz ist. Sie bittet um Hilfe, wenn ihre Kraft nicht reicht, achtet auf ihre Ernährung und versucht, frühere Erfolge nicht länger als selbstverständlich abzutun. Auch die Suche nach Sinn, Freude und einer neuen inneren Ausrichtung gehört für sie zur Rückkehr ins Leben.
Ihr Beitrag zeigt, dass Zuversicht nicht bedeutet, keine Angst zu haben. Sie bedeutet, sich trotz der Angst weiterzubewegen und sich immer wieder für das eigene Leben zu entscheiden. Aus kleinen Schritten können kleine Erfolge entstehen, aus Erfolgen neues Vertrauen und aus diesem Vertrauen schließlich echte Veränderung. Martinas Essenz lautet: Zuversicht fällt nicht vom Himmel. Sie lässt sich lernen und immer wieder neu wählen.
👉🏻 Hier kannst du Martinas kompletten Beitrag lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten
Annette Schade: Warum Haltung wichtiger ist als positives Denken
Die Sozialpädagogin und Expertin für Stressmanagement und Burnoutprävention Anette Schade beschreibt in ihrem Beitrag Zuversicht als Haltung – nicht als Schönreden, positives Denken oder die Erwartung, dass am Ende automatisch alles gut wird.
Angesichts von Kriegen, Gewalt, politischen Entwicklungen, Femiziden, fehlender Gleichberechtigung, der Klimakrise und den belastenden Geschichten aus ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen findet Anette viele Gründe, die Zuversicht zu verlieren. Trotzdem möchte sie sich nicht damit abfinden, dass alles immer schlimmer wird und sie ohnehin nichts bewirken kann.
Zuversicht beginnt für sie deshalb mit dem Annehmen dessen, was ist. Dabei ist ihr die Unterscheidung zwischen Annehmen und Hinnehmen besonders wichtig. Sie kann anerkennen, dass eine Situation existiert, ohne sie gutzuheißen. Erst diese Klarheit ermöglicht die Frage: Was kann ich jetzt tun? Manchmal ist die Antwort klein – ein Gespräch, ein Widerspruch, eine Grenze, eine Demonstration, eine Wahlentscheidung oder die bewusste Entscheidung, nicht zu schweigen.
Besonders eindrücklich schreibt Anette über ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sie hat erlebt, wie schwer es ist, Menschen begleiten zu wollen und gleichzeitig die Grenzen des eigenen Einflusses aushalten zu müssen. Manche Geschichten ließen sie auch nach Feierabend nicht los. Die offiziellen Wege waren notwendig, fühlten sich aber nicht immer so an, als würden sie schnell genug helfen.
Mit der Zeit bemerkte Anette, dass sie zynischer wurde. Sie erkennt darin heute eine Form von Selbstschutz: Wenn sie nichts mehr berührt, muss sie auch die eigene Hilflosigkeit nicht spüren. Gleichzeitig entfernt der Zynismus sie von der Person, die sie sein möchte. Deshalb versteht sie ihn inzwischen als Warnsignal dafür, dass ihr ein Stück Zuversicht und Verbindung verloren gegangen ist.
Eine zentrale Erkenntnis ihres Beitrags lautet, dass Verantwortung zu übernehmen nicht bedeutet, sich für alles verantwortlich zu fühlen. Anette kann nicht jeden Menschen retten und nicht jede schwierige Entwicklung verhindern. Aber sie kann zuhören, einem Kind glauben, Haltung zeigen und für einen Moment das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein. Auch eine Wirkung, die später nicht sichtbar wird, kann eine Spur hinterlassen.
Eine wichtige Grundlage ihrer Handlungsfähigkeit ist die Regulation ihres Nervensystems. Atemübungen lösen keine Kriege und verändern keine politischen Verhältnisse. Doch sie helfen Anette, klarer zu denken und zwischen dem zu unterscheiden, was sie beeinflussen kann, wo sie Abstand braucht und wo sie aktiv werden möchte. Ein reguliertes Nervensystem ist für sie nicht die Quelle der Zuversicht, aber der Boden, auf dem sie wachsen kann.
Auch die Menschen in ihrem Umfeld beeinflussen ihre Zuversicht. Anette sucht bewusst die Nähe zu Menschen, die Schwierigkeiten nicht naiv übergehen, aber trotzdem nach Möglichkeiten suchen. Menschen, die Haltung zeigen, handeln und zugleich Ruhe und Geborgenheit ausstrahlen, können etwas von ihrer eigenen Zuversicht weitergeben.
Wie ansteckend Haltung sein kann, erlebt Anette am Beispiel einer deutsch-iranischen jungen Frau, die Proteste begleitet, demonstriert und öffentlich auf die Situation im Iran aufmerksam macht. Nicht weil eine einzelne Stimme sofort alles verändert, sondern weil sie zeigt, dass Schweigen und Ohnmacht nicht die einzigen Möglichkeiten sind. Haltung kann andere berühren, ermutigen und in Bewegung bringen.
Kritisch setzt sich Anette außerdem mit der Vorstellung auseinander, Menschen würden an jeder Krise wachsen. Manche Krisen sind zu schmerzhaft und ungerecht, um daraus eine tröstliche Lebensweisheit zu machen. Wachstum ist kein Automatismus. Es braucht Zeit, Unterstützung und manchmal professionelle Hilfe. Zuversicht bedeutet für Anette deshalb nicht: „Ich werde diese Krise allein schaffen“, sondern: „Ich muss sie nicht allein schaffen.“
Am Ende versteht Anette Zuversicht weniger als Gefühl denn als wiederkehrende Entscheidung: nicht wegzusehen, sich nicht vollständig von Angst bestimmen zu lassen, Verantwortung zu übernehmen, ohne sich für alles verantwortlich zu machen, und die eigene Stimme zu nutzen. Sie ist nicht zuversichtlich, weil sie glaubt, dass automatisch alles gut wird. Sie ist zuversichtlich, weil sie sich weigert, dem Schwierigen das letzte Wort zu überlassen.
👉🏻 Hier kannst du Annettes kompletten Artikel lesen: Warum Haltung wichtiger ist als positives Denken
Renate Monheimius: Zuversicht in schwierigen Zeiten
Monheimius, Mentorin für Klarheit und Berufung, beschreibt in ihrem Beitrag eine Zuversicht, die nicht von schnellen Lösungen oder einer sichtbaren Verbesserung der äußeren Umstände abhängt. Ihr zentraler Gedanke lautet: „Echte Zuversicht entsteht für mich nicht dadurch, dass ich darauf vertraue, dass schon alles irgendwie gut ausgehen wird. Sie wächst dort, wo ich weiß, dass ich selbst dann getragen bin, wenn sich äußerlich zunächst überhaupt nichts verändert.“
Wie sehr Zuversicht ins Wanken geraten kann, hat Renate in einer Lebensphase erfahren, in der eine Herausforderung auf die nächste folgte. Über ein Jahr lang suchte sie eine passende Wohnung, während der Termin für den Auszug aus ihrer bisherigen Wohnung immer näher rückte. Gleichzeitig absolvierte sie eine Fortbildung, baute ihr Coaching-Business auf und verkaufte einen großen Teil ihres Hausstands. Unter dem zunehmenden Druck wurde ihr Blick immer enger. Je dringlicher die Situation wurde, desto weniger Alternativen konnte sie erkennen.
Renate kennt von sich vor allem den Rückzug als Reaktion auf schwierige Zeiten. Andere Menschen begegnen Krisen mit Zynismus. Beides versteht sie als kurzfristigen Schutz vor weiteren Verletzungen. Doch weder Rückzug noch Bitterkeit lösen das eigentliche Problem. Deshalb versucht sie heute, bewusst gegenzusteuern.
Dabei helfen ihr soziale Kontakte. Auch wenn ihr nicht danach ist, sucht sie das Gespräch mit ausgewählten Menschen und sagt möglichst klar, was sie gerade braucht: einen Rat, Ablenkung oder einfach jemanden, der zuhört. Achtsamkeit und Atemübungen unterstützen sie dabei, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen und wieder wahrzunehmen, was im gegenwärtigen Moment tatsächlich da ist.
Auch Bewegung bringt Renate zurück in die Handlungsfähigkeit. Ein Spaziergang, Sport, Kochen oder sogar das Putzen der Badewanne können ein Ventil für Stress sein. Die dabei entstehenden kleinen Erfolgserlebnisse erinnern sie daran, dass sie einer Situation nicht vollständig hilflos ausgeliefert ist.
Dankbarkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Renate zwingt sich nicht zu positivem Denken und verdrängt ihren Schmerz nicht. Sie richtet ihren Blick jedoch bewusst auf das, was in ihrem Leben trotz aller Schwierigkeiten noch gut ist. Dankbarkeit verhindert für sie, dass das Schwere ihr gesamtes Denken beherrscht.
Das eigentliche Fundament ihrer Zuversicht ist jedoch ihr christlicher Glaube. Im Gebet erlebt sie, dass sie ihre Sorgen nicht allein tragen muss. Sie richtet ihren Blick weg von dem, was sie bedrängt, und hin zu Jesus Christus. Daraus entsteht für sie eine Form von Zuversicht, die nicht von den jeweiligen Umständen abhängig ist.
Auch unfreiwillige Wartezeiten betrachtet Renate heute anders als früher. Was sie einst als verlorene Lebenszeit empfand, nutzt sie inzwischen als kleine Unterbrechung, um sich mit Gott zu verbinden: durch ein kurzes Gebet, einen Bibelvers oder einige bewusste Atemzüge. Diese Momente holen sie aus dem ständigen Funktionieren heraus und erinnern sie daran, dass ihr Wert nicht von ihrer Leistung abhängt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ihres Beitrags ist die Vergebung. Renate beschreibt, wie schwer es sein kann, in Konflikten nicht am eigenen Recht festzuhalten. Vergebung bedeutet für sie nicht, Unrecht gutzuheißen, Folgen aufzuheben oder sofort wieder Vertrauen zu schenken. Sie bedeutet, einen Menschen aus der eigenen inneren Anklage zu entlassen und darauf zu verzichten, selbst Richterin zu sein. Dadurch wird ihr eigenes Herz leichter und Verbindung kann wieder möglich werden.
Renate setzt sich außerdem mit der Frage auseinander, ob sie durch ihren Glauben zur Polarisierung beiträgt. Sie weiß, dass nicht alle Menschen ihre christliche Überzeugung teilen. Dennoch möchte sie sie nicht verschweigen, weil sie ihr Leben und ihre Zuversicht grundlegend prägt. Über Hoffnung zu schreiben, ohne über Jesus Christus zu sprechen, würde sich für sie unehrlich anfühlen.
Ihr Beitrag zeigt, dass Zuversicht für sie nicht auf der eigenen Stärke beruht. Denn die eigene Kraft kann erschöpft sein und die Hoffnung schwinden. Was dann bleibt, ist das Vertrauen auf ein Fundament, das größer ist als sie selbst. Schwierigkeiten, Enttäuschungen und Wartezeiten verschwinden dadurch nicht. Aber Renate muss sie nicht mehr allein durchstehen.
👉🏻 Hier kannst du den kompletten Beitrag lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten
Cornelia Lichtner: Vom tiefen Sinn der Zuversicht und warum wir sie oft gerade in den schwierigsten Momenten finden
Cornelia Lichtner, Expertin für Resilienz, Achtsamkeit und Intuition und Heilpraktikerin für Psychotherapie, beschreibt Zuversicht als ein zartes und zugleich beinahe unverwüstliches Vertrauen ins Leben. Für sie zeigt sich Zuversicht häufig nicht an den guten Tagen, sondern gerade dann, wenn ein vertrauter Weg endet und noch nicht erkennbar ist, wie es weitergehen kann.
Eine prägende Erfahrung machte Cornelia Anfang zwanzig. Ihr großer Traum, mit ihrer Musik beruflich erfolgreich zu sein, war nach dem Scheitern einer Zusammenarbeit mit einem Tonstudio zerbrochen. Gleichzeitig endete eine wichtige Liebesbeziehung. Sie erlebte eine tiefe Hoffnungs-, Sinn- und Perspektivlosigkeit und konnte sich nicht mehr vorstellen, dass ihr Leben jemals wieder schön werden würde.
Mitten in dieser Krise tauchte in ihr die erste Zeile eines neuen Liedes auf: „When your dream is lost, you’ve got to hold on, because … all might not be lost.“ Danach kam nichts mehr. Keine zweite Zeile, keine Erklärung und kein Hinweis darauf, wie ihr Weg weitergehen sollte.
Gerade dieses Schweigen wurde für Cornelia bedeutsam. Die Liedzeile bot keine Lösung, weckte jedoch etwas in ihr: eine vorsichtige Neugier. Sie begann, mit der offenen Frage zu leben, ob tatsächlich noch nicht alles verloren sein könnte. Im Rückblick erkennt sie darin einen inneren Wendepunkt. Sie lernte, dass sie weder Sicherheit noch Gewissheit und noch nicht einmal einen sichtbaren Weg brauchte, um weiterzugehen.
Langsam löste sie sich von ihrem starren Lebensplan. Dieser Prozess war schmerzhaft und angsterregend, machte sie aber auch offener und lebendiger. Erst rund zehn Jahre später schrieb sich das Lied innerhalb weniger Minuten zu Ende. Die Antwort war also nicht verschwunden. Sie hatte ihre eigene Zeit gebraucht.
Zuversicht ist für Cornelia deshalb mehr als Hoffnung und deutlich tiefer als ein oberflächliches „Es wird schon gut“. Sie ist ein tastendes Vertrauen darauf, dass das Leben weitergeht und neue Möglichkeiten entstehen können, selbst wenn wir sie gerade noch nicht erkennen. Sie verlangt keine Garantie für ein glückliches Ende. Vielmehr ist sie die Bereitschaft, mit dem wirklichen Leben in Kontakt zu bleiben und sich über die Grenzen des bisher Bekannten und Vorstellbaren hinauszuwagen.
Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist Cornelias erste Panikattacke. Sie fühlte sich völlig außer Kontrolle, weinte und rang nach Luft. Mitten in dieser Situation bemerkte sie jedoch, dass ihr Körper jede winzige Pause nutzte, um Sauerstoff aufzunehmen. Selbst als sie dachte, sterben zu müssen, versorgte ihr Körper sie weiter. Diese Erfahrung zeigte ihr, dass das Leben in uns manchmal auch dann für uns arbeitet, wenn der Verstand keine Hoffnung mehr sieht.
Cornelia beschreibt mehrere Wege, mit denen sie ihre Zuversicht kultiviert. Musik kann innere Räume öffnen, zu denen der Verstand keinen Zugang findet. Achtsamkeit bringt sie aus den Geschichten in ihrem Kopf zurück in die Gegenwart. Kinder und Tiere erinnern sie daran, dass die Welt größer ist als die eigene Angst. Auch die Natur wird für sie zum Vorbild: Pflanzen wachsen selbst unter schwierigen Bedingungen weiter und wenden sich dem Licht zu.
Eine besondere Rolle spielt die Neugier. Sie fragt nicht sofort nach einer großen Lösung, sondern lediglich danach, was als Nächstes kommt: ein Atemzug, eine Idee, ein Anruf, eine Begegnung oder eine erholsame Nacht. Vom nächsten Schritt aus, so Cornelias Überzeugung, entsteht eine neue Perspektive, die wir vom heutigen Standort noch gar nicht haben können. Neugier nimmt dadurch Druck aus dem Nichtwissen.
In ihrer heutigen Arbeit begleitet Cornelia Menschen, deren berufliche oder private Lebensentwürfe zerbrochen sind. Ihre eigenen Erfahrungen haben sie gelehrt, dass Menschen oft über mehr Wandlungsfähigkeit und Resilienz verfügen, als sie selbst glauben. Sie ist lern- und entwicklungsoptimistisch, zugleich aber vorsichtig gegenüber starren Lebensplänen und der Vorstellung, unsere Identität hinge vollständig von bestimmten Rollen oder Zielen ab.
Ihr Beitrag zeigt, dass Zuversicht nicht bedeutet, den weiteren Weg zu kennen. Manchmal besteht sie lediglich aus einem einzigen Gedanken, der eine kleine Öffnung schafft. Cornelias Essenz lautet: „Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Aber ich gehe trotzdem weiter.“ Und sie erinnert daran, dass Zuversicht wächst, wenn wir sie miteinander teilen.
👉🏻 Hier kannst du Cornelias kompletten Artikel lesen: Vom tiefen Sinn der Zuversicht
Helga Peters: Zuversicht in schwierigen Zeiten: Was mir hilft, wenn sie ins Wanken gerät
Die Autorin Helga Peters beschreibt in ihrem Beitrag Zuversicht als eine Verbindung aus Glaube, Hoffnung und Wissen. Für sie bedeutet Zuversicht, sowohl nach vorne als auch nach innen zu schauen, Fragen zu stellen und offen für Möglichkeiten zu bleiben, die auf den ersten Blick noch nicht sichtbar sind.
Seit vielen Jahren beschäftigt sich Helga mit der Kraft von Gedanken und Worten. Dabei hat sie gelernt, auch ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Eine positive Grundeinstellung bedeutet für sie nicht, die Wirklichkeit schönzureden. Sie bedeutet vielmehr, sich daran zu erinnern, dass nach einem schwierigen Tag ein neuer beginnen kann und dass es häufig mehr als eine mögliche Lösung gibt.
Eine besondere Quelle ihrer Zuversicht sind die Geschichten ihrer Oma und ihrer Mutter. Ihre Oma floh während des Zweiten Weltkriegs mit zwei kleinen Kindern und ihrem jüngeren Bruder aus Polen. Sie ließ fast alles zurück und nahm nur das Notwendigste und ihre Bibel mit. Ihr Ziel war ein Ort in Niedersachsen, an dem sie ihren Mann nach dem Krieg wiederfinden wollte.
Auf ihrer Flucht verpasste sie zunächst den letzten Zug. Später stellte sich heraus, dass dieser Zug beschossen worden war. Ein zusätzlich eingesetzter Zug brachte sie schließlich weiter. Während der Bombardierung Dresdens saß sie mit anderen Menschen in einem Keller fest. Als um sie herum Panik ausbrach, begann sie, ihrer Tochter und ihrem Bruder aus der Bibel vorzulesen. Immer mehr Menschen hörten ihr zu und wurden ruhiger. In der entstandenen Stille konnten sie schließlich die Stimmen der Menschen hören, die draußen nach Überlebenden suchten.
Für Helga zeigt diese Geschichte, dass Zuversicht nicht nur den Menschen trägt, der sie empfindet. Sie kann auch auf andere ausstrahlen und ihnen in einer bedrohlichen Situation Halt geben.
Auch Helgas Mutter musste eine tiefgreifende Krise bewältigen. Nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes stand sie mit drei Kindern allein da. Gemeinsam mit Helgas Oma schaffte sie es, für die Familie zu sorgen, den Führerschein zu machen und das gemeinsame Haus zu halten. Ihre Haltung war geprägt davon, nach vorne zu schauen und einen Schritt nach dem anderen zu gehen.
Wie wichtig Wissen für die eigene Zuversicht sein kann, erlebte Helga später selbst. Nach einem positiven Schwangerschaftstest stellte ihr Frauenarzt Myome fest und sagte ihr, sie könne deshalb eigentlich keine Kinder bekommen. Die Schwangerschaft endete tatsächlich in einer Fehlgeburt. Anschließend erfuhr Helga, dass auch ihre Mutter und ihre Oma Myome gehabt hatten. Sie begann, sich intensiv zu informieren, und erkannte, dass die Aussage des Arztes in dieser Pauschalität nicht stimmte.
Dadurch wuchs ihre Zuversicht, doch noch Mutter werden zu können. Vier Jahre später wurde sie erneut schwanger. Wegen ihres Alters und der Myome galt die Schwangerschaft als risikoreich. Ein Arzt riet ihr sogar zu einer Operation während der Schwangerschaft. Helga informierte sich über die möglichen Risiken, fragte nach den jeweiligen Wahrscheinlichkeiten und hörte zugleich auf ihr Bauchgefühl. Als der Arzt das Risiko mit und ohne Operation jeweils gleich hoch einschätzte, entschied sie sich für den Weg, der sich für sie stimmiger anfühlte.
Während der gesamten Schwangerschaft trug sie das innere Bild mit sich, ihre Tochter eines Tages im Arm zu halten. Eine Woche vor dem errechneten Termin kam das Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Gleichzeitig konnte das Myom entfernt werden.
Helgas Beitrag zeigt, dass Zuversicht für sie eng mit der Bereitschaft verbunden ist, Fragen zu stellen, nach Wissen zu suchen und den eigenen Blick zu erweitern. Wissen hilft ihr, Situationen besser einzuordnen, Möglichkeiten zu erkennen und bewusste Entscheidungen zu treffen.
Dabei ist Zuversicht für sie kein Zustand, der sich einfach einschalten lässt und dann dauerhaft bleibt. Sie kann leiser werden und sich zeitweise zurückziehen. Helga weiß heute jedoch, wo sie nach ihr suchen kann: in den richtigen Fragen, in neuen Perspektiven, im erworbenen Wissen und in den Geschichten der Frauen vor ihr, die schwere Zeiten bewältigt haben.
👉🏻 Hier kannst du den kompletten Artikel lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten: Was mir hilft, wenn sie ins Wanken gerät
Beate Mader: Meine Zuversicht
Die Kommunikationsgenialistin und Unternehmerin Beate Mader beschreibt in ihrem Beitrag Zuversicht als eine Grundhaltung, die sie schon fast ihr gesamtes Leben begleitet. Für sie verbindet sich darin ein beinahe unerschütterlicher Optimismus mit einer Form von Gottvertrauen: dem Vertrauen in etwas Positives und Größeres und in die Möglichkeit, dass sich nach schwierigen Zeiten wieder ein Weg zum Licht zeigt.
Ihre Vorstellung von Zuversicht hat Beate auch in einer selbst gezeichneten Werte-Karte festgehalten. Da sie bei ihrer Recherche kein eindeutiges Symbol für Zuversicht fand, kombinierte sie eine lachende Sonne mit einem Anker. Verbunden werden beide durch einen Weg, der von Blumen gesäumt auf das Licht zuläuft. Die Sonne steht für die positive Ausrichtung, der Anker für Halt und der Weg dafür, trotz Unsicherheit weiterzugehen.
Ein Satz aus ihrer frühen Jugend bringt Beates Grundhaltung auf den Punkt: „Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Obwohl sie sich heute nicht mehr als praktizierende Katholikin bezeichnet, nennt sie diese Haltung weiterhin Gottvertrauen. Sie vertraut darauf, dass sich schwierige Situationen verändern können und es sich lohnt, nach vorn zu gehen.
Dieses Vertrauen hat Beate durch verschiedene private und berufliche Tiefen getragen. Auch die Selbstständigkeit bringt immer wieder unsichere Phasen und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich. Ohne ihren Optimismus und die Überzeugung, dass sich ein Weg finden lässt, würde sie nach eigener Aussage nicht jeden Tag erneut für ihre Arbeit aufstehen.
Zuversicht bedeutet bei Beate jedoch nicht, Warnzeichen zu übersehen oder Schwierigkeiten einfach wegzulächeln. Sie beobachtet sehr genau, wann ihre innere Stabilität ins Wanken gerät. Körperliche Beschwerden, Schmerzen oder das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren, können Hinweise sein. Auch wenn sich Kleinigkeiten plötzlich zu riesigen Problemen aufblähen oder sie zynisch und ungewöhnlich garstig denkt, weiß sie, dass etwas nicht stimmt.
In solchen Situationen nutzt Beate ihren inneren „Coach auf der Schulter“. Sie versucht, die Ursache zu erkennen, alte Muster zu identifizieren und einen möglichen Weg aus der Situation zu finden. Wenn sie allein nicht weiterkommt, holt sie sich externe Unterstützung. Hilfe anzunehmen ist für sie kein Widerspruch zur Selbstverantwortung, sondern ein sinnvoller Teil davon.
Auch den Rückzug betrachtet Beate differenziert. Er muss nicht zwangsläufig bedeuten, sich dauerhaft von der Welt abzuwenden. Für eine gewisse Zeit kann er hilfreich sein, um sich auf sich selbst zu besinnen, die eigene Kraft wieder wahrzunehmen und neuen Boden unter den Füßen zu finden.
Ihr wichtigster Impuls für Menschen, die gerade keinen Halt finden, lautet: „Finde das Licht in dir.“ Beate ist überzeugt, dass jeder Mensch über eine innere Kraft verfügt, die gepflegt werden will und die dabei helfen kann, sich aus schwierigen Situationen wieder herauszubewegen. Andere Menschen können unterstützen und begleiten. Gleichzeitig bleibt es notwendig, auch den eigenen Anteil anzuschauen und selbst etwas zu verändern.
Beates Beitrag verbindet damit Zuversicht und Selbstwirksamkeit. Ihre Hoffnung richtet sich nicht ausschließlich darauf, dass äußere Umstände sich von allein verbessern. Zuversicht zeigt sich für sie auch darin, die eigenen Signale ernst zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen, Hilfe zu suchen und den nächsten möglichen Schritt zu gehen.
Eine weitere wichtige Kraftquelle ist für Beate das Schreiben. Der wöchentliche Schreibclub bietet ihr einen geschützten und verbindlichen Raum, in dem neue Blogartikel, Workbooks und Ideen entstehen. Auch ihr Beitrag zur Blogparade und die neue Werte-Karte sind während dieses Schreibmittwochs entstanden.
Ihr Beitrag zeigt, dass Zuversicht zugleich Halt und Bewegung sein kann: ein innerer Anker, ein Licht, auf das wir uns ausrichten, und ein Weg, den wir selbst Schritt für Schritt gehen. Dabei dürfen wir auf unsere eigene Kraft vertrauen, ohne alles allein bewältigen zu müssen.
👉🏻 Hier kannst du Beates kompletten Artikel lesen: Meine Zuversicht
Birgit Krüger: Gedankenkarussell stoppen durch Embodiment. 3 Übungen, um raus aus dem Gedankenkreisen zu kommen
Die Focusing Expertin Birgit Krüger beschreibt in ihrem Beitrag, wie sie trotz fehlenden Urvertrauens gelernt hat, auch in schwierigen Zeiten zuversichtlich zu bleiben. Dabei verbindet sie ihre eigene innere Entwicklung mit der Flucht- und Kriegsgeschichte ihrer Familie.
Birgits Eltern mussten beide als Kinder zum Ende des Zweiten Weltkriegs fliehen. Ihre Mutter verließ im Januar 1945 mit ihrer Mutter und ihren Brüdern Königsberg und wurde als Neunjährige auf einem Begleitschiff Zeugin der Katastrophe der Gustloff. Ihr Vater floh bei extremer Kälte mit seiner Familie auf einem Planwagen aus Hinterpommern.
Beide Eltern waren durch ihre Erlebnisse schwer geprägt. Während Birgits Vater häufig von der Flucht erzählte, schwieg ihre Mutter über das Erlebte. Selbst mithilfe einer Hypnotherapie gelang es ihr später nicht, sich bewusst daran zu erinnern. Birgit vermutet, dass die unverarbeiteten Erfahrungen ihrer Eltern auch ihr eigenes Lebensgefühl beeinflusst haben.
Sie bezeichnet sich deshalb als Flüchtlingskind und beschreibt, dass sie sich ihr Leben lang vorstellen konnte, jederzeit alles zu verlieren. In unregelmäßigen Abständen wurde sie von einem diffusen Gefühl der Bedrohung und Aussichtslosigkeit heimgesucht. Diese Zustände, die sie ihre „apokalyptischen Reiter“ nennt, verschwanden normalerweise nach wenigen Stunden wieder.
Mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine änderte sich das. Die Bilder des Krieges trafen in ihr auf einen bereits vorbereiteten Boden. Das Gefühl der Bedrohung begleitete sie plötzlich Tag und Nacht und drang bis in ihre Träume vor.
Hilfe fand Birgit schließlich in einer geführten Meditation ihrer Yogalehrerin. Statt die Angst wegzuschieben oder ihr mit positivem Denken zu begegnen, nahm sie ihr körperliches Erleben ernst. Dadurch konnte sie erkennen, welches Gefühl unter der Angst lag: Hilflosigkeit.
Diese Erkenntnis löste starke Tränen, aber zugleich eine große Erleichterung aus. Birgit verstand nun erstmals auf einer körperlich spürbaren Ebene den Satz aus ihrer Focusing-Ausbildung: „Nur was da sein darf, kann sich verändern.“
Besonders überraschend war für sie, dass ausgerechnet die Anerkennung ihrer Hilflosigkeit den inneren Druck beendete. Der Gedanke „Ich kann gerade nichts tun“ führte nicht zu größerer Ohnmacht. Er nahm vielmehr die Unruhe, die aus dem ständigen inneren Widerstand entstanden war. Birgit erkannte, dass es zum Leben dazugehört, manchen Situationen vorübergehend hilflos ausgeliefert zu sein.
Mit einem rein positiven Blick auf die Zukunft kann sie dagegen wenig anfangen. Die Vorstellung, dass schon alles gut gehen werde, empfindet sie gerade in wirklich schweren Momenten als zu kurz gegriffen. Zuversicht darf für sie nicht davon abhängen, dass die Ereignisse den eigenen Wünschen entsprechen.
Deshalb unterscheidet Birgit zwischen Hoffnung und Vertrauen. Hoffnung richtet sich für sie eher passiv darauf, dass etwas Bestimmtes geschehen möge. Vertrauen gibt ihr dagegen eine aktive Rolle. Es bedeutet, darauf zu vertrauen, dass sie mit einer Situation umgehen kann – unabhängig davon, wie sie sich entwickelt.
Dieses Vertrauen erfordert Flexibilität. Birgit muss bereit sein, Erwartungen, Ziele und vertraute Vorstellungen loszulassen, Widerstände aufzugeben und sich immer wieder auf Neues einzustellen. Dabei hilft ihr die buddhistische Vorstellung, dass Anhaftung und Ablehnung zusätzliches Leiden erzeugen können. Das bedeutet für sie nicht, dass alles gleichgültig sein soll. Es geht darum, mit dem, was kommt, möglichst beweglich und klar umzugehen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei ihr Ansatz „Denken mit Kopf + Körper“. Wenn ihre apokalyptischen Reiter auftauchen, verlässt sie sich nicht allein auf die Gedanken in ihrem Kopf. Sie bezieht bewusst ihre körperlichen Reaktionen und Empfindungen ein. Diese Körperkommentare helfen ihr zu erkennen, worum es eigentlich geht und was unter den kreisenden Gedanken liegt.
Auch in real schwierigen Situationen nutzt Birgit diese Verbindung von analytischem Denken und Körperwissen. Sie versucht nicht, sofort die vollständige Lösung zu finden. Stattdessen sucht sie nach dem nächsten guten Schritt. Seit sie auf diese Weise mit Kopf und Körper arbeitet, ist ihr Vertrauen gewachsen, auch mit zukünftigen Herausforderungen umgehen zu können.
Zuversicht entsteht für Birgit deshalb nicht aus der Hoffnung, dass alles so bleiben wird, wie es ihr gefällt. Sie wächst aus Zukunftsfähigkeit: aus der Fähigkeit, wahrzunehmen, was ist, die eigenen Gefühle zuzulassen, sich flexibel auf Veränderungen einzustellen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten handlungsfähig zu bleiben.
Am Ende erinnert Birgit daran, dass schwierige Zeiten kein Ausnahmezustand der Menschheitsgeschichte sind. Wir besitzen kein Anrecht auf ein dauerhaft leichtes und erfreuliches Leben. Diese Einsicht empfindet sie nicht als pessimistisch, sondern als entlastend. Wenn wir akzeptieren, dass Herausforderungen zum Leben gehören, müssen wir sie nicht zusätzlich durch den Widerstand gegen ihre Existenz erschweren.
Ihr Beitrag zeigt, dass Zuversicht auch ohne stabiles Urvertrauen entstehen kann. Sie lässt sich entwickeln, indem Kopf und Körper wieder zu einem Team werden. Für jede Situation, so Birgits Überzeugung, gibt es einen nächsten guten Schritt – und das Vertrauen, ihn finden zu können, hält ihre apokalyptischen Reiter zunehmend auf Abstand.
👉🏻 Hier kannst du Birgits kompletten Beitrag lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten? Geht, habe ich gelernt.
Jenny Macholdt: Zuversicht in schwierigen Zeiten: Was mir hilft, wenn sie ins Wanken gerät
Die Mama-Coachin und Resilienztrainerin Jenny Macholdt beschreibt in ihrem Beitrag Zuversicht nicht als einen dauerhaften Zustand. Sie kommt und geht, und manchmal gerät sie kräftig ins Wanken. Gerade im Alltag von Müttern braucht es dafür nicht immer eine einzelne große Krise. Häufig ist es die Summe vieler Belastungen, die irgendwann zu viel wird.
Jenny nennt den Druck im Beruf, zusätzliche Aufgaben aus ihrer Selbstständigkeit, den Familienalltag und all die unerledigten Dinge, die im Hintergrund warten. Wenn dann noch das Auto kaputtgeht, jemand in der Familie krank wird oder der eigene Arbeitsplatz unsicher ist, ist die persönliche Belastungsgrenze schnell erreicht.
Bei sich selbst erkennt Jenny solche Phasen an schlechtem Schlaf, körperlicher Erschöpfung und einem Gedankenkarussell, das sich unaufhörlich dreht, ohne zu einer Lösung zu führen. Sie gerät in einen Funktionsmodus, in dem sie nur noch versucht, den Alltag irgendwie zu bewältigen.
Was ihr dann hilft, sind keine spektakulären Maßnahmen. Sie spricht mit Freundinnen, ohne dass sofort eine Lösung gefunden werden muss. Sie geht nach draußen, bewegt sich, treibt Sport oder gönnt sich einige Minuten mit einem Kaffee. Diese kleinen Unterbrechungen geben ihr wieder etwas Raum.
Ein wichtiger Satz lautet für Jenny: „Ich darf jetzt gut für mich sorgen.“ Darin liegt die Erlaubnis, nicht einfach weiter funktionieren zu müssen, sondern die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Zusätzlich hilft ihr die Vorstellung, dass die aktuelle Situation in einem halben Jahr bereits ganz anders aussehen kann. Diese zeitliche Distanz nimmt dem gegenwärtigen Gefühl von Endgültigkeit etwas von seiner Macht.
Nachhaltig gestärkt wird Jennys Zuversicht durch die Erinnerung an frühere Krisen. Sie hat bereits schwierige Phasen bewältigt und dabei erfahren, dass sie lernen, wachsen und neue Wege finden kann. Darauf kann sie sich stützen, wenn die Angst ihr einreden möchte, diesmal werde alles zusammenbrechen.
Auch Verbindung spielt in ihrem Beitrag eine zentrale Rolle. Jenny beschreibt sehr lebensnah, dass Kontakt im vollen Mama-Alltag nicht immer aus langen Gesprächen bestehen muss. Manchmal ist es nur eine kurze Nachricht, die beantwortet wird, sobald wieder etwas Zeit vorhanden ist. Entscheidend ist für sie nicht ständige Erreichbarkeit, sondern Vertrauen. Gute Freundschaften halten auch aus, dass eine Antwort einmal länger dauert.
Wenn die Angst lauter wird, versucht Jenny inzwischen zu unterscheiden: Spricht hier gerade tatsächlich die Realität, oder ist es die Angst, die aus Erschöpfung und Überforderung ein Katastrophenszenario entwirft? Diese Einordnung hilft ihr, wieder etwas Abstand zu gewinnen.
Jennys Beitrag zeigt, dass Zuversicht im Alltag oft unscheinbar beginnt. Sie liegt in einer Pause, einem Spaziergang, einem vertrauten Gespräch und in der Erinnerung daran, dass schwere Phasen nicht für immer bleiben. Zuversicht bedeutet für sie nicht, jederzeit stark zu sein. Sie bedeutet, sich selbst in überfordernden Momenten nicht zu vergessen und darauf zu vertrauen, dass nach schwierigen Zeiten wieder andere kommen können.
👉🏻 Hier kannst du den kompletten Beitrag lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten
Daniela Hälg: Das Dunkle als Nährboden für das Helle – Was mir hilft, wenn die Zuversicht fehlt
Daniela Hälg, Purpose-Coachin, beschreibt in ihrem Beitrag Zuversicht als die bewusste Entscheidung, das Dunkle als möglichen Nährboden für das Helle zu betrachten. Ein einfaches „Es kommt schon gut“ trägt sie in schwierigen Momenten nicht. Zuversicht entsteht für sie vielmehr aus der Erfahrung, dass sich aus belastenden Lebensumständen besondere Fähigkeiten, Kreativität und etwas Sinnvolles entwickeln können.
Dabei ist Daniela eine wichtige Differenzierung besonders wichtig: Nicht jeder Druck lässt Menschen wachsen. Zu wenig Herausforderung kann dazu führen, dass Potenzial ungenutzt bleibt. Zu viel Druck kann einen Menschen jedoch brechen. Nur unter den richtigen Bedingungen kann aus Druck etwas Wertvolles entstehen.
Als Bild dafür greift Daniela den Diamanten auf, der nur unter einem bestimmten Maß an Druck entsteht. Auch die japanische Kintsugi-Tradition steht für eine verwandte Haltung. Zerbrochene Gefäße werden dabei nicht so repariert, dass ihre Risse verschwinden. Die Bruchstellen werden mit Gold hervorgehoben und zu einem sichtbaren Teil des neuen Kunstwerks. Das Schwierige wird nicht verleugnet, sondern integriert.
Daniela überträgt diesen Gedanken auch auf die globalen Krisen unserer Zeit. Viele Entwicklungen machen es ihr schwer, zuversichtlich zu bleiben. Sie beobachtet eine Welt, in der Produktivität, Technologie und monetärer Wert häufig mehr zählen als Intuition, ethische Fragen und feine menschliche Wahrnehmung.
Gleichzeitig sieht sie darin die Möglichkeit, dass aus einer solchen Schieflage neue Erkenntnisse entstehen. Diese Sicht hilft ihr, das Schwierige anzunehmen, ohne es gutzuheißen. Sie entscheidet sich immer wieder bewusst dafür, ihren Blick auch auf das zu richten, was aus dem Dunklen hervorgehen kann.
Diese Haltung bedeutet für Daniela ausdrücklich nicht, alles widerspruchslos hinzunehmen. Sie ist kein Aufruf, sich nicht zu wehren oder nicht für Veränderung zu kämpfen. Häufig entsteht das Helle gerade dadurch, dass Menschen Ungerechtigkeiten wahrnehmen, ihre Stimme erheben und beginnen, etwas Neues zu gestalten.
Wie das konkret aussehen kann, erlebt Daniela in ihrer Arbeit als Purpose-Coachin. Sie erzählt von einem Kunden, der die besondere Fähigkeit hatte, in gewöhnlichen Projekten große Möglichkeiten zu erkennen und Begeisterung zu entfachen. In seinem bisherigen Umfeld wurde diese Gabe jedoch nicht geschätzt. Auch er selbst konnte ihren Wert zunächst nicht klar erkennen.
In der gemeinsamen Arbeit wurde sichtbar, dass mit ihm nichts falsch war. Vielmehr passte sein Umfeld nicht zu seinen Fähigkeiten. Nach einem Ortswechsel und einer neuen Positionierung in seiner Selbstständigkeit fand er Projekte, in denen genau seine Talente gebraucht wurden.
Solche Entwicklungen stimmen Daniela zuversichtlich. Menschen gewinnen Vertrauen in sich, wenn sie erkennen, was sie besonders gut können und was wirklich zu ihnen passt. Sie erleben sich als wirksam und verbinden sich über eine gemeinsame sinnvolle Aufgabe mit anderen.
Darin sieht Daniela einen wichtigen Gegenpol zu Ohnmacht und fehlender Zuversicht. Ihr Rat lautet deshalb: Finde heraus, was für dich zutiefst erfüllend und sinnstiftend ist, was dir Freude macht, und beginne, es zu tun. Verbinde dich darüber mit anderen.
Der Weg muss dabei nicht von Anfang an vollständig sichtbar sein. Er entsteht, indem wir ihn gehen. Aus dem, was einmal schwierig oder schmerzhaft war, können Räume, Projekte, Angebote und Verbindungen hervorgehen, die etwas Helles in die Welt bringen.
Wenn wir dort beitragen, wo unsere Fähigkeiten liegen, erleben wir uns nicht länger nur als Zuschauende globaler Krisen. Wir gewinnen einen Bereich zurück, in dem wir etwas bewirken können. Das verändert nicht alles, macht aber auch das besser annehmbar, was außerhalb unseres Einflusses liegt.
Besonders tragfähig sind für Daniela die Momente, in denen Menschen ganz in einer sinnvollen Tätigkeit aufgehen. Im Flow treten Vergangenheit und Zukunft in den Hintergrund. Die Frage, ob wir zuversichtlich sein können, verliert für eine Weile an Bedeutung. Wir sind im gegenwärtigen Moment mit unserem Tun verbunden.
Danielas Beitrag zeigt, dass Zuversicht nicht nur aus hoffnungsvollen Gedanken entsteht. Sie wächst aus Sinn, Freude, Verbindung und dem Erleben der eigenen Wirksamkeit. Das Dunkle muss dafür weder geleugnet noch beschönigt werden. Es kann jedoch zum Ausgangspunkt dafür werden, etwas Helles entstehen zu lassen.
👉🏻 Hier kannst du Danielas kompletten Artikel lesen: Das Dunkle als Nährboden für das Helle
Ilka Zenker: Zuversicht in schwierigen Zeiten: Was mir hilft, wenn sie ins Wanken gerät
Die ganzheitliche Gesundheitsberaterin Ilka Zenker beschäftigt sich in ihrem Beitrag zunächst mit einer grundlegenden Frage: Wo finden wir Zuversicht überhaupt, und was lässt sie in uns wachsen?
Für Ilka ist Zuversicht eine innere Haltung, mit der wir in die Zukunft blicken. Sie bedeutet nicht, bereits genau zu wissen, wohin der Weg führt. Vielmehr ist sie das Vertrauen darauf, dass eine gute Entwicklung möglich ist, dass wir Herausforderungen bewältigen und Lösungen finden können.
Wie unterschiedlich sich diese Haltung körperlich anfühlt, nimmt Ilka sehr deutlich wahr. Der Gedanke „Das wird ja eh nicht klappen“ erzeugt bei ihr Enge im Brustraum. Das Vertrauen, dass es irgendwie weitergehen wird, lässt dagegen Weite und Leichtigkeit entstehen.
Zuversicht entsteht für Ilka nicht automatisch. Sie wächst aus verschiedenen Erfahrungen, Überzeugungen und der Art, wie wir eine Situation innerlich bewerten. Besonders wichtig ist dabei das Erleben von Sinn. Wenn wir etwas tun, das uns wirklich bedeutsam erscheint, erfahren wir uns als wirksam. Wir erkennen, dass wir nicht vollständig machtlos sind und auch mit kleinen Beiträgen etwas bewegen können. Dieses Erleben stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Eine gute Grundstimmung bildet für Ilka den Boden, auf dem Zuversicht wachsen kann. Deshalb pflegt sie verschiedene kleine Gewohnheiten, die zu ihrem körperlichen und seelischen Wohlbefinden beitragen. Dazu gehören ausreichend Schlaf, eine abwechslungsreiche Ernährung und bewusste Zeiten der Entspannung.
Auch Kreativität ist für sie eine wichtige Kraftquelle. Beim Tanzen oder Zeichnen kommt sie im gegenwärtigen Moment an und findet einen Weg aus dem Gedankenkarussell. Ein stärkendes Umfeld, schöne Erlebnisse und die Vorfreude auf kommende Ereignisse helfen ihr ebenfalls, ihre innere Zuversicht zu nähren.
Zugleich achtet Ilka bewusst darauf, wie viele Nachrichten sie konsumiert. Sie möchte informiert bleiben, aber nicht ständig so viele belastende Informationen aufnehmen, dass diese ihre innere Stabilität überfordern. Auch das Engagement für Dinge, die ihr wichtig sind und zu denen sie etwas beitragen kann, stärkt ihre Zuversicht.
Wenn es dennoch kritisch wird und sich alles so anfühlt, als könne das eigene Kartenhaus jeden Moment zusammenbrechen, rät die Anwenderin für Pranaheilung, diese Empfindungen nicht sofort zu verdrängen. Angst, Trauer und Wut dürfen zunächst da sein. Sie nimmt ihre Gefühle ernst und akzeptiert, dass die Situation im Moment so ist, wie sie ist. Manchmal helfen ihr dann zunächst Rückzug und Schlaf.
Erst danach verlagert sie ihren Fokus behutsam. Sie fragt sich: Was trägt mich trotz allem? Wo gibt es Möglichkeiten statt ausschließlich Hindernisse? Wo bin ich noch handlungsfähig, und welchen kleinen Schritt kann ich als Nächstes gehen?
Das zentrale Bild ihres Beitrags ist die Zuversicht als zartes Pflänzchen. Dieses Pflänzchen braucht Aufmerksamkeit und gute Bedingungen, um zu gedeihen. Doch auch wenn seine Blätter zeitweise hängen, kann es sich wieder aufrichten. Zuversicht muss deshalb nicht immer groß, kraftvoll und unerschütterlich sein. Es genügt, dass sie noch da ist und gepflegt werden darf.
👉🏻 Hier kannst du Ilkas kompletten Artikel lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten
Anja Radermacher: Zuversicht — worauf ich vertraue, wenn vieles unsicher wird
Die Feelgood-Trainerin und Selbstfürsorge-Mentorin Anja Radermacher beschreibt in ihrem Beitrag Zuversicht nicht als die Gewissheit, dass alles wieder so wird wie zuvor. Sie vertraut vielmehr auf ihre Erfahrung, dass das Leben auch nach schweren Verlusten weitergeht – manchmal anders als geplant und in vielen kleinen Schritten.
Anja kennt verschiedene Situationen, in denen ihr der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Mit zwanzig Jahren verlor sie ihre Mutter. Später starb ihre beste Freundin, und auch eine Trennung ließ etwas wegbrechen, das zuvor selbstverständlich zu ihrem Leben gehört hatte. Jedes Mal stand dieselbe Frage im Raum: Wie soll es jetzt weitergehen?
Nach diesen Verlusten konnte Anja manche alltäglichen Dinge lange nicht mehr tun. Allein in der Küche zu frühstücken war nach dem Tod ihrer Mutter kaum möglich. Einen bestimmten Weg mied sie nach dem Tod ihrer Freundin, weil er zu eng mit ihr verbunden war. Heute geht Anja diesen Weg manchmal bewusst und erlebt dabei ein Gefühl von Nähe.
In diesem Frühsommer geriet ihre Stabilität erneut ins Wanken. Diesmal kam die entscheidende Botschaft jedoch nicht von außen, sondern aus ihrem eigenen Körper. Ihr Herz zeigte ihr deutlich, dass sie eine ernste Grenze erreicht hatte. Erst danach erkannte sie, wie oft und auf wie vielen Ebenen sie ihre Belastungsgrenzen überschritten hatte.
Rückblickend versteht Anja, dass nicht nur die äußeren Umstände zu ihrer Krise beigetragen hatten. Auch ihre Haltung zu sich selbst war zu lange zu kurz gekommen. Obwohl sie die Warnzeichen kannte, wollte sie sie nicht wahrhaben. Selbst als klar war, dass ihr Herz nicht mehr richtig funktionierte, veränderte sie zunächst wenig und versuchte stattdessen, sich mit langen Fernsehabenden und Süßigkeiten etwas Gutes zu tun.
Dadurch geriet auch ihr Vertrauen in sich selbst ins Wanken. Selbstfürsorge ist für Anja deshalb heute keine Liste von Maßnahmen, die man einfach abarbeitet. Sie ist eine grundsätzliche Art, mit sich selbst umzugehen, die eigenen Signale ernst zu nehmen und sich Zeit und Raum für die eigenen Bedürfnisse zu geben.
Beim Blick auf frühere Krisen erkennt Anja, dass es nie den einen Moment gab, in dem plötzlich alles wieder gut war. Das Leben verlief nach einem Verlust nicht einfach wieder wie vorher. Dennoch kehrten mit der Zeit kleine schöne Momente, Leichtigkeit und Mut zurück.
Getragen wurde sie dabei von vielen kleinen Gesten: dem Lächeln eines Kindes, der Aufmerksamkeit einer Freundin und Menschen, die zuhörten und ihr den Rücken stärkten. Solche Momente lösten den Schmerz nicht auf, machten das Leben aber nach und nach wieder bewohnbar.
Eine wichtige Erinnerung daran ist das kleine Buch „Das Glück der kleinen Dinge“, das ihr ihre damals beste Freundin während einer schwierigen Phase schenkte. Anja beschreibt, dass wir viele große Entwicklungen im Leben nicht beeinflussen können. Wir können nicht verhindern, dass Menschen erkranken oder sterben. Aber wir können mitgestalten, wie unser eigener Alltag aussieht und welche kleinen Momente uns Kraft geben.
In schwierigen Zeiten richtet Anja ihren Blick deshalb auch auf das, was weiterhin da ist: ein Dach über dem Kopf, warmes Wasser, genügend zu essen, ihre Kinder und ihre Enkelkinder. Diese Dinge mögen selbstverständlich oder banal erscheinen. Sie lösen keine Krise, erinnern Anja aber daran, dass nicht alles schwer ist.
Diese Haltung kennt sie auch von ihrer Oma, die 1918 geboren wurde, Krieg, Nachkriegszeit und den Tod zweier Töchter erlebte. Trotzdem nahm Anja sie nie als einen Menschen wahr, der ausschließlich auf das Schwere blickte. Ihre Oma konnte sich über ihre Familie, ihre Freundinnen und gemeinsame Kartenspiele freuen. Sie bewahrte sich die Fähigkeit, die kleinen guten Momente wahrzunehmen.
Auch gesellschaftliche Entwicklungen und das schwindende Gefühl von Sicherheit beschäftigen Anja. Ihre Antwort darauf ist nicht, wegzusehen. Sie entscheidet jedoch bewusst, wie viel Raum diese Themen in ihrem Alltag bekommen. Gleichzeitig richtet sie den Blick darauf, was sie in ihrem eigenen Umfeld tatsächlich bewirken kann. Das verändert nicht die großen Verhältnisse, hilft ihr aber, sich nicht vollkommen machtlos zu fühlen.
Zuversicht bedeutet für Anja heute nicht, zu wissen, was als Nächstes geschieht oder daran zu glauben, dass immer alles gut wird. Sie bedeutet, die Erfahrung in sich zu tragen, dass es weitergeht – manchmal auf Umwegen und häufig anders als gedacht.
Ihr Beitrag endet mit einem Satz, der ihre Form der Zuversicht sehr treffend zusammenfasst: Es wird vielleicht nicht gleich wieder gut. Aber es kann anders gut werden.
👉🏻 Hier kannst du den kompletten Beitrag lesen: Zuversicht — worauf ich vertraue, wenn vieles unsicher wird
Valeska Stein: Zuversicht in schwierigen Zeiten durch Journaling
Valeska Stein ist psychosoziale Beraterin mit dem Schwerpunkt Krisenmanagement und Resilienz. Sie beschreibt in ihrem Beitrag Journaling als ihr liebstes und zuverlässigstes Werkzeug zur Selbsthilfe. Mehr als 30 Journals haben sie bereits durch unterschiedliche Lebensphasen begleitet und ihr geholfen, die Zuversicht nicht zu verlieren oder sie nach schweren Erfahrungen allmählich zurückzugewinnen.
Journaling bedeutet für Valeska nicht in erster Linie, vorgegebene Fragen zu beantworten. Sie entwickelt ihre eigenen Fragen und stellt sich maßgeschneiderte Journals zusammen, die zu Begleitern für bestimmte Themen oder Lebensabschnitte werden. Das Schreiben hilft ihr, Gedanken zu ordnen, Gefühle zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und Schritt für Schritt herauszufinden, was sie braucht.
Eine besonders wichtige Rolle spielt ihr Papa-Journal. Als Valeskas Vater unerwartet ums Leben kam, war sie erst 28 Jahre alt. Ein Jahr nach seinem Tod begann sie, ihm Briefe zu schreiben. Dadurch konnte sie ihre Trauer nach und nach besser verstehen und verarbeiten. Bis heute ist dieses Journal für sie eine Verbindung zu ihrem Vater – eine Verbindung, die trotz seines Todes bestehen bleibt.
Einige Jahre später übernahm Valeska immer mehr Verantwortung für ihren pflegebedürftigen Opa. Sie fühlte sich mit dieser Aufgabe allein und drohte unter der Belastung zu zerbrechen. Als gar nichts mehr ging und sie eine Woche lang fast ununterbrochen weinte, wurde ihr klar, dass sie sich wieder stärker um sich und ihre eigenen Bedürfnisse kümmern musste.
Sie begann, sich jeden Abend für fünf Minuten zu fragen, wie es ihr wirklich ging und was sie über ihre Situation dachte. Dabei schrieb sie nicht nur ihre Gefühle auf, sondern bestätigte sich auch, dass diese Gefühle verständlich waren. Mit Sätzen wie „Ich fühle mich … und das ist okay“ lernte sie, sich selbst freundlicher und mitfühlender zu begegnen.
Durch das Schreiben erkannte Valeska außerdem, welche Grenzen sie setzen musste. Ihr Journal wurde zu einem Ort, an dem sie für sich selbst da sein konnte – wie eine gute Freundin, die zuhört, Gefühle ernst nimmt und daran erinnert, dass auch die eigenen Bedürfnisse zählen.
Eine weitere schwierige Erfahrung war die Beziehung zu ihrer Mutter. Valeska konnte lange nicht verstehen, weshalb ihre Mutter sie bei der Pflege des eigenen Vaters so allein gelassen hatte. Im Jahr 2020 begann sie deshalb ein eigenes Mutter-Tochter-Beziehungs-Journal. Zunächst suchte sie nach Möglichkeiten, die Beziehung zu verbessern, und fragte sich, was sie selbst verändern könnte.
Mit der Zeit musste sie jedoch erkennen, dass manche ihrer Wünsche nur erfüllbar gewesen wären, wenn ihre Mutter sich grundlegend verändert hätte. Nach einem einschneidenden Erlebnis entschied Valeska, dass sie zumindest vorübergehend Abstand brauchte, um heilen zu können.
Da sie den Kontakt nicht sofort abbrechen konnte, führte sie nach den Telefonaten mit ihrer Mutter genaue Gesprächsnotizen. Diese halfen ihr, Aussagen später nachvollziehen zu können, Gaslighting zu erkennen und der eigenen Wahrnehmung wieder stärker zu vertrauen. Ein Jahr später brach sie den Kontakt ab – eine Entscheidung, die für sie zu einem besonderen Geschenk an sich selbst wurde.
Auch im Umgang mit ihren chronischen Erkrankungen gibt das Schreiben Valeska Zuversicht. Obwohl ihr mehrfach gesagt wurde, sie müsse sich von bestimmten Träumen verabschieden, hielt sie diese zunächst auf dem Papier fest. So blieben Möglichkeiten lebendig, selbst wenn sie noch nicht sofort umgesetzt werden konnten.
Aus einem Glückstagebuch entwickelten sich viele weitere thematische Journals. In einem Augenjournal dokumentierte Valeska, welche Augentropfen ihr tatsächlich halfen. Ein Hormontagebuch unterstützte sie beim Umgang mit ihren hormonellen Beschwerden. In einem Journal sammelt sie Ideen für ihre Demenzprojekte, und mit ihrem sogenannten Kaktusjournal arbeitet sie daran, aus einem Leben, das häufig „piekst“, ein stimmigeres Leben zu gestalten.
Aktuell entwickelt Valeska außerdem ihr persönliches Krisenjournal. Noch weiß sie nicht genau, was daraus entstehen wird. Vielleicht wird es später ein gedrucktes Journal oder ein Kurs. Auch darin zeigt sich ihre Form von Zuversicht: Der Weg muss noch nicht vollständig feststehen, damit sie beginnen kann, ihn schreibend zu erkunden.
Valeskas Beitrag macht deutlich, dass Journaling Probleme nicht einfach verschwinden lässt. Es kann aber dabei helfen, das eigene Erleben ernst zu nehmen, Gefühle zu verstehen, Grenzen zu erkennen und Entscheidungen vorzubereiten. Das Schreiben schafft einen geschützten Raum, in dem sie sich selbst zuhören und wieder Vertrauen in die eigene Wahrnehmung entwickeln kann.
Zuversicht entsteht für Valeska deshalb nicht durch das Verdrängen schwieriger Erfahrungen. Sie wächst, wenn das Erlebte Worte bekommt und dadurch bearbeitbar wird. Ihre Journals helfen ihr, sich selbst nicht zu verlassen, auch in Krisen mit sich in Verbindung zu bleiben und ein erfülltes Leben zu gestalten, das ihrem eigenen Tempo und ihren Bedürfnissen entspricht.
👉🏻 Hier kannst du den kompletten Artikel lesen: Zuversicht in schwierigen Zeiten durch Journaling
Mein eigener Beitrag: Zuversicht in schwierigen Zeiten – Das hilft mir, wenn sie ins Wanken gerät
Natürlich habe ich die Frage meiner Blogparade auch selbst beantwortet. Für mich ist Zuversicht keine Eigenschaft, die man entweder hat oder nicht. Sie ist eine Praxis, die immer wieder neu entsteht – in Beziehung zu mir selbst, zu anderen Menschen und zum Leben.
Wenn Zuversicht wankt, hilft zuerst radikale Akzeptanz: anzuerkennen, was gerade ist, statt gegen Angst, Erschöpfung oder Unsicherheit anzukämpfen. Danach wird eine andere Frage möglich: „Was ist jetzt der nächste stimmige Schritt?“
Manchmal finden wir unsere Zuversicht nicht allein. Dann können andere sie eine Weile für uns mittragen – durch ihre Ruhe, ihr Vertrauen oder einfach dadurch, dass sie da sind. In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie wichtig diese Form der „geliehenen Zuversicht“ sein kann, bis der eigene Zugang wieder spürbar wird.
Und auch Lebensfreude will bewusst genährt werden: durch Bewegung, Musik, Natur, Freundschaften, Schönheit und Humor. Nicht erst, wenn alle Probleme gelöst sind, sondern gerade dann, wenn sie es nicht sind.
Zuversicht heißt für mich, dem Leben verbunden zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass sich ein nächster Schritt zeigen kann – auch ohne zu wissen, wie alles ausgehen wird.
👉🏻 Hier kannst du meinen kompletten Beitrag lesen: Das hilft mir, wenn meine Zuversicht ins Wanken gerät
Eine Welle, die weitergehen darf
Am Ende dieser Blogparade bleibt bei mir vor allem Dankbarkeit.
Dankbarkeit dafür, wie offen so viele Menschen geschrieben haben. Für die persönlichen Geschichten, die verletzlichen Stellen, die sehr unterschiedlichen Lebenswege und für das Vertrauen, all das zu teilen.
Ich hatte gehofft, mit dieser Blogparade eine Welle der Zuversicht anzustoßen. Jetzt habe ich das Gefühl, dass sie wirklich ins Rollen gekommen ist.
Nicht als Sammlung fertiger Antworten. Eher als Erinnerung daran, dass wir mit unseren Fragen, Ängsten und Unsicherheiten nicht allein sind. Dass andere Menschen ebenfalls ringen, zweifeln, suchen – und trotzdem Wege finden, weiterzugehen.
Und genau darin liegt für mich die Kraft dieser Sammlung: Die Zuversicht einer Person kann etwas in der nächsten anstoßen. Ein Gedanke, eine Geschichte oder ein Satz kann weitergetragen werden und genau im richtigen Moment bei jemand anderem ankommen.
Vielleicht liest du einen Beitrag heute und erinnerst dich erst Wochen später wieder daran. Vielleicht erzählst du jemandem davon oder gibst einen Gedanken weiter, der dich selbst gestärkt hat. Denn manchmal brauchen wir keine neue Erkenntnis. Manchmal reicht es schon, im richtigen Moment an etwas erinnert zu werden, das wir eigentlich längst wissen.
Und jetzt interessiert mich: Was hilft dir, wenn deine Zuversicht ins Wanken gerät? Welcher Gedanke aus dieser Sammlung ist bei dir besonders hängen geblieben? Lass es mich in den Kommentaren wissen. Ich freue mich sehr, wenn wir die Welle der Zuversicht hier gemeinsam noch ein Stück weitertragen.Lass es mich in den Kommentaren wissen. Ich freue mich sehr, wenn wir die Welle der Zuversicht hier gemeinsam noch ein Stück weitertragen.
Pia Hübinger ist Pädagogin, Coach und Trainerin für Achtsamkeit, Mitgefühl und achtsamkeitsbasierte Kommunikation. In ihrer Arbeit verbindet sie westliche und buddhistische Psychologie, Körperweisheit und Nervensystemarbeit zu einem heilsamen Prozess des Wieder-Ganz-Werdens. Sie ist davon überzeugt, dass Heilung und Veränderung dort beginnen, wo wir aufhören, uns selbst zu bekämpfen und lernen, uns mit liebevoller Präsenz zu begegnen.
Ihr Ansatz Radical Belonging verbindet psychologische Klarheit mit der Bereitschaft, auch schwierigen Erfahrungen nicht auszuweichen. Sie erteilt keine Diagnosen und keine Ratschläge, sondern schafft einen Rahmen, in dem Menschen ihrem eigenen Erleben begegnen können. Unzensiert, unverstellt, ungefällig. Denn nur wenn Veränderung an die eigene Erfahrung angebunden ist, hat sie Bestand.
Mehr über die Autorin erfährst du hier.



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